Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Tatort Marfin Egnatia Bank: Griechisches Drama nimmt seinen Lauf

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Die Schlagzeilen, die heute zur Mittagszeit über die Presseticker laufen, berichten über mehrere Tote in einer griechischen Bank. So berichten mehrere Medien über die tödliche Eskalation der griechischen Massenproteste gegen das nationale Sparprogramm. Es findet aufgrund der Staatsverschuldung damit einen vorläufigen traurigen Höhepunkt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,693155,00.html

http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/politik/Toedliche-Proteste-in-Athen-article857390.html

http://www.ftd.de/politik/international/:massenproteste-gegen-sparpaket-drei-tote-in-brennender-athener-bank/50110369.html

Warum hat es gerade diese „griechische Bank“ am Athener Omonoia-Platz als Schauplatz für einen tragischen Zwischenfall mit mehreren Toten getroffen? Nun ja, die Banken werden von vielen Menschen als problematische Mitverursacher der Krise angesehen, für die jetzt die breite Bevölkerung haften soll. Der heutige Zwischenfall hätte im Prinzip jede Bank treffen können.

Dennoch bleiben Fragen: Hier gibt es eine kurze Einführung auf Wikipedia zur gesamten griechisch-zypriotischen Bankengruppe, deren geschäftliche Aktivitäten bis in zahlreiche östliche Länder hinein reichen – und deren aktueller Stand sich nicht endgültig verifizieren lässt – dennoch gibt dieser Link hier einen ersten Eindruck über das doch recht weit verzweigte Firmengeflecht:

http://en.wikipedia.org/wiki/Marfin_Popular_Bank   

Man werfe aber auch und vor allem einen Blick auf die Homepage der Marfin Egnatia Bank, in deren Filiale sich der tödliche Zwischenfall heute ereignet hat – in einer Pressemitteilung vom März 2010 steht u.a. folgendes drin:

http://www.marfinegnatiabank.gr/MarfinEgnatia/En/Docs/GrafeioTypou/ShowPressRelNew.aspx?RelID=585

The Board of Directors also decided to recommend to the Annual General Meeting, a dividend payment of €0.08 per share in cash. Total dividend represents 40% of the Group’s 2009 net profit, while the dividend yield is expected to reach approximately 4%.

Quelle: Marfin Egnatia Bank

Das Institut verfügt übrigens laut eigenen Angaben über 183 Filialen. Die Börsennotierung ist bereits im ersten Halbjahr schon kräftig abgesackt, ein derartiger Vorfall  wie die heutige griechische Tragödie mit mehreren Toten bei einer Protestdemonstration wird weitere Spuren nicht nur im griechischen Bankwesen hinterlassen.

Für die im Finanzprozess Beteiligten gilt es einerseits kühlen Kopf zu bewahren, andererseits auch die richtigen Lehren aus vielen Fehlentwicklungen zu ziehen, denen mit einem „business as usual“ Ansatz  wohl kaum zu begegnen sein dürfte.

Denn Geld spiegelt auch die Methoden der modernen Kriegsführung wider – letztlich handelt es sich immer um soziale Verteilungskämpfe, und wenn die Schieflage mit Blick auf die arbeitende Mittelschicht zu groß ausfällt, so ist das gesamte System und seine Stabilität auf mittlere Sicht in seinen Grundankern gefährdet.

Das aber ist nun wirklich keine Überraschung angesichts von gravierenden – und strukturell weiter bestehenden – Fehlentwicklungen und Asymmetrien. Es wird Zeit, dass ein neues Zeitalter der Geldverteilung auf Augenhöhe anbricht. Kurzum: Der Kunde sollte mit am Regiepult sitzen, damit das Geld in die produktiven Kanäle von Gesellschaft und Wirtschaft investiert wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Written by lochmaier

Mai 5, 2010 um 2:05 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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