Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Social Lending: Steigt Virginmoney aus US-Geschäft aus?

Hinterlasse einen Kommentar »

Die Internet-Plattform P2P-Lendingnews spekuliert darüber, dass dem blaublütigen Unternehmensgründer Sir Richard Branson das Geschäft in den USA nicht ganz so glänzend von der Hand läuft. Es geht um Virginmoney, und einem Kernbereich, der insbesondere seit der Übernahme von Circlelending auch stark im Bereich der sozialen Kreditvergabe – Social Lending – aktiv ist.

http://www.p2plendingnews.com/2009/11/virgin-money-united-states-business-closing/

Nachdem Prosper schon seit geraumer Zeit mit Regulierungsproblemen zu tun hat, scheint derzeit Lendingclub als der lachende Dritte aus dem Rennen zu gehen, zumal das Unternehmen gerade sein Modell etwas übersichtlicher gestaltet.

Die Infoplattform American Banking News spekuliert außerdem schon darüber, ob Prosper.com überhaupt noch ein gutes Investment für die Anleger darstellt? Da werden sich die Macher sputen müssen, um mehr Transparenz, überschaubare Gebühren, weniger Ausfälle und eine solide Rendite zu erwirtschaften. Ganz abgesehen davon, dass Zeit und Kosten aus dem Ruder laufen.

Für ein endgültiges Urteil ist allerdings noch vieles im Fluss, um verfrühte Prognosen über die Marktentwicklung und die künftig führenden Platzhirsche beim Social Lending anzustellen, im „Land der nur bis dato unbegrenzten Möglichkeiten“.

Geschrieben von lochmaier

November 16, 2009 um 1:58

Veröffentlicht in Uncategorized

Zitate des Tages: Altmeister Warren Buffett hat das Wort

Hinterlasse einen Kommentar »

Das ist wirklich (nicht immer) lustig, was Börsenaltmeister Warren Buffett zu sagen hat. Manchmal aber doch - denn hier nimmt er die geldgierige Wall Street mal so richtig aufs Korn. Einige kleine Kostproben:

„Ich bin nicht dafür, sie zu erschießen… Aber ich sie sollen es qualvoll haben.“ Neben den Banken-CEOs solle man auch den Direktoren drastische Gehaltskürzungen auferlegen. Auch zum Thema Gier/Leverage hat Buffett eine klare Meinung: „Gierig zu sein, kann eine zeitlang lustig sein. Leverage ist witzig, solange es funktioniert. Leverage klappt in 99 von 100 Fällen. Aber wenn es nicht klappt, ist alles zu Ende.“

Quelle: Übermittelt via Handelsblatt Finance Today.

> Mehr dieses neuen Lateins für große und kleine Börsenenthusiasten – und was die Sexdroge Viagra auch noch damit zu tun hat – findet sich hier im Wall Street Journal:

http://blogs.wsj.com/deals/2009/11/13/warren-buffett-takes-bankers-to-the-woodshed/

Geschrieben von lochmaier

November 16, 2009 um 1:24

Veröffentlicht in Uncategorized

Business-Vordenker orakeln: Nach der Finanzkrise der Informationscrash?

Hinterlasse einen Kommentar »

Wer das Buch von Max Otte – Der Crash kommt – vor der Finanzkrise gekauft hatte, der hätte sein Geld vielleicht noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Hätte, könnte, müsste, viele wenn und abers. Und hier noch eines mehr: Denn in seinem neuen Buch sieht der Finanzflüsterer, dessen Aus- und Voraussagen oftmals, jedoch nicht immer, zutreffen, die nächste Blase heraufziehen – das Handelsblatt darf, ziemlich lässig bebildet und aufgemacht, die nicht ganz so frohe Botschaft verkünden:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/max-otte-der-informationscrash-wer-uns-alles-fuer-dumm-verkauft;2483651

Geahnt haben wir es schon immer – es gibt noch unzählige andere Baustellen, die nach den gleichen Regeln wie die Finanzindustrie funktionieren. Doch ob das Sinnbild des Informationscrashes das Richtige ist?

Immerhin liegt Max Otte damit schon mal irgendwie auf einer gewissen Frontlinie mit dem Webquer- und Harvard-Business-Media-Vordenker Umair Haque, der noch dazu gleich eine Spekulationsblase der digitalen Desinformationsmarke 2.0 heraufziehen sieht:

http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/11/facebooks_scam_ads_and_the_loo.html

Zu diesem Beitrag von Haque gab es neben viel Zustimmung auch ein paar kritische Kommentare. Denn man kann schon ein bisschen anzweifeln, wenn einige Experten heute zu Glückspropheten hoch stilisiert werden, um am Tage darauf wieder den Weltuntergang zu beschwören. Für mich ist dieser Pferdwechsel, ständig auf ein noch schnelleres zu wechseln, zu rasant. Da klicke ich mich aus.

In der Substanz freilich gibt es einiges Bedenkenswertes am Informations-Overkill, bei dem wir längst die Kontrolle verloren haben. Ins Kreuzfeuer bei Umair Haque gerät vor allem das soziale Netzwerk Facebook. Sicherlich, Facebook und die angehängte „Add-on-Wirtschaft“ ist noch nicht das letzte Rad der digitalen Wirtschaft.

Aber allzu vieles läuft derzeit nach dem Motto: Mediale Aufmerksamkeit erzeugt das Hochloben und  das Verdammen des Internets, möglichst beides noch am gleichen Tag – aber vielleicht liegt die Wahrheit ja zur Abwechslung mal irgendwo in der Mitte.

So der so – über alles lässt sich trefflich spekulieren. Zurück bleibt ein verängstigter Verbraucher wie das Kaninchen vor der Schlange. Vielleicht wird er ja doch mündig und etwas frecher, wie ich mit Blick auf die Banken in diesem Beitrag hier gezeigt habe, der die Reise zum Mittelpunkt der Erde via Corporate Social Media etwas differenziert jenseits von Schwarz-Weiß-Malerei unter die Lupe zu nehmen versucht.  

Was die Spekulationsblase und den Informationscrash 2.0 angeht, also, wie wir vor, im und neben dem Netz systematisch für dumm verkauft werden, so hat mir übrigens ein Kommentar zum Artikel von Umair Haque ganz gut gefallen. Lassen wir also die Gedanken eines „verloren gegangenen Lesers“ namens Sean abschließend zu Wort kommen, der übrigens die Plattform Parkparadigm betreibt:

Umair you lost me on this one. I love your ‘unnovation’ meme but think sometimes your comments get a bit shrill/hysterical; makes for compelling reading but verging on (Glenn) Beck-esque…

I don’t understand what is wrong with Google buying AdMob. And I’m not sure (although I’m not really very knowledgeable on this front) I agree that innovation in advertising is non-existent. And while I don’t have any ’stars-in-my-eyes’ reverence for Facebook (or Google), I don’t think either is evil, or even driven by cynical bad faith. As you know, I worked in investment banking for 16 years (and still have contact with the sector) and good, bad and ugly – the companies you cite aren’t even in the same solar system (in terms of sharp, cynical competitive behavior), which is probably a good thing.

And I don’t see anything wrong with Farmville (or other social games), and disagree with you that they are unnovation. The dodgy monetization schemes are ugly sure, but let’s not throw out the baby with the bath water.

Finally, ads aren’t mortgages – and a „sub-prime ad crisis“ even if true, would not pose an existential threat to the economy. I get your race to the bottom point, and I am equally appalled by some of the worst practices that have emerged; but unlike some of your other commenters, I find the new advertising landscape much more useful to me, and less wasteful/obnoxious (than the landscape as it was 20 years ago.) Not perfect, but better.

Basically, the main reason I wanted to comment was that I think you have a unique and important point of view and a good story to tell, and your voice needs to be heard. I think it would be a disaster if some of the leaders you try to influence were to tune you out.

