Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Vierte Killerapp: Social Media stellt Machtgefüge in Frage

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Das Internet ist kein „Geistheiler“ für schlechte Bankprodukte, die nur provisionsgetrieben sind. Der Clou besteht nicht nur in der Frage, in welcher Weise die sozialen Medien in Verbindung mit einer intelligenten Analyse der Geschäftsprozesse dazu beitragen können, die Transparenz und Beteiligung der „Crowds“ zu befördern.

Mehr noch: Wie lassen sich Innovationsprozess und Produktgestaltung sinnvoll auf den Kopf stellen? Aber nicht in der grauen Theorie, sondern durch harte und schmerzhafte Erfahrungen in der Praxis. Dazu bedarf es einer Social Media Strategie, die sich an „aussagefähige“ Analyse- und Prognosesysteme andockt. Dazu bedarf es intelligenter Votingsysteme, die Bedarf und Nachfrage der Stakeholder rund um die Uhr erfassen und ausbalancieren.

Bald könnten die Anleger selbst (mit) bestimmen, welche Kredite wie vergeben werden. Der Plattformbetreiber wird natürlich die Bonität prüfen und auch noch ein Auge darauf haben, welche Vorhaben aussichtsreich sind. In der Praxis ist das schwierig und nicht mit Werkzeugen von der Stange zu lösen. Der Markt wird es aber schon richten. Märkte sind Menschen. Und Menschen führen Gespräche. Zentral sind die Aspekte „Transparenz“ und „Selbstbestimmung“, durch die mit Hilfe von Social Media im Zeitalter der Bank 2.0 die Nutzer selbst bei der Gestaltung von Bankprodukten mitwirken, um die Geldströme produktiv und nah am Puls der realen Wirtschaft zu platzieren.

Social Media bedeutet ganz banal vom Nutzer erstellte Inhalte, nicht jene von der Bank. Wem vertrauen die Menschen, wie wird das Geld „gewonnen“, wer vermehrt es mit welchen Mitteln? Mehr Glaubwürdigkeit entsteht erst durch Transparenz und aktive Beteiligung, gerade im Bankwesen. Die Bank nimmt den Kunden ernst und kommuniziert auf Augenhöhe.

Social Media ist demzufolge keine Technik, sondern eine permanente Aktion, um die Gespräche zwischen Bank und Kunden auf gleicher Augenhöhe zu unterstützen. Starre Hierarchie wird somit durch einen Geist der zwar nicht immer gleichberechtigten, jedoch moderierten Kooperation abgelöst. Märkte sind Gespräche mit offenem Ausgang. Kommunikation, Austausch von Argumenten, Zuhören.

Das Motto: Überzeugen statt überreden. Und wenn dies nicht gelingt, dann lässt man den Kunden halt wieder von dannen ziehen. Er ist später vielleicht einmal dankbar für mehr Freiheit. Social Media ist deshalb vor allem anderen eine „Partizipationsmaschine“, nur wer Kunden und Mitarbeiter tatsächlich produktiv in die eigene Unternehmensphilosophie einbinden will, der kann die Instrumente auch kreativ nutzen.

Social Media ist kein Glücksbringer, Umsatztreiber oder Kostensenkungsmaschine. Eine wirkungsvoll integrierte Social Media Strategie kann nur auf Vorstandsebene angesiedelt sein und nicht auf operativer mittlerer Ebene beginnen. Andernfalls findet die soziale Mediennutzung nur als inszenierte Kulisse statt, da sie nicht im Innern im Kerngeschäft von Banken verankert ist, sondern an der haltlosen Peripherie, wo die sozialen Medien geist- und seelenlos vor sich hin wabern, ohne produktive Rückkoppelung in die Chefetage.

Und hier steppt der Berliner Bär, ein inspirierendes Musikvideo:

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Written by lochmaier

Juli 22, 2012 um 5:12 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Reblogged this on im Zuge der Zeit.

    greich

    Juli 24, 2012 at 7:36 am


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