Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Mikrofinanzierung: Markt für unternehmerische Kleinkredite boomt

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Die Wirtschaftswoche online berichtet:

Seit Januar fördert das Bundesarbeitsministerium die Vergabe von gewerblichen Kleinstkrediten. Der Andrang bei den Vermittlern der Darlehen ist größer als erwartet. Jetzt werden mit Hochdruck Mikrofinanzierer geschult.

Allein in diesem Jahr will das BMAS 900 Mikrokredite vergeben, das sind bis zu 18 Mio. Euro. Zum Vergleich: Von 2006 bis 2009 vergab die GLS-Bank Kleinstkredite im Wert von drei Mio. Euro. Die Bank arbeitet mit dem Zertifizierungspartner Deutsches Mikrofinanz-Institut (DMI) zusammen. Dort sind bislang nur 17 Mikrofinanzierer akkreditiert.

Link: http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/kleinunternehmer-stuermen-die-anlaufstellen-428749/

Interessant ist auch dieser Passus hier, der den Wandel vom „sozialen Nischenmarkt“ zu einer professionellen (kostenpflichtigen) Dienstleistung unterstreicht: 

Doch die Fondshöhe sei nicht der Grund für den Ansturm. Erstmals erhalten die Mikrofinanzierer für die Vermittlung der Darlehen eine Provision, die sich an den Kredittilgungen bemisst.

Quelle: wiwo.de

Es verwundert derzeit angesichts des nicht immer transparenten Mixes aus Gewinnerzielung, sozialen Motivlagen und öffentlichen Zuschüssen kaum, dass eine rege Diskussion um die Instrumente der Mikrofinanzierung in Gang gekommen ist, deren unterschiedliche, teils auch ideologisierte Aspekte, nachzulesen sind etwa in einem ausführlichen Interview mit dem Filregisseur Peter Strigel in der Süddeutschen Zeitung     (die dort veröffentlichten Videointerviews sind ganz interessant).

Wie erfolgreich und gleichzeitig sozial sind also alternative Finanzierungsinstrumente? Die Frage lässt sich derzeit kaum pauschal beantworten. Fest steht, der Markt scheint zu boomen, mit der Gefahr der Überhitzung. Die FTD beleuchtet hier die Chancen und Risiken:

http://www.ftd.de/karriere-management/management/:mikrofinanzierung-klein-unternehmertum-en-gros/50097228.html

So eine innovative und engagierte Managerin wie Canalda brauchen Mikrofinanzinstitute, sagt WWB-Chefin Mary Ellen Iskenderian. Durch den Einstieg von kommerziellen und institutionellen Fonds sei der Mikrofinanzsektor professioneller geworden. Die Entwicklung gebe aber auch Anlass zu der Sorge, dass die Institute durch den verstärkten Gewinndruck von ihrem Ziel abkommen, den Armen zu helfen. „Es reicht nicht, wenn Mikrofinanzmanager dieselben Führungskompetenzen haben wie die Kollegen in anderen Finanzinstituten“, sagt Iskenderian. „Sie müssen langfristig ergebnisstarke Institute führen und gleichzeitig in der Lage sein, die soziale Mission aufrecht zu erhalten, mit der alles begann.“ Iskenderian sagt, die Branche leide unter einem Mangel an qualifizierten Führungskräften, insbesondere Frauen, die Institute durch diese Zeit schnellen Wandels und Wachstums führen können. Deshalb hat das WWB ein Center for Microfinance Leadership gegründet, das unter anderem Führungskräfteschulungen für Frauen anbietet.
 
Quelle: FTD
Fakt ist, der Trend wird auch in der Europäischen Union weiter Schule machen, berichtet Wall Street online, mit allen Risiken und Nebenwirkungen:
 
Im vergangenen Dezember beschloss die EU-Kommission, ab 2010 sozial benachteiligten Menschen mit Mikrokrediten bei der Existenzgründung zu helfen. Bis 2014 sollen so 100 Millionen Euro an Gründer innerhalb der Europäischen Union fließen. 
 
Quelle: Wallstreet online
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Written by lochmaier

Mai 5, 2010 um 6:40 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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