Wie wir uns jenseits von Weltuntergang und Hallelujah mit „Alice im Wunderland“ allmählich in Richtung „Finance 2.0″ bewegen könnten, und was sich hinter dieser Vision verbergen könnte, das verdeutlicht  Parkparadigm übrigens hier:

http://www.parkparadigm.com/2009/10/16/wonderland/

Geschrieben von lochmaier

November 16, 2009 um 12:57

Veröffentlicht in Uncategorized

Honorarberatung: Stein der Weisen fällt ins Wasser

Hinterlasse einen Kommentar »

Das Handelsblatt berichtet darüber, dass sich hinter dem so elegant von einigen Banken ins Leben gerufenen neuen Schlagwort „Wir steigen auf neue Modelle“ um, doch noch nicht die große Umkehr zu einem besseren Endergebnis zum Wohle der geneigten Kundenklientel verbirgt. Jedenfalls scheint es mit der Honorarberatung doch größere Startschwierigkeiten beim Online-Broker Comdirect zu geben:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/onlinebroker-kunden-von-cortal-consors-ignorieren-honorarberatung;2483202

Es war relativ ersichtlich, dass ein derartiger Stein ins Wasser fallen kann. Es geht nur vordergründig in der neu geordneten Bankenlandschaft darum, ob wir das Kind, das jetzt schon wieder zu ertrinken droht, Honorarberatung nennen oder nicht.

Entscheidend ist, welche Produkte, und welche Strategien sich dahinter verbergen. Reines Window dressing wird vielerorts eher kontraproduktive Resultate generieren. Bislang haben jedenfalls Direktbanken und Online-Broker das Rad der digitalen Wirtschaft noch nicht neu erfunden. 

Das gilt aber auch für die große Welt der Geschäfts- und Privatbanken. Dazu passt dieser aktuelle Beitrag in der Börsen-Zeitung, der beschreibt, was denn nun heute noch „Privat(banken)sache“ ist, und was vielleicht nicht:

http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=299&artid=2009220085 

Ein Auszug und das Fazit der Börsenzeitung, das zeigt, dass es schwierig ist den Markt richtig zu lesen:

Und der Abschwung an den Märkten hat zwar die verwalteten Vermögen massiv reduziert, und die Margen stehen unter Druck, weil einstweilen einfache Produkte gefragt sind. Im vergangenen Jahr allerdings sind die von der Krise ausgelösten Verschiebungen der Marktanteile den klassischen Privatbanken zugute gekommen. Auch dürfte die Lockerung des Bankgeheimnisses in Offshore-Märkten einiges an Mitteln in die Bundesrepublik zurückfließen lassen. Sal. Oppenheim ist ein Verlierer der Krise. Zu ihren Gewinnern dürften Privatbanken zählen, die sich strategische Extratouren verkneifen und die Betreuung vermögender Kunden ebenso pflegen wie ihre Unabhängigkeit. Nur wer sich dem Zug der Lemminge verweigert, überlebt.

Quelle: Börsen-Zeitung

Stellen wir doch mal am Ende noch ganz vorsichtig diese Frage: Vielleicht möchten ja viele Bankkunden gar nicht mehr beraten und verkauft werden. Vielleicht ist mehr gefragt, andere Produkte und andere Geschäftsprozesse.

 

Geschrieben von lochmaier

November 16, 2009 um 11:58

Veröffentlicht in Uncategorized

Corporate Social Media: Wohin geht die Reise zum Mittelpunkt der Erde?

mit einem Kommentar

Worin liegen die Zukunftsperspektiven von Social Media im Umfeld von Unternehmen? Diese Frage stellen sich nicht nur die Strippenzieher aus den Agenturen und die Vermarkter, sondern auch die Unternehmen. Sicherlich besteht die Antwort nicht darin, wenn wir uns alle zu Xingianern, Twitter-Jungs und Facebookern ausrufen, und denken, wir hätten damit schon den Stein der Weisen gefunden.

Der Markt richtet es, so hieß bis dato die zentrale Grundregel im neoliberal geprägten Weltverständnis. Sicherlich, der Markt richtet uns auch weiterhin, aber vielleicht anders als wir denken. Märkte sind tatsächlich Gespräche. Und Gespräche werden meist von Menschen geführt. Insofern hat jeder Einsatz von Social Media im Kontext von Unternehmen eine „soziale“ Komponente. Nicht mehr und nicht weniger. Denn das Problem liegt genau dort, in der Unschärfe des Begriffs.

Da es für Social Media keinen deutschen Begriff gibt, da das Wort sozial ja schon vorbelastet ist, habe ich selbst das Problem bei der Wahl des Titels meines Weblogs „Social Banking 2.0 dadurch mehr oder minder intelligent umschifft, indem ich das Web 2.0 und Social Media zum „Social Banking 2.0″ kombiniert habe. Sicherlich keine optimale Lösung. Aber schauen wir doch gleich mal, was das sein könnte.  

Social und Media, das ist relativ oft nur ein bloßer Kunstgriff, zwei Welten zu verbinden, die bislang kaum etwas miteinander zu tun haben. Die (auch weiterhin) hierarchisch geprägten Organisationsstrukturen in den Unternehmen, und die freie Welt der ungebremsten sozialen Kommunikation, die sich in den sozialen Netzwerken tummelt.

Mit ein paar netten Powerpoint-Präsentationen ist es nicht getan, um das Phänomen für die Unternehmen beschreibbar zu machen. Das Strickmuster ist zu einfach: Liebe Verantwortlichen, schauen Sie doch mal, da tummeln sich Millionen von Leuten im Web, da müsst Ihr doch auch aktiv werden? Stimmt das wirklich? Warum eigentlich? Ein paar „add-ons“ sind nicht die Antwort.

Zu wenig beschäftigen sich Social Media Strategen mit dem Geschäftsmodell von Unternehmen und einzelnen Branchen. Zu wenig beschäftigen sich die Social Media Evangelisten mit den Tücken der organisatorischen Kernprozesse. Das neue Webevangelium wirkt deshalb oftmals hipp und aufgesetzt. Müssen wir dafür wirklich Geld ausgeben?

Sicherlich: Weblogs, Twitter und ein paar andere Funktionalitäten können das Unternehmen freundlicher vielleicht auch transparenter nach außen machen. Aber das reicht nicht. Jeder Schritt zu mehr Transparenz kann auch kontraproduktive Resultate generieren. Will heißen, nur wer das logische Geschäftsmodell hinter einem Unternehmen versteht, kann die richtigen Empfehlungen zu den Chancen und Grenzen von Corporate Social Media ausleuchten.

Die wirkliche Revolution ist natürlich eine andere, als die ein bisschen kosmetisches window dressing zu betreiben. Wir sind alle so furchtbar offen, und warten auf euer ehrliches Feed back, ob ihr unsere Produkte auch so toll findet wie unser Firmenchef.   

Wenn Märkte sprechen und Unternehmen zuhören, lautet der Titel einer Veranstaltung, die morgen von der Financial Times Deutschland zu Social Media veranstaltet wird. Das klingt verführerisch gut, ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Nicht nur die Unternehmen müssen ihre Ohren und Augen näher am Puls des Kunden haben und zuhören, auch die Social Media Planer sind gefragt, sich intensiver damit zu beschäftigen, was sie wem wie konkret empfehlen.

Oder anders ausgedrückt: Der Markt für Corporate Social Media ist „anbietergetrieben“, und nicht nachfrageorientiert. Hören wir doch mal den Unternehmen zu – was wollen und können sie wirklich vom bunten Blumenstrauß der Möglichkeiten realisieren? Schaut man sich das ausführliche  Programm und die Rednerliste auf dem FTD-Kongress an, dann müsste dem letzten eigentlich ein Licht aufgehen, dass wir erst am Anfang einer sicherlich sehr spannenden Entwicklung stehen. 

Versierte Fachmenschen wie Klaus Eck vom PR-Blogger haben vieles davon beschrieben, wie die Unternehmen mit jener neuen bunten Vielfalt umgehen, ohne in einen hektischen „Bunti-Klicki-Mitmachweb-Aktionismus“ zu verfallen. Wie “rechtfertigt“ man Social Media im Unternehmen, das ist etwa hier beschrieben.

Sich indes wie ein Boxer beim Punch vom Gegner in der Ecke für etwas zu rechtfertigen ist sicherlich eine recht defensive Strategie. Eine Evolution, von der die Unternehmen profitieren, rechtfertigt sich von selbst. Wir sollten also alle nicht so tun, als hätten wir schon die Konzepte in der Tasche, die neue interaktive Wirtschaftswelt in den Unternehmen abzubilden, geschweige denn schlüssig zum jeweiligen Geschäftsmodell nachzubilden.

Sorry für die etwas harte Kritik, aber die meisten Corporate Webzwo- bis Webdreinuller-Veranstaltungen haben leider immer noch, und das jetzt schon seit drei bis vier Jahren, einen tendenziell „selbst referenziellen“ Charakter. Bei Consumer-Produkten und Marken, oder bei Internetcompanies und der Telekommunikation, da erklärt sich der Einsatz von Social Media schon aus sich selbst heraus. Man schaue sich nur die Rednerlisten an, es sind – fast immer – die üblichen Verdächtigen, die uns mit ihren Ausführungen beglücken. 

Wäre ja auch ziemlich dumm, wenn gerade die Unternehmen, die uns den Mund mit Coca-Cola fusslig reden, diesen zusätzlichen Feed back Kanal und virale Marketingoption nicht für sich ausnutzten. Das aber ist noch nicht die große Revolution, höchstens ein kleiner Schritt in die Durchdringung der Wirtschaft mit eigenständigen digitalen Werten und Gütern, bis hin zu neuen Währungseinheiten, wo die Menschen ihre Güter und Dienstleistungen mit kreativen Stilmitteln tauschen.

Und damit reisen wir so langsam wie Jules Verne zum Mittelpunkt der Erde, wir sind in der Welt der Wirtschaft und des Geldes angekommen, dort, wo nämlich tatsächlich die Spielregeln unseres kapitalistischen Koordinatensystems gemacht werden, in der alltäglichen Kernschmelze der Ökonomie, bei den Banken und der „Finanzindustrie“. Finance 2.0-Blogger Boris Janek hat sich hier anhand des neuen Phänomens NOA Bank eingehend mit dem Status Quo von Social Media bei den Banken auseinandergesetzt.     

Genau das ist es: Social Media und die Banken – ein Phänomen, wie weiland die hübsche „Bezaubernde kleine Jeannie„, eine Fernsehserie aus den sechziger Jahren, aus der Vor-Internet-Steinzeit, die der amerikanische Militäroffizier nur ab und an mal aus der kleinen Flasche ließ.  

Soziale Phänomene und Flaschengeister, die ich rief, aber nicht mehr los werde, haben leider etwas Dummes an sich, sie beschreiben einen Zustand und eine Entwicklung, die noch nicht vorhersehbar und eingetreten ist, aber möglicherweise bald eintreten wird. Nämlich die Durchdringung bisher veränderungs resistenter Branchen wie der Banken mit sozialen Medien.

Das liest sich in der Analyse von Finance 2.0 anhand eines praktischen Beispieles so:

Außerdem zeigen die Social Media Aktivitäten der Noa Bank, dass man dort die grundlegende Bedeutung des Internets für die Geschäftsmodelle der Banken erkannt hat. Darüber hinaus hofft die Noa Bank – meiner Meinung nach zurecht – im Internet eine Zielgruppe zu finden, die besonders offen ist für nachhaltiges, verantwortliches  und transparentes Banking. Gerade im Internet setzt man sich heute an vielen Stellen damit auseinander wie Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur zukünftig funktionieren sollen. Das Internet ist grundsätzlich der Hebel dafür, alles neu oder anders machen zu können. Dies gilt auch für das Banking, wie zum Beispiel auch die Fidor Bank AG beweist.

Das Geschäftsmodell der Noa Bank scheint dabei aber noch stärker in der klassischen Welt verhaftet zu sein. Einen so konsequenten Ansatz wie dem der Fidor Bank AG hält man dort wohl nicht für erfolgsversprechend. Insofern siedelt sich die Noa Bank irgendwo zwischen den klassischen Bankkonzepten einer Genossenschaftsbank und dem Community Banking Ansatz der Ficoba an.

Interessant ist an dieser Stelle auch die Frage: Ob sich nachhaltiges und faires Banking allein durch die Kooperation mit den Kunden ergeben kann? Diese Frage lässt sich aktuell noch nicht beantworten. Wenn man diese Frage bejahen wollte – was ich schön fände – würde man wohl ein entsprechend idealistisches Menschenbild benötigen.

So langsam nähern wir uns dem Mittelpunkt unserer Daseins als digitale Erdenbürger an. Die spannendste Frage ist nicht die, ob die Noa Bank, Fidor, Smavas, und alle anderen aus der konventionell-unkonventionellen Bankenbranche twittern, facebooken oder xingen, und diese Werkzeuge irgendwie an sich dran hängen, zumindest um Pressemitteilungen auch noch darüber zu versenden.

Die Preisfrage ist, wieweit die bis dato gläserne Bankenwelt tatsächlich in dem Sinne „sozial“ wird, dass die mündigen Nutzer in der Lage sind, Bankprodukte mitzugestalten, und sich eigenverantwortlich an der wirtschaftlichen Wertschöpfung in der Ökonomie zu beteiligen. Wenn das keine Revolution ist. Das zu unterstützen, wäre dann die Kernaufgabe von Corporate Social Media. Nicht mehr und nicht weniger. Ob die Welt dadurch besser und gerechter wird, ist (noch) eine andere Frage.

Wer die Banken im Boot hat, der hat das Potenzial vieles zu verändern. Doch der Weg zu mehr Transparenz und Mitbestimmung in der neuen, vielleicht etwas anders getakteten Ökonomie, ist lang und steinig.

Nehmen wir erneut das Beispiel Noa Bank. Das eigentlich Besondere daran und drum herum ist nicht, dass es gewisse Analogien zu anderen Banken wie den Genossenschafts- oder den Ökobanken gibt. Das Wichtigste steht den Noas erst noch bevor: Wenn das Geld der Anleger auf den Tagesgeld- und Festzinskonten eingesammelt worden ist, beginnt die eigentliche Arbeit.

Noa“ bedeutet frei übersetzt „gewöhnlich“, aber nicht im Sinne von trivial, sondern ein kulturell für alle Menschen verbindliches Arrangement, also eine gesamtgesellschaftliche Übereinkunft über die Wertewelt, denen die ganze Gemeinschaft folgen möchte.

Quelle: http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/06/noa-bank-greift-an-wir-sind-alle-opfer-der-grosen-banken/

Wie kann das gehen, nun, es wird in den kommenden Monaten darum gehen, wie die Anlegergemeinschaft selbst – und die Noa Bank als Moderator – die Gelder in den produktiven Geldkreislauf der Wirtschaft einsteuert. 

Im Klartext: Es müssen aussichtsreiche Projekte und Unternehmen von der Community, den Noas, selbst definiert werden. Man könnte den Umgang der Noa Bank mit Social Media deshalb auch als eine Art Mikroökonomie mit Auswirkungen auf makroökonomische Spielregeln definieren, kurzum: Nennen wir’s mal provisorisch Microfinance 2.0. Aber Begriffe sind Schall und Rauch.

