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Grünes Crowdfunding: Geld gegen (hoffentlich) sonnige Rendite

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 Green Crowdfunding – Teil II – Energiewende erhält Rückenwind

Warum nicht gemeinsam spannende Umweltprojekte über das Internet finanzieren.

Die Ampeln stehen zweifellos vielerorts auf grün, wenngleich die meisten CO2-Verursacher immer noch grau oder schwarz angemalt sind. Laut Gründungsmonitor vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit in Berlin nutzen vor allem Gründer die wirtschaftlichen Chancen bei der Green Economy, vor allem im sonnigen Kalifornien. Viele der untersuchten Inkubatoren zwischen San Francisco und Los Angeles fördern gezielt Gründungen in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Klimaschutz.

Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zahl der grünen Startups: In einigen Zentren dominieren laut Borderstep die „grünen“ Gründer bereits die Szenerie, indem sie mehr als die Hälfte der Unternehmen stellen. Der grün angehauchte Ideenpark Silicon Valley ist also alles andere als eine bloße Fiktion, wenngleich sich nicht jeder den ökologischen Luxus im Alltag leisten kann, zum Beispiel indem er sich ein teures Elektrofahrzeug leistet.

Warum aber in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt. Mittlerweile haben sich auch in Deutschland eine Reihe von Internet-Plattformen wie Sunnycrowd, Greenvesting, leihdeinerumweltgeld, crowdener.gy und bettervest etabliert. Offenbar sind mittlerweile auch private Investoren willens, sich aktiv an der Finanzierung der Energiewende zu beteiligen. Sich aktiv mit anderen Protagonisten via Internet zu vernetzen, lautet das Gebot der Stunde.

Für spannende neue Umweltideen gibt es Geld, und das Crowdfunding-Modell scheint sich hier neben den klassischen Energiegenossenschaften als weitere Schnittstelle zwischen Anbieter und privaten Investor zu etablieren.

Im Klartext: Die besten Umweltkonzepte finden künftig nicht nur bei Banken und Investoren neue Geldgeber, sondern auch breite Unterstützung im Netz, sofern die Internetgemeinde diese als aussichtsreich und attraktiv erachtet. Beim Crowdfunding kommt dabei in der Regel eine größere Zahl von Nutzern (= Crowd) zusammen, um sinnvolle Projekte in diesem Fall mit Hilfe eines Kredites oder einer anderen Beteiligungsform gegen eine konkrete Renditeerwartung zu unterstützen (= funding, investing).

Der Mehrwert der Crowdfunding-Plattformen ist laut Crowdfunding-Spezialist Seedmatch der einheitliche und transparente Zugang zu den Angeboten. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Ein schickes Projektvideo im Netz allein reicht nicht aus. Die Idee sollte möglichst ausgereift sein, also ein bereits fertiges Produkt bzw. eine klar erkennbare Dienstleistung vorliegen. Denn nicht jedes Projekt eignet sich für das Crowdfunding von Umweltprojekten.

In der Tat sind sowohl rechtlich als auch strukturell einige gravierende Besonderheiten zu bedenken. Das Modell ist generell nicht mit dem einer Genossenschaft zu vergleichen. Denn beim Crowdfunding wird in der Regel für ein bestimmtes Projekt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Kapital eingesammelt, um sodann das Vorhaben zu finanzieren. Bei einer Genossenschaft gründen die Initiatoren hingegen ein Unternehmen.

Mit diesem gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb werden laut Aussage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) dauerhaft für die Mitglieder Leistungen erbracht. Die Motivation der Beteiligten kann also bei einer Genossenschaft deutlich weiter reichen, als die rein gemeinschaftliche Finanzierung eines neuen Projektes mit einer klar definierten Renditeabsicht. Trotz der grundsätzlichen Unterschiede, beide Modelle können sinnvoll sein. Im Idealfall ergänzen sie sich sogar produktiv.

Als Vorreiter für die Kapitalspritze zur Bürgerenergiewende via Crowdfunding dienen Plattformen in Großbritannien und den USA, wie Abundance Generation oder Solar Mosaic. Beispiel Abundance Generation: Dort investieren Bürger kleine Beträge unter staatlicher Kontrolle der Financial Services Authority (FSA) in Wind- oder Solarprojekte. Die Rendite über eine Laufzeit von 20 Jahren liegt zwischen sechs und acht Prozent. Somit lässt sich bilanzieren: Eine neue Innovationswelle im grünen Sektor durch die Startup-Szene reift heran. Rückenwind erhält diese unter anderem durch das Crowdfunding.

Übrigens: Laut einem Forschungsbericht des Branchenanalysten Bloomberg New Energy Finance „Extraordinary popular solution: funding from crowds“ (Juli 2012) stellt die neue Investitionskategorie Crowdfunding im Umweltsektor mit durchschnittlichen Renditen von fünf bis neun Prozent mittlerweile auch für die Finanzbranche ein ernst zu nehmendes Phänomen beziehungsweise neues Marktsegment dar.

Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Banken und andere Akteure im Bereich von Venture Capital auf diesen Innovationszug aufspringen. Auf der anderen Seite wird die erste Euphoriewelle spätestens dann wieder abflachen, wenn das erste Projekt gescheiter ist. Die Entwicklung wird dies aber kaum aufhalten, sonder nur die weitere Professionalisierung der Akteure voran treiben.

Written by lochmaier

April 22, 2013 um 7:08 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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