Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Sechste Killerapp: Kunden demaskieren schlechte Finanzberater

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Im Internet können Verbraucher alle erdenklichen Produkte vom Urlaubshotel bis zur Toilettenbürste kommentieren. Kann man dem Ganzen überhaupt trauen, wenn bezahlte Agenten manipulierte Einträge anlegen? Im Netz etablieren sich auch Plattformen, auf denen Kunden ihr Urteil über die Qualität von Finanzberatern und –produkten abgeben. Das klingt logisch. Aber kann man die Leistung von Bankberatern überhaupt nach vernünftigen Kriterien bewerten? Denn Finanzvermittler sind selten besser als die Produkte, die sie verkaufen.

Der Handlungsbedarf in der nach wie vor provisionsgesteuerten Finanzbranche scheint groß. Denn nicht mal jedes fünfte Produkt trifft den realen Bedarf des Kunden. Mit diesem Papiertiger klappt es bestimmt nicht: In einem zentralen Register der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind rund 300.000 Berater von Banken und Sparkassen registriert. Nicht vom Gesetz erfasst werden jedoch die so genannten freien Finanzvermittler. Hierfür sollte es ein eigenes gesetzliches Regelwerk geben und die Überwachung sollte durch die Gewerbeaufsichtsämter erfolgen. Das klingt nach viel Bürokratie und noch mehr oberflächlichem Aktionismus. Bietet das Netz dagegen eine wirkliche Lösungsperspektive?

Die Verbraucher suchen online auch anderswo in diversen Finanz- und Börsencommunities nach „fähigen“ Finanzberatern, die Kundenbedürfnisse berücksichtigen und dies mit Hilfe von Bewertungen ihrer Kunden auch belegen können. Allerdings verdichtet sich das Bild erst dann zu einer fundierten Aussage, wenn die Anzahl der Nutzer weiter steigt. Den „idealen“ Bewertungsalgorithmus für Finanzberater zwischen Schwarzbuch und Persilschein wird es deshalb kaum geben. Der Kunde sollte derartige Bewertungen nur als ergänzenden Maßstab heranziehen. Und: Eigene Kompetenz in Geldfragen aufzubauen, um an der einen oder anderen Stelle mal auf den Rat anderer zu verzichten, das kann nie schaden.

Es bleibt somit fraglich, ob die Kundenbewertungen zu den Finanz- und Versicherungsberatern ein wirklich fundiertes Gesamtbild zur inhaltlichen Performance abgeben. Weiche Kriterien wie Freundlichkeit oder Zeitaufwand sind zwar wichtig, aber nicht unbedingt entscheidend. Provokant ausgedrückt wäre so manchem Kunden ein Berater lieber, der unfreundlich ist, aber dafür „reinen Wein“ einschenkt, über seine Provisionen und über die Risiken und Chancen, die in dem liegen, was er gerade mit so eindrucksvollen tollen Charts präsentiert hat.

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Written by lochmaier

August 3, 2012 um 3:28 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Reblogged this on im Zuge der Zeit.

    greich

    August 6, 2012 at 8:50 am


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