Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Fünfte Killerapp: Virtuelle Währungen bringen Farbe ins Spiel

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Parallel zur Ausbreitung und Verschmelzung von mobilen und internetbasierten Bezahlverfahren stellt sich die Frage, ob sich die einzelnen Varianten auch direkt über soziale Netzwerke verbreiten, in denen die Nutzer mit ihren Ideen aktiv sind. Kommt gar so etwas wie das „Facebook-Banking auf der Basis neuer Währungskreisläufe“? Viel Unausgegorenes scheint hier noch im Spiel.

Der dafür prädestinierte Vorreiter wäre natürlich das Netzwerk Facebook, in dem sich bald rund eine Milliarde Menschen registriert haben dürften. Auf einen finanziellen Wert von einer halben Milliarde US-Dollar kalkulieren Experten den über die hauseigene Währungseinheit ‚Facebook Credits’ generierten Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Nun gibt es die Credits zwar (bald) nicht mehr, dafür aber werden sich Zuckerberg & Co. umso mehr den realen und mobilen Bezahlverfahren widmen, so darf vermutet werden. Kurz: In einer sozialen Netzwerkumgebung geht es darum, mehr Farbe ins Spiel, sprich den Geldkreislauf zu bringen. 

Anhand von Facebook funktioniert die virtuelle Bezahlvariante so: Die Nutzer „tauschen“ seit der ersten Testphase anhand des Zahlungsmittels credits mit anderen Nutzern ihre Produkte, wie Spiele, Musik, Bücher und vieles mehr. Die Mitglieder bezahlen die jeweiligen Produkte in der virtuellen Auslage des „Facebook-Geschenkladens“ jedoch nicht in US-Dollar oder in Euro, sondern mit ‚Credits’, die diese gegen Bargeld eingetauscht haben. Man kann sich die Credits bald auch schenken, und direkt in harter Währung bezahlen lassen.

Das Fernziel dürfte eine Art „virtueller Tauschring“ sein, der auf einer Balance zwischen sozialen und monetären Komponenten basiert. Auch technologisch rüstet der soziale Netzwerkbetreiber Facebook weiter auf. Seit drei Jahren können die Nutzer ‚Credits’ auch über mobile Telefone und Applikationen ordern.

Aber: Letztlich stellt dies  für die Betreiber und Gründer der Plattform jedoch vor allem ein Mittel zur Kundenbindung dar, als eine alternative Währungseinheit, die den monetären Kreislauf umgestaltet. Es ist zwar kurzfristig nicht damit zu rechnen, dass IT-Konzerne komplett eigene Bezahlsysteme entwickeln, also eine virtuelle Standardwährung zum realen Cash bereit zu stellen. Vielmehr haben ‚Facebook Credits’ die Wegstrecke zwischen den Entwicklern und Nutzern von zusätzlichen kreativen Webshopelementen (Apps) beschleunigt – und somit deren geschäftliche Interaktion ohne Zwischenstation beflügelt.

Gesellschaftlich gesehen spielt dem Trend ohnehin nicht primär das Bedürfnis nach einer sozial-ökologischen Spielvariante in die Hände, zu der auch Regionalwährungen zu rechnen sind, als vielmehr der allerorts grassierende Spieltrieb via Social Gaming.

Hinzu kommt aber auch die zunehmende Spaltungstendenz zwischen Arm und Reich, die insbesondere aus den unteren und mittleren sozialen Schichten heraus neue Modelle und Bankdienstleistungen bis hin zu den „Banklosen“ hervor bringen wird. Auch hier stellt die USA eine Blaupause für die künftige Entwicklung dar, wenn mobile Bezahlverfahren in den Massenmarkt getrieben werden.

Mehr dazu in meinem Buch, das jenseits von Schwarz-Weiß-Malerei 10 killerapps als disruptives Element im neuen Bankenpuzzle auflistet. Oder: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. 

Die gedruckte Version können Sie hier erwerben: Bank 2.0: Die Killerapp (morebooks) oder direkt hier bei Amazon bestellen. Auf iTunes (optimiert für das iPad) finden Sie das Buch hier.

Written by lochmaier

Juli 29, 2012 um 9:37 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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