Wichtig ist das, was dahinter steckt, nämlich der Versuch, die Geldströme, die vielerorts in generische Spekulationsblasen mündeten, die der Mensch als letzten Rettungsfallschirm in unserem Finanzsystem auffangen musste, wieder zurück in die Realwirtschaft zu holen. Übrigens: Der Mensch ist tatsächlich die systemrelevanteste Komponente, womit wir wieder beim Sinn von Corporate Social Media wären. 

Und hier kommt der „Social Finance Media“ – es braucht eben für jede einzelne Branche eine eigene Begriffswelt – eine komplett neue Rolle zu. Denn sie muss, erneut am Beispiel der Noa Bank erläutert, die Bedürfnisse zwischen Anlegern, Kreditnehmern und der Bank ausbalancieren, strukturieren und ordnen. Denn die Prüfung welches Projekt überhaupt Sinn macht, welcher Kredit in einen der vier Kernbereiche Region, Leben, Planet und Kultur wandert, ist eine Sisyphosarbeit. 

Es ist die Nagelprobe fürs Croudsourcing, fürs Businessweb 2.0, für Social Media – und all die anderen tollen Schlagwörter.  Ob  das klappt – ich weiß es genauso wenig wie die Leser dieses Beitrags.   

Wir sind aber jetzt immerhin schon mal recht nahe am Mittelpunkt der Erde angekommen, die doch keine Scheibe ist, sondern sich fortwährend dreht. Denn um die Bedürfnisse der Nutzer mit den konkreten Chancen und Märkten, aber auch den konzeptionellen Grenzen und Schwächen der Unternehmen zu verdrahten, werden intelligente Werkzeuge gebraucht, und keine schicken Tools ohne Bindung zu den  Kernfunktionen.

Blicken wir also bilanzierend am Beispiel der Noa Bank voraus: Der Clou besteht darin, wie Social Media in Verbindung mit intelligenter Analyse der Geschäftsprozesse dazu beitragen kann, nicht nur die Transparenz oder die Beteiligung der „Crowds“ zu befördern. Sondern: Wie lässt sich der Innovationsprozess und die Produktgestaltung auf den Kopf stellen. Aber nicht in der grauen Theorie, sondern durch harte und sicherlich manchmal auch schmerzhafte Erfahrungen in der Praxis.

Dazu bedarf es einer Social Media, die sich an „aussagefähige“ Analyse- und Prognosesysteme andockt. Dazu bedarf es intelligenter Votingsysteme, die Bedarf und Nachfrage der Stakeholder rund um die Uhr erfassen und ausbalancieren.  Eigentlich doch eine recht komplexe Angelegenheit jenseits des „IT-Buzzwordings“, oder? 

Bei der Noa Bank sollen immerhin die Anleger selbst bestimmen, welche Kredite wie vergeben werden. Der Plattformbetreiber wird natürlich die Bonität prüfen und auch noch ein Auge drauf haben, welche Vorhaben aussichtsreich sind. In der Praxis ist das schwierig, und gerade mit Blick auf die Microfinance 2.0 nicht mit Standardwerkzeugen von der Stange zu lösen. Ob  die Zeit reif dafür ist, dass bis dato vermeintlich relativ „unmündige“ Menschen im Umgang mit Geld, das Kommando auf der Brücke der Wirtschaft übernehmen?

Manch einen wird diese Sisyphos-Aufgabe, den Stein den Berg hinauf zu rollen, sicherlich überfordern. Wir sollten den Menschen aber nicht zu wenig zutrauen, wie die Deutsche Bank Research, wenn sie das Social Lending (da steckt auch Social Media drin) als „Welcome to the Machine“ bezeichnet. Soweit ich weiß, sind auf Plattformen wie Smava doch Menschen unterwegs, die sich dort viel Mühe machen, ihre Kredite auszuhandeln - und keine Roboter, die man eher bei den “Provisionsmaschinen“ der etablierten Bankenwelt findet. Derjenige, der den ersten Stein wirft, übersieht oftmals das Brett vor dem eigenen Kopf. 

Ich bin nicht das Orakel von Delphi und auch nicht Martin Luther, habe aber heute eine ganz interessante Leserpost zu meiner am Wochenende gestarteten Diskussion rund um das „freundliche Bankenmanifest“ erhalten.  Wären dies hier nicht ein wunderbares operationelles Zielgebiet von Corporate Social Media? 

Hans-Florian Hoyer schreibt:

„Übernahme der allzu gefräßigen großen Finanzindustrie durch die niedere menschliche Schwarmintelligenz“ würde ich mal der „höreren Schwarmintelligenz“ vorwerfen.

Ist es nicht gerade die niedere Schwarmintelligenz, die von der Finanzindustrie bedient wurde? Brauchen wir nicht neue Bankkunden, damit es neue Banken geben kann?

Ganz vorne käme (Manifest) dies für meine Gefühlslage nicht schlecht: Ein Gespenst geht um in der Bankenwelt – das Gespenst des informierten Kunden, der alle Folgen seiner Geldanlage über die blanke Verzinsung hinaus kennen will, damit er eine für ihn und die Mitwelt nachhaltige Entscheidung treffen kann.

Do you dream of Jeannie?

Das wäre eine echte Liebesheirat – Geld stiftet via Social Media neben Gier und Zwietracht zur Abwechslung auch mal Freundschaft, oder?

Geschrieben von lochmaier

November 16, 2009 um 10:21

Veröffentlicht in Uncategorized

Regulierungstheater: Prosper.com besorgt sich frisches Kapital

mit einem Kommentar

Der in den letzten Monaten durch staatliche Regulierungsprobleme immer wieder mal in die Schlagzeilen geratene amerikanischen P2P-Kreditbörse Prosper.com gelang es, sich frisches Kapital zu besorgen, und zwar eine Million US-Dollar. Gebraucht wird nochmals derselbe Geldbetrag. 

http://paidcontent.org/article/419-peer-to-peer-lending-site-prosper.com-raising-2-million-in-funding/   

Notwendig wird die aufgestockte Finanzierung der mit rund 40 Mio. US-Dollar an Venture Capital bereits ausgestatteten Plattformbetreibers und Pioniers unter den Peer-to-Peer-Plattformen durch staatliche Richtlinien der obersten Regulierungsbehörde SEC.

Die Regularien und formalen Hinweise sind  hier abgedruckt - Ob es angesichts teurer Rechtsanwälte da für Prosper.com nicht zu hohen Zusatzkosten und Wettbewerbsverzerrungen kommt? Da dürfte sich vor allem einer wie die diebische Elster freuen: Der schärfste US-Wettbewerber: Lendingclub.

Man merke: Nicht alles muss man hierzulande marktschreierisch gleich Eins-zu-Eins von Amerika übernehmen und kopieren. 

Oder ganz leger formuliert: Nicht jeder Schnellschuß ist ein Volltreffer am neuen Bankenmarkt. Der Fall der “New Economy“ lässt grüßen. Nun ruft einer der amerikanischen Vordenker in der neuen digitalen Ökonomie – Umair Haque – ber gleich die „erste drohende „Subprime-Krise bei sozialen Netzwerken“ aus (erhalten via Finance 2.0).

http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/11/facebooks_scam_ads_and_the_loo.html

Irgendwie ist den Amerikanern jedes Mittel recht, um auf sich aufmerksam zu machen. Jener Umair hatte doch immer behauptet, wie die neue Macht des selbstbestimmten Internets die Wirtschaft verändern würde. Was soll’s, das gestrig Gesagte muss ja heute nicht mehr gelten, wenn das neue Pferd heute noch besser reitet. 

Der deutsche Marktführer Smava hat übrigens, was die regulatorische Seite mit den Bundesaufsichtsbehörden (Bafin) angeht, solide vorgearbeitet, deutsche Gründlichkeit und Sorgfältigkeit eben.

Geschrieben von lochmaier

November 14, 2009 um 10:18

Veröffentlicht in Uncategorized

P2P-Kredite: Diskussion zur Studie von DB Research gewinnt Fahrt

mit einem Kommentar

Claus Lehmann von der Plattform P2P-Kredite nimmt dankenswerterweise die Steilvorlage auf, die ich in meiner ersten – weniger inhaltlichen, sondern atmosphärisch gemeinten - Bewertung  zur Studie von DB Research über die Peer-to-Peer-Plattformen wie Smava gestern verfasst habe. Hier nochmals zum Nachlesen:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/12/welcome-to-the-machine-db-research-nimmt-p2p-lending-ins-kreuzfeuer/

Hier der ganze Kommentar von Claus Lehmann dazu:

Wenn ich mir die sachlichen Aussagen auf Seite 1 des Papers anschaue, dann sind dort folgende Punkte

a) Das US Kreditvolumen im P2P Lending ist nur ein Bruchteil der Konsumentenkredite => völlig richtig und wenig überraschend bei einer Kreditform, die in den USA 2006 eingeführt wurde

b) Es gibt (in D) eine hohe Anlegernachfrage. Hohe Nachfrage ist aus meiner Sicht ein Argument für etwas und nicht gegen etwas

c) Anleger tendieren dazu die Risiken zu unterschätzen Dem stimme ich in Bezug auf Smava ebenfalls voll zu. Ist aber nicht prinzipiell ein Argument gegen p2p Kredite

d) die Gruppen bringen nichts. Auch richtig, aber schon seit 2007 ein alter Hut

e) Shift vom individuellen manuellen Bidding zu Portfolio Ansätzen => das zeigt gerade das die produktgestaltung bei P2P Krediten noch relativ am Anfang steht, die Anbieter aber aktiv daran arbeiten um besser auf die (unterschiedlichen) Wünsche der Anleger einzugehen.

f) Zusammenhang zwischen Beschreibungslänge und Ausfallrisiko das ist aus meiner Sicht die wesentliche neue Erkenntnis die das Paper bringt http://www.p2p-kredite.com/deuten-langere-beschreibungen-auf-ein-erhohtes-kreditausfallrisiko-hin_2009.html

Mein Fazit wäre das das Paper wichtige Aspekte stichwortartig gut zusammenfasst und so die Zielgruppe Banker kurz über einige Trends kurz und knackig informiert.

Vom „ins Kreuzfeuer nehmen“ kann ich hier nichts erkennen.

Interessanterweise ist die Deutsche Bank m.E. bisher die einzige deutsche Bank die sich öffentlich mit dem Thema auseinandersetzt und das auch schon länger.

Die anderen Banken ignorieren (zumindest nach außen) das Thema einfach in der Hoffnung es wird schon irgendwann von selbst wieder verschwinden. Das Argument der absoluten Größe und der Nichtrelevanz stimmt zwar Stand heute. Bei Wachstumsraten von z.T. 10-20% pro MONAT kann man aber interessante Berechnungen anstellen, wann es denn relevant wird (siehe vor allem ZOPA UK).

> Soweit der Leserkommentar.

> Im Prinzip sind die von Claus Lehmann angesprochenen Punkte sicherlich richtig und bedenkenswert. Ich selbst habe ja die neuen Modelle durchaus kritisch im Blick, und es geht hier nicht um neue idealtypische Glorifizierungen einer neuen Bankengeneration, die sich natürlich ebenso wie die Alte am Markt beweisen muss. 

Mir geht es aber zunächst noch um etwas anderes: Und zwar um den Aspekt, der Ton macht die Musik, wenn die DB Research mit dem Slogan „Welcome to the Machine“ argumentiert, dann ist das relativ miserables und unter unprofessionellen Maßstäben gesehen, sogar höchst kontraproduktives Marketing. Kurzum: Die undurchsichtige „Geldvermehrungsmachine“ waren (auch) die Banken selbst, mit ihren ziemlich undurchsichtigen Produkten.

Um noch etwas präziser zu werden, damit wir hier nicht von Schwarz-Weiß-Malerei und Klischees reden, sondern von harten und belastbaren Fakten: In einem früheren Weblog-Eintrag habe ich selbst die Beratungsqualität in einer großen Filiale der Deutschen Bank in Berlin getestet. Mein damaliges Fazit, das durchaus dem Motto “Welcome to the Machine“ entspricht, können Sie hier nachlesen:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/03/bild-dir-deine-meinung-wie-serios-sind-bankenrankings/

Warum also im Glashaus sitzend mit Steinen werfen? Warum mit Kanonen auf Spatzen zielen? Da muss doch psychologisch betrachtet ein wahrer Kern dran sein, wenn  man zu solchen Headlines greift, jenseits der technischen Analyse.

Ich weiß, man kann nicht alles verdammen. Aber so schaufeln sich „die“ Banken ihr eigenes Grab. Hätte DB Research die sachlichen Punkte, die Claus Lehmann durchaus richtig adressiert,  in fundierter Weise – auch in der Wahl der Überschriften –  herausgestellt, dann kämen auch die Fakten besser rüber.

So aber bleibt der Eindruck bestehen, dass es sich dabei um ein recht zweigleisiges Schwert handelt: Einerseits soll der Kunde und mündige Bürger ernst genommen werden, gleichzeitig spricht man ihm jegliche Rechte auf Selbstbestimmung ab, indem man die neuen Plattformen als maschinell gesteuerte Wesen darstellt.

Ich halte es da gern mit dem Volksmund: Getroffene Hunde bellen.

Das „Bild der Maschinen“ ist übrigens nebenbei bemerkt eine komplett falsch getaktete sozialhistorische Analyse der Lage der Nation. Hier wäre dringender Veränderungsbedarf in der Außendarstellung für DB Research anzumahnen, auch oder gerade was die Nutzung von Social Media angeht. Ein kleines Getwitter der Bank macht noch keinen deutschen Sommer.

Ich selbst sehe die Debatte übrigens recht gelassen. Der Markt wird es richten. Märkte sind Menschen. Und Menschen sind Gespräche. Mit dieser Auffassung bin ich nicht mal ganz alleine. Dirk Elsner vom Blicklog kommentiert die Studie kurz und trocken so:

Ist ja sehr interessant, dass die Deutsche Bank das Peer-to-Peer-Banking mit Aufmerksamkeit adelt.

Neue Dinge bahnen sich sowieso ihren Lauf. Versuchen wir es zum Abschluß mal etwas undeutsch mit einer Prise Humor. Hier kommt das Wort zum Freitag -ein erfolreicher kabarettistischer Querschlag zur „Scheinheiligkeit gottesfürchtiger Banker“ ist dem Bayerischen Rundfunk mit diesem Video gelungen.  Hier geht es zur „Kraft des Erlöses“:

http://blog.br-online.de/quer/index.php?/quer-Schlaeger-Die-Kraft-des-Erloeses_12112009.html

Und zum Abschluß noch das Original, nicht das Fake – Welcome to the Machine – in der Performance von Pink Floyd – In diesem Sinne – schönes Wochenende an alle Leser:

Geschrieben von lochmaier

November 13, 2009 um 11:27

Veröffentlicht in Uncategorized

Aufruf zum „freundlichen“ Banken-Manifest

mit 3 Kommentaren

„Freundliches Banken-Manifest“: 

Übernahme der allzu gefräßigen großen Finanzindustrie durch die niedere menschliche Schwarmintelligenz

Das „Cluetrain-Manifest“ aus dem Jahr 1999 stellt eine Art Verkehrsregelwerk dar, für eine künftig von den Spielregeln des Internets geprägte Wachstumsökonomie. Es beinhaltet 95 Thesen, die sich in abgewandelter Form auch auf eine reorganisierte Bankenlandschaft beziehen lassen. Hier einige Anstöße zum freien Fortschreiben als Diskussionsgrundlage, auf deren Basis sich alte und neue Spieler in der Bankenlandschaft treffen könnten:

1. Banken und Finanzberater sollten den Kunden nicht nur als Melkkuh betrachten, sondern als Partner auf gleicher Augenhöhe ernst nehmen.

