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Open Innovation hält Einzug in die Energiewirtschaft

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David fordert Goliath heraus. Wollen die etablierten Stromkonzerne auch in Zukunft noch ein entscheidendes Wort bei der Stromversorgung mit reden, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich nach außen zu öffnen.

Zunehmend dezentrale und deregulierte Märkte fordern ihren Tribut. In Deutschland kommt der von der Bundesregierung im März 2011 beschlossene Atomausstieg noch erschwerend hinzu. Die vier großen Energieversorger EnBW, Vattenfall, E.ON und RWE sehen sich bereits mit schrumpfenden Unternehmensgewinnen konfrontiert.

Die Stromriesen haben keine Wahl: Es müssen neue Ideen her, um den Margenschwund zu kompensieren. So hat E.ON bereits reagiert. Mit dem Ziel, ihre eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern, haben die Düsseldorfer erst kürzlich einen eigenen Venture Capital Fund aufgelegt, der vornehmlich in junge Unternehmen investiert, die dezentrale und smarte Energielösungen entwickeln und anbieten.

Auch beim Konkurrenten RWE tut sich etwas. Deren Kompetenzzentrum RWE Innogy hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur die gängigen erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Biomasse zu unterstützen, sondern komplett neue Möglichkeiten der Energiegewinnung auszuloten. Um diesem Ziel näher zu kommen, präsentiert sich auch RWE betont offen. Die Essener fungieren als Kapitalgeber für Unternehmen in der Gründungs- und Wachstumsphase und hoffen von deren Ideen zu profitieren.

Der Geist der offenen Kooperation hält auch Einzug bei dem französischen Monopolisten Electricité de France (EDF). Die zentrale Botschaft: EDF stehe mit mehreren hundert Start ups in Kontakt und lote damit neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus.

Durch die neue Offenheit erhofft man sich bei EDF, wichtige Geschäftsfelder in der Greentech-Branche zu erschließen, aber auch interne Veränderungen in der hierarchisch geprägten Unternehmenskultur anzustoßen und zu beschleunigen. Ein bei dem französischen Versorger in Frankreich, den USA und China angesiedeltes Kompetenzteam soll den Wandel durch grenzüberschreitende Kooperationen vorantreiben. Zudem soll sich eine vom Stromriesen gemeinsam mit weiteren Partnern neu gegründete Investmentgesellschaft um die Finanzierung viel versprechender Projekte kümmern.

Fazit: Die großen Energieversorger sehen sich nicht nur hierzulande angesichts veränderter gesellschaftlicher Rahmen- und Marktbedingungen mit Herausforderungen konfrontiert, die neue Wege erfordern. Der Anfang scheint gemacht. Die Energiekonzerne öffnen sich nach außen, eruieren Möglichkeiten der Zusammenarbeit, sie investieren in grüne Start ups und versuchen, externe Innovationspotentiale zu wecken und strategisch zu nutzen.

Die großen Spieler aus der Energiewirtschaft folgen damit dem von Henry Chesbrough entwickelten Konzept der „Offenen Innovation“, das auf einem einfachen Leitgedanken fußt: Letztlich profitiere ein Unternehmen durch die Öffnung nach außen stärker, als wenn es an der intellektuellen Abschottung festhalte. Den Stromriesen und grünen Start ups mag es zum Vorteil gereichen.

Written by lochmaier

August 25, 2013 um 8:06 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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