Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bewegtes Bild im Vormarsch

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Vom Wachstumsmarkt rund um Videoformate können Unternehmen profitieren. Gefragt ist dabei eine qualitativ hochwertige Mehrkanal-Markenstrategie, um sich mit kreativen Ideen vom Wettbewerb abzuheben.Wie Banken mit den Chancen und Herausforderungen umgehen, ist noch offen.

Erster Teil: Einführung – Trends und Nutzerverhalten

Nicht-lineares Fernsehen im Kommen

Das Fernsehen findet nicht mehr im Wohnzimmer statt, sondern überall. Wie sich das Nutzerverhalten der Couch-Potatoes ändert und welche Konsequenzen dies für Unternehmen nach sich zieht:

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind in Deutschland im Jahr 2012 mehr als 19 Millionen mobile Endgeräte (Smartphones) verkauft worden. Andere Zahlen liegen noch höher. Jeder zweite Deutsche dürfte mittlerweile ein Smartphone zu seinem Besitz zählen. Das Gros dieser Geräte verfügt auch über einen Internet-Zugang. Seit der Markteinführung im Jahre 2009 ist aber auch die Zahl der internetfähigen Fernsehgeräte auf rund 10 Millionen angewachsen.

Die Folge dieses Trends ist ein gravierender Wandel im Nutzerverhalten: Denn sich von unterwegs mal ein Video im Netz anzuschauen, dies stellt heute technisch gesehen keine große Zugangsbarriere mehr dar. Fest steht: Mit der digitalen Welt ändert sich auch das Verbraucherverhalten, denn bewegte Bilder spielen in diesem Zusammenhang eine immer größere Rolle. Die Videoplattform Youtube ist dabei nur eine unter zahlreichen Plattformen, um von unterwegs kleine Bild- und Tonsequenzen zu konsumieren.

Infolgedessen dürfte es schon in wenigen Jahren zum technischen Standard gehören, das Programm entweder über das Zweitgerät oder direkt über den Fernsehbildschirm zu kommentieren, entweder über Touchscreen, Maustastatur oder Fernbedienung. Gekennzeichnet ist der Trend in Richtung Social TV durch eine stärkere Individualisierung des Kommunikationsverhaltens, wodurch der Nutzer sich aktiv in ein gerade laufendes Programm einbringt.

Damit gemeint ist das Anschauen eines Videos oder einer Fernsehsendung, die der Nutzer parallel und direkt via Smartphone oder Mini-PC über die sozialen Medien kommentieren kann. Von Manchen immer noch als kurzlebige Modewelle abgetan, hat sich mittlerweile das Bewerten und Diskutieren insbesondere von populären Fernsehsendungen sowohl bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als auch den Privatmedien etabliert.

Erstaunlicherweise greift der Trend, das laufende Fernsehprogramm meist über das Smartphone zu kommentieren, nicht nur bei Casting-Shows oder großen Sportveranstaltungen. Die Zuschauer kommentieren darüber hinaus auch Bildungsprogramme und das aktuelle Zeitgeschehen, allerdings zahlenmäßig deutlich reduziert gegenüber populären Massenformaten.

Technisch gesehen existieren hier ohnehin keine nennenswerten Zugangsbarrieren mehr. Der Nutzer installiert dazu meist ein kleines maßgeschneidertes Zusatzprogramm (App) auf dem Zweitgerät, also seinem Smartphone, mit dessen Hilfe er dann chatten, kommentieren und sich direkt mit anderen Diskutanten zum Geschehen vernetzen kann. Überdies greifen die bislang durch technologische Limits begrenzten Fernsehkonsumenten auch aktuelle Nachrichten auf. Oder die Nutzer unterhalten sich in Kurzform über kontroverse Themen von allgemeinem Interesse.

Dabei unterscheiden die Medienforscher von Goldmedia zwei unterschiedliche Nutzertypologien. Erstens, der „Infotyp“, der Informationen aktiv und kontinuierlich über seine sozialen Medienkanäle beziehungsweise individuellen Netzwerke weiter verbreitet. Zweitens, der „Entertainment-Typ“, der konkrete Veranstaltungen und Ereignisse kommentiert und diese meist plakativ, also in stark subjektiver Art und Weise bewertet.

Vielfältige Motive der Nutzer

Die Marktforscher von Goldmedia haben auch die Beweggründe der Nutzer unter die Lupe genommen. Zum einen sei es der allgemeine Wunsch nach Aufmerksamkeit, der die Fernsehzuschauer dazu bringe, aktiv ins Geschehen einzugreifen. Zum zweiten lasse sich, basierend auf der „Theorie des sozialen Abwärtsvergleichs“, mit entsprechenden Kommentaren und Vergleichen das eigene Selbstwertgefühl steigern.

Aber auch die verstärkte Diskussionsbereitschaft spiele im „Social TV“ eine Rolle. Denn die Nutzer halten nach weiterführenden Informationen zum Fernsehprogramm Ausschau, sie analysieren das Gesehene und diskutieren es mit anderen Online-Nutzern. Ein weiteres Motiv ist der Wunsch, die gezeigten TV-Inhalte unmittelbar beeinflussen und mitbestimmen zu können.

Und schließlich spielt laut Goldmedia auch der Aspekt der Neugier eine Rolle, wobei das Gros der Fernsehkonsumenten an dem allgemeinen „Klatsch und Tratsch“ teilhaben möchte. In der Art der Nutzung zeigen sich laut den Marktforschern bei den verschiedenen Social TV-Plattformen gewisse Präferenzen aus Nutzersicht.

Als Anlaufstelle fungieren hier zum einen die Internetseiten der öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten, die entsprechende Kommentarfunktionen bereit stellen. Intensiv genutzt wird aber auch das bekannteste soziale Netzwerk Facebook, sowohl zum laufenden Programm, aber auch unmittelbar davor und danach.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter, der in Deutschland rund vier Millionen Mitglieder aufweist, verhält sich der Zuspruch je nach Genre unterschiedlich. Während die Zuschauer von Nachrichtensendungen weniger Programm begleitend twittern, sind die Zuschauer von Unterhaltungsprogrammen insbesondere begleitend zur Sendung aktiv.

Parallel dazu haben sich hoch spezialisierte Dienste für das Social TV herausgebildet, wie Couchfunk oder Zapitano. Diese offerieren so genannte Over the Top-Dienste (OTT), also maßgeschneiderte Lösungen beziehungsweise Zusatzprogramme (Apps), speziell für die Nutzung auf dem kleineren Zweitgerät (Second Screen). Die Mitglieder erhalten dort auch Mehrwertdienste wie Hintergrundinformationen und weitere Bewertungsoptionen.

Written by lochmaier

Juni 3, 2013 um 7:28 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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