2. Erfolgt der Blickkontakt auf gleicher Augenhöhe nicht, werden immer mehr Menschen ihre traditionellen Bankkonten auflösen und die nur vom eigenen Interesse fern gesteuerten Berater in den Vorruhestand schicken. Parallel dazu wenden sich viele Menschen im Netz anderen Alternativen zu, bei der sie selbst Einfluss nehmen auf die Produkte und Entscheidungsprozesse in einer von Hierarchien befreiten und vom Produktmüll entrümpelten Finanzindustrie.

3. Dem Dialog und der Kommunikation mit den Kunden und zwischen den Kunden kommt dabei jenseits vom reinen Verkaufsinteresse ein eigenständiger Stellenwert zu. Dieser lässt sich nicht nur in monetären Kategorien bemessen, sondern in einer sozialen Extrarendite.

4. Der Kunde und nicht die Bank steht somit im Mittelpunkt jeder zwischenmenschlichen und finanziellen Transaktion. Der Vertrieb und seine Struktur ordnen sich dem Gleichklang aus unternehmerischen, sozialen und ökologischen Zielen unter, die von der Geschäftsführung festgelegt sind.

5. Jede Form der Geld- und Kreditvergabe hat eine soziale Komponente. Jede Transaktion sollte einen gesellschaftlichen Bezug und Nutzwert haben. Der Social Entrepreneur und Social Banker wird vom Außenseiter und abgestempelten Exoten zum angesehenen Normalfall in der Wirtschaft.

6. Vermeintlich exklusives Wissen von Bankmanagern gilt es, von selektiven Marktzugängen zu befreien. Insiderwissen vertieft die soziale Kluft und verteilt den Mehrwert nur nach oben. Experten und Nutzer tauschen ihre Informationen in der Bank der Zukunft direkt und auf Augenhöhe miteinander aus.

7. Die finanzielle Interessengemeinschaft kann in klein- und großteiligen „Facebooks für Banken“ als öffentlicher Gegenpol auf informelle Art und Weise die Banken in ihrem Geschäftsgebaren fortlaufend kontrollieren.

8. Die Gemeinschaft von Kreditnehmern und Geldanlegern trägt durch permanente Rückkoppelung mit den Bankmanagern dazu bei, einen veränderten Blickwinkel auf „systemrelevante Marktmechanismen“ direkt in der Organisationsstruktur zu verankern.

9. Die Gestaltung der Kundenbeziehung jeder Bank soll sich künftig nicht allein auf die Erfüllung monetärer Renditeziele ausrichten.

10. Der vernünftige Umgang mit menschlichen und natürlichen Ressourcen rückt ins Zentrum der globalen Finanzströme. Ansonsten entfernen sich die wichtigen Leitindustrien, zu denen auch die Banken gehören, immer weiter von ihrem eigenen Zukunftsmodell. Direkte Investitionen in die „Realwirtschaft“ wären die Konstante in diesem Transformationsprozess.

11. Soziale Rendite bedeutet verbindliche gesellschaftliche Ziele eine Dynamik des gemeinsamen Handelns festzulegen, die eine Hebelwirkung zur Verhaltensregulierung in der Bankenszene entfalten.

12. Wer zu spät kommt und den gesellschaftlichen Stellenwert von sozialen Medien (Social Media) nicht verstanden hat, den bestraft die Geldbörse.

13. Die Zeit der Alleinherrschaft in gläsernen Bürotürmen der Finanzmetropolen ist vorbei.

14. Der Kunde übernimmt beim Social Banking 2.0 die Regie, er berät sich selbst und hilft anderen auf gleicher Augenhöhe, bessere Entscheidungen zu treffen.

15. Soziale, ökologische und finanzielle Rendite stehen also nicht mehr im direkten Widerspruch, sondern agieren im Gleichklang.

16. Wir werden die Welt retten, müssen es aber nicht (gleich sofort tun).  

17. Jeder Mausklick, mit dem eine Internetbank oder ein Betreiber Geld verdient, sollte für die Nutzer transparent sein, wohin das Geld fließt. Die Community wiederum sollte Austauschbedingungen definieren, um einer „Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität“ in finanziellen Netzwerken vorzubeugen.   

18. Die Bank sind wir.

19. Auch die privaten Daten gehören der Financial Community. 

20. Übrigens: Rendite, Zinsen und Geld sind nicht von vorne herein schlecht und reines Teufelszeug, solange sie mehr als einem Profiteur, der an den Schalthebeln der Macht sitzt, zugute kommen.

21. Kreative, real existierende Menschen und Unternehmer sind das Rückgrat der Wirtschaft und Gesellschaft.

22. Geld sollten wir nur dann abschaffen, wenn uns ein besseres Tausch- und Zahlungsmittel einfällt.

23. ………….Hier könnte Ihr Beitrag stehen!

Hier finden Sie zum Hintergrund dieses Aufrufes weitere Informationen:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/13/freundliches-banken-manifest-ubernahme-der-allzu-gefrasigen-grosen-finanzindustrie-durch-die-niedere-menschliche-schwarmintelligenz/

Geschrieben von lochmaier

November 13, 2009 um 7:53

Veröffentlicht in Uncategorized

„Freundliches Banken-Manifest“: Übernahme der allzu gefräßigen großen Finanzindustrie durch die niedere menschliche Schwarmintelligenz

mit 2 Kommentaren

Wie wäre es mit einer „freundlichen“ Übernahme der Finanzindustrie durch den bislang ohnmächtigen Nutzer – Sicherlich wieder so eine spinnerte Idee von ein paar durchgeknallten Visionären. Aber warum eigentlich nicht. Aus mancher „Schnapsidee“ ist schon ein alltagstaugliches Wechselwählerprogramm geworden.

Die Idee kam mir beim Schreiben einiger Artikel in diesem Blog, weil ich merkte, dass es keinen wirklichen (gesellschaftlichen) Dialog zwischen neuen und alten Banken gibt. Siehe dazu:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/12/welcome-to-the-machine-db-research-nimmt-p2p-lending-ins-kreuzfeuer/

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/02/starker-tobak-finanzberater-expacto-damonisiert-social-banking/

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/04/legoprinzip-blicklog-verdrahtet-alte-und-neue-banken/

http://electrouncle.wordpress.com/2009/11/05/like-love-social-media-changes-everything/

Kritischen Dialog in Gang bringen

Warum also nicht das Rad in der Bankenwirtschaft neu erfinden, und die Geldströme endlich mal in die richtigen Kanäle statt in die Sickergrube zu leiten?

Legen wir doch gleich mal damit los: Mehrere tausend Menschen wollten sich in den letzten Tagen auch über dieses Weblog Social Banking 2.0 informieren – und zwar nicht über mich, sondern über eine neue Bank, die erst vor wenigen Tagen in Deutschland gegründet wurde, die Noa Bank.

Die Leser suchten handfeste Informationen über die Noa Bank, aber auch über den Gründer Francois Jozik. Die seit Montag offiziell präsente Bank startete übrigens zufällig gerade an dem Tag, als die Elite sich am Brandenburger Tor wieder mal selbst  feierte und sich ein Denkmal setzte. Für uns in der niederen menschlichen Schwarmintelligenz angesiedelte Erdenburger blieb nur noch die Statistenrolle:  Wir sind, was nur (ver)folgt.

Reden wir deshalb lieber von der NOA Bank. Mein ausführlicher Artikel dazu findet sich hier.  Francois Nozik, der Gründer der NOA Bank, berichtet von einem großen Interesse, ja fast schon einem kleinen Ansturm von Interessenten: Schon in den ersten vier Tagen  seien über 18.000 Anfragen von Neugierigen herein gekommmen. Die einen nervten die Telefonhotline der Noa Bank mit Fragen, und die anderen wollten berechtigterweise wissen, was sich genau hinter der Bankfassade verbirgt, andere wiederum eröffneten gleich ein Konto.

Mittlerweile stehen auch anderen Spielern wie Smava und Fidor die Türen offen. Man hört sie an, nicht nur in einschlägigen Szenetreffs, sondern in Fachkongressen, bei denen sich das who is who der Branche trifft. Die Financial Times portraitierte erst am Mittwoch die Fidor Bank ausführlich hier. Weitere neue Banken mit einer auf die Kunden zugeschnittenen Philosophie werden sicher folgen.  

Handelt es sich bei dieser neuen Bankengeneration, die beansprucht, sich jenseits von jeglichen Spekulationsblasen zu positionieren, um die nächsten Rattenfänger von Hameln, denen schon wieder ein paar Bankgefrustete anheim fallen? Bleibt das nicht eine kleine geschichtliche Episode – Sicherlich wird die Nagelprobe für die NOA Bank und Co. erst dann kommen, wenn das über Tagesgeldkonten oder Festzinsanlagen eingesammelte Geld produktiv in unternehmerische Projekte reinvestiert werden muss. Community Banking at it’s best – aber die Geldanlage über virtuelle Anlegergemeinschaften ist für die Beteiligten auch ziemlich anstrengend. Es gibt noch viel zu lernen für uns alle.

Also mal abwarten. Aber nicht nur warten „bis Godot kommt“: Das große Interesse der Anleger an kreativen Spielarten der Geldanlage zeigt: Ein gewisser Teil unserer Gesellschaft wäre schon irgendwie bereit, sich selbst zum Herr und Gestalter über die Geldströme in der Wirtschaft aufzuschwingen. Ich höre schon den Chor der Gegenstimmen: Aber die bzw. wir Menschen  sind doch dumm! (Außer einer kleinen Elite, in deren Taschen allzu viele große Scheinchen landen).

Wir sind keine Sozialisten und keine Kapitalisten mehr, sondern Social Entrepreneurs, wie ich versucht habe, in einem Beitrag heute auf Heise Telepolis aufzuzeigen:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31487/1.html

Plakative Klischees bringen uns nicht weiter. Natürlich hat sich die Finanz- und Wirtschaftselite alles hart erarbeitet. Mag sein, aber nicht immer, und vor allem immer öfters wurde vieles erspekuliert statt erkämpft – Also: Vielleicht wird aus einer kleinen Welle, aus der allgemeinen Bewusstseinstrübung des unmündigen Bankmenschen und Bankkunden heraus, irgendwann eine große Bewegung. Man muss nur mehr kleine Steine übers Wasser hüpfen lassen. Und sicherlich kann auch die einschlägige Blogosphäre zu dieser Entwicklung mit dazu beitragen.

Ursprünglich hatte ich das folgende Ideenskript nur für mich selbst gemacht, um mir etwas mehr innere Klarheit darüber zu verschaffen, wie die „Bank der Zukunft“ aussehen könnte, bei der Geldgeber, Kreditnehmer, sprich Kunde, „Bank“ oder Dienstleister sich auf gleicher Augenhöhe befinden. Die Einwände sind stets präsent: Ein Modell natürlich nur fürs „Private Banking“. Da gibt’s kaum Gegenwind, da es einige Bankmanager sowieso nur als zu vernachlässigendes „Peanuts-Geschäft“ ansehen. Die Musik spielt laut den Insidern doch sowieso bei den Merger & Acquisitions, bei Hedge Fonds, und sonstwo, wo längst keiner mehr durchblickt. Da wird doch das große Rad gedreht. Was will denn der kleine Bankkunde da? Wir wollen ja die Welt nicht gleich aus den Angeln heben, oder?

Einige Mahner werden jetzt sicherlich gleich einwenden, nach dem etwas unglücklichen Manifest, in dem einige führende Blogger die Segnungen des Internets im modernen Journalismus verteidigt hatten, wir brauchen jetzt nicht noch einen weiteren kreativen Input, der am Ende nur aus einem Wortschwall besteht, bei dem außer viraler Wichtigtuerei und (un)sinngeschwängerter Kraftmeierei nicht allzu viel rumkommt. Auch im Internet gibt es die Klassengesellschaft, und die Kluft zwischen Arm und Reich fällt dort nicht geringer aus sonst. Darauf antworte ich: Nicht jeder, der Visionen hat, sollte gleich zum Arzt. Vielleicht entsteht mehr daraus, wenn Menschen flügge werden. Join the Venture!

„Freundliches Banken-Manifest“: 

Übernahme der allzu gefräßigen großen Finanzindustrie durch die niedere menschliche Schwarmintelligenz

Das „Cluetrain-Manifest“ aus dem Jahr 1999 stellt eine Art Verkehrsregelwerk dar, für eine künftig von den Spielregeln des Internets geprägte Wachstumsökonomie. Es beinhaltet 95 Thesen, die sich in abgewandelter Form auch auf eine reorganisierte Bankenlandschaft beziehen lassen. Hier einige Anstöße zum freien Fortschreiben als Diskussionsgrundlage, auf deren Basis sich alte und neue Spieler in der Bankenlandschaft treffen könnten:

1. Banken und Finanzberater sollten den Kunden nicht nur als Melkkuh betrachten, sondern als Partner auf gleicher Augenhöhe ernst nehmen.

2. Erfolgt der Blickkontakt auf gleicher Augenhöhe nicht, werden immer mehr Menschen ihre traditionellen Bankkonten auflösen und die nur vom eigenen Interesse fern gesteuerten Berater in den Vorruhestand schicken. Parallel dazu wenden sich viele Menschen im Netz anderen Alternativen zu, bei der sie selbst Einfluss nehmen auf die Produkte und Entscheidungsprozesse in einer von Hierarchien befreiten und vom Produktmüll entrümpelten Finanzindustrie.

3. Dem Dialog und der Kommunikation mit den Kunden und zwischen den Kunden kommt dabei jenseits vom reinen Verkaufsinteresse ein eigenständiger Stellenwert zu. Dieser lässt sich nicht nur in monetären Kategorien bemessen, sondern in einer sozialen Extrarendite.

4. Der Kunde und nicht die Bank steht somit im Mittelpunkt jeder zwischenmenschlichen und finanziellen Transaktion. Der Vertrieb und seine Struktur ordnen sich dem Gleichklang aus unternehmerischen, sozialen und ökologischen Zielen unter, die von der Geschäftsführung festgelegt sind.

5. Jede Form der Geld- und Kreditvergabe hat eine soziale Komponente. Jede Transaktion sollte einen gesellschaftlichen Bezug und Nutzwert haben. Der Social Entrepreneur und Social Banker wird vom Außenseiter und abgestempelten Exoten zum angesehenen Normalfall in der Wirtschaft.

6. Vermeintlich exklusives Wissen von Bankmanagern gilt es, von selektiven Marktzugängen zu befreien. Insiderwissen vertieft die soziale Kluft und verteilt den Mehrwert nur nach oben. Experten und Nutzer tauschen ihre Informationen in der Bank der Zukunft direkt und auf Augenhöhe miteinander aus.

7. Die finanzielle Interessengemeinschaft kann in klein- und großteiligen „Facebooks für Banken“ als öffentlicher Gegenpol auf informelle Art und Weise die Banken in ihrem Geschäftsgebaren fortlaufend kontrollieren.

8. Die Gemeinschaft von Kreditnehmern und Geldanlegern trägt durch permanente Rückkoppelung mit den Bankmanagern dazu bei, einen veränderten Blickwinkel auf „systemrelevante Marktmechanismen“ direkt in der Organisationsstruktur zu verankern.

9. Die Gestaltung der Kundenbeziehung jeder Bank soll sich künftig nicht allein auf die Erfüllung monetärer Renditeziele ausrichten.

10. Der vernünftige Umgang mit menschlichen und natürlichen Ressourcen rückt ins Zentrum der globalen Finanzströme. Ansonsten entfernen sich die wichtigen Leitindustrien, zu denen auch die Banken gehören, immer weiter von ihrem eigenen Zukunftsmodell. Direkte Investitionen in die „Realwirtschaft“ wären die Konstante in diesem Transformationsprozess.

11. Soziale Rendite bedeutet verbindliche gesellschaftliche Ziele eine Dynamik des gemeinsamen Handelns festzulegen, die eine Hebelwirkung zur Verhaltensregulierung in der Bankenszene entfalten.

12. Wer zu spät kommt und den gesellschaftlichen Stellenwert von sozialen Medien (Social Media) nicht verstanden hat, den bestraft die Geldbörse.

13. Die Zeit der Alleinherrschaft in gläsernen Bürotürmen der Finanzmetropolen ist vorbei.

14. Der Kunde übernimmt beim Social Banking 2.0 die Regie, er berät sich selbst und hilft anderen auf gleicher Augenhöhe, bessere Entscheidungen zu treffen.

15. Soziale, ökologische und finanzielle Rendite stehen also nicht mehr im direkten Widerspruch, sondern agieren im Gleichklang.

16. Wir werden die Welt retten, müssen es aber nicht (gleich sofort tun).  

17. Jeder Mausklick, mit dem eine Internetbank oder ein Betreiber Geld verdient, sollte für die Nutzer transparent sein, wohin das Geld fließt. Die Community wiederum sollte Austauschbedingungen definieren, um einer „Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität“ in finanziellen Netzwerken vorzubeugen.   

18. Die Bank sind wir.

19. Auch die privaten Daten gehören der Financial Community. 

20. Übrigens: Rendite, Zinsen und Geld sind nicht von vorne herein schlecht und reines Teufelszeug, solange sie mehr als einem Profiteur, der an den Schalthebeln der Macht sitzt, zugute kommen.

21. Kreative, real existierende Menschen und Unternehmer sind das Rückgrat der Wirtschaft und Gesellschaft.

22. Geld sollten wir nur dann abschaffen, wenn uns ein besseres Tausch- und Zahlungsmittel einfällt.

23. ………….Hier könnte Ihr Beitrag stehen!


Anmerkungen: Ich bin nicht Martin Luther und nagle diese Thesen wie in Stein gemeiselt an die Wand der virtuellen Bankentürme. Wäre ja auch dumm, wenn ich selbst klüger wäre als die Summe der „finanziellen“ Schwarmintelligenz. Es darf also weiter gemeiselt werden.

Die bisherige Gedankensammlung könnte vor allem die positive (aber auch ambivalente) Rolle des Internets bei der Neugestaltung von Banken noch stärker heraus arbeiten (ich weiß, das Netz ist auch kriminell und böse, aber lassen wir das mal in diesem Moment noch etwas beiseite)…

Vieles kann man in der weiteren Gedankensammlung außerdem deutlich präziser die strategische Rolle von Social Media bzw. Web 2.0-Technologien herausarbeiten. Kleiner Richtungsweiser: Zentral sind sicherlich die Aspekte „Transparenz“ und „Selbstbestimmung“, durch die mit Hilfe von Social Media im Zeitalter von Social Banking 2.0 die Nutzer selbst bei der Gestaltung von Bankprodukten mitwirken können, um die Geldströme künftig produktiv und näher am Puls der realen Wirtschaft zu platzieren.

Last but not least die Frage: Ist das „freundliche Banken-Manifest“ nicht mehr als eine „Eintagsfliege“? Das Volk ist und bleibt, was folgt, weil es zu dumm ist, erst recht, wenn es ums Geld geht?

Schließlich lebt die Hochfinanz von den zwei Dritteln der Menschheit ohne Geld und Dach überm Kopf – und von jenen Otto Normalverbrauchern, die entweder als Schuldner ihre Kredite bedienen, oder über ihre billige Arbeitskraft das große Rad der Finanzindustrie am Laufen halten. Ich will nicht orakeln, aber nicht alles muss so bleiben, wie es war.

Deshalb: Beteiligen Sie sich an meinem Aufruf an die „niedere menschliche Schwarmintelligenz“, zur Selbstregulierung der allzu gefräßigen großen Finanzindustrie. Leiten Sie das „freundliche Banken-Manifest“ an möglichst viele weiter. Denn viele Augen sehen mehr als zwei.

Geschrieben von lochmaier

November 13, 2009 um 7:50

Veröffentlicht in Uncategorized

Welcome to the Machine: DB Research nimmt P2P-Lending ins Kreuzfeuer

mit 4 Kommentaren

Mittlerweile kennt fast jeder durch die vielen Presseberichte Zopa, Prosper und die deutsche Variante Smava. Es ist nicht gerade einfach, aus der etwas verklausulierten Studie des Forschungsarms der Deutschen Bank, DB Research, die zentrale Kernbotschaft aus einer gestern veröffentlichten Kurzstudie zum P2P-Lending herauszufilitern.

Hier geht es zur vierseitigen Studie:

http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_EN-PROD/PROD0000000000249961.pdf 

Allein der Obertitel der „Expertise“ deutet schon eine tendenziöse Richtung an:

Deutsche Bank Research - Innovations in P2Plending may put computers over people

„Welcome to the Machine“

Bereits im Jahr 2007 hatte sich DB Research in einer ähnlichen Studie erstmals mit der neuen Klasse von sozial organisierten Mitbewerbern auseinander gesetzt. Damaliger Tenor: So richtig ernst nehmen muss man die Mensch-zu-Mensch-Kreditvergabe sicherlich nicht. Im englischen Fachjargon lautete der Titel damals allerdings etwas moderater: Online P2P-lending nibbles at banks loan business.

Offenbar hat sich durch die Finanzkrise und den drohenden Glaubwürdigkeitsverlust von Banken der Ton erheblich verschärft: Motto: Dem Social Banking Paroli bieten, natürlich bevor es Schule macht und der Anleger allzu flügge wird. Das zeigt der obige Titel mit dem Angstbild der Maschinen ganz deutlich - hat man sich da etwa bei George Orwells Roman 1984 bedient, oder war es nur der konzeptionelle Blindflug durch die ganze Galaxis?

Falsch ist das Gleichnis des „Maschinensturms“ durch kybernetische Wesen a la Terminator Arnold Schwarzenegger allemal, als sich beim P2P-Lending ja definitiv alles um die Kreditvergabe in selbst organsierten und von einem Betreiber lediglich moderierten menschlichen Netzwerken dreht - und nicht um automatisierte Prozesse auf technischer Basis. Also gerade das Gegenteil von „Welcome to the Machine“ > Willkommen beim selbst verwalteten Community Lending und Banking. 

Zweifellos muss man auch jedes neue Geschäftsmodell unter den P2P-Kreditbörsen genau unter die Lupe nehmen. Aber bitte seriös. Die Botschaft hinter dieser „Studie“ mit der seltsamen Überschrift – Welcome to the Machine - ist somit eigentlich recht klar: Vorsicht, liebe Kreditgeber und liebe Kreditnehmer, lasst die Finger von den riskanten Dingern, ihr bekommt euer Geld nicht zurück. Das ist alles viel zu riskant.

Kommt zu uns. Und dann stehen Geldinstitute wie die Deutsche Bank im großen Spalier bereit, die Kunden mit offenen Armen in ihren Filialen zu empfangen. Die Prognose für die Zukunft ist recht simpel gestrickt: Man wird sehen, wer am Markt besser agiert und die „wahren“ Bedürfnisse des Kunden im 21. Jahrhundert kostengünstig aber auch mit kreativen Wachstumsimpulsen „zielgruppengerecht“ mit Hilfe von Social Media bedienen kann.

Geschrieben von lochmaier

November 12, 2009 um 4:45

Veröffentlicht in Uncategorized