Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Beuys für Jedermann: Wie die Deutsche Bank ihr Image poliert

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Die Analogie zu Brecht und anderen Größen des Deutschen Theaters liegt nahe: Irgendwas mit „Jedermann“ zu unternehmen, gemeinsam mit dem Bürger, ist plötzlich ein Modetrend. Siehe mein vorheriger Beitrag zum „Jedermann TV“. Nun versucht die Deutsche Bank aus den negativen Schlagzeilen mit Hilfe der Kunst herauszukommen. Das neue Werbevehikel: Die Kunsthalle im neuen Museum in Berlin. Dort stellen derzeit nicht hochrangige Künstler ihre Exponate aus, sondern Bürger. Die Resonanz fiel überraschend groß aus.

Zunächst einmal gilt es zwei Dinge gerade zu rücken. Erstens: Jeder Mensch ist ein Künstler, diese simple Weisheit wusste schon der Performance-Künstler Joseph Beuys geschickt auszunutzen. Zweitens: Banken betreiben seit Jahrhunderten Kunstsammlungen und agieren als Mäzene, Spender und Stifter. Beides also nichts Ungewöhnliches.

Ungewöhnlich ist nur das neue Umfeld der Kunst in Berlin, das Anfang dieser Woche gestartet ist. Denn die Deutsche Bank macht in Kunst für alle. Zu sehen in der Kunsthalle Unter den Linden in der Haupstadt. Über den Facebook-Auftritt der Deutschen Bank erhält man den aktuellen Status. Dies führt zu der Frage, entmachtet Kunst auch die Macht, dort wo sie nicht angemessen ausgeübt wird?

Titelbild

Bevor man sich solch schwer verdaulichen philosophischen Fragen zuwendet, sollte man zunächst die Leserkommentare studieren, die Jedermann-Künstler, Betrachter und Besucher beim Besuch der Bürgerkunstausstellung abgeben. Es gibt einige kritische Kommentare (zahlt den Bürgerkünstlern doch etwas für ihre Kunstwerke, oder: Alles nur Show und Imagekosmetik). Überwiegend aber fällt die Resonanz der Besucher auf die Aktion positiv aus.

Die Medienresonanz fällt ebenso gut aus. Dies erweckt fast den Eindruck, wir hätten es hier mit einer ganz anderen Bank zu tun, einer Art Sparkasse oder Volksbank, die sich plötzlich um die Menschen und die Realwirtschaft kümmert, als irgendwelchen waghalsigen Manipulationen des Libor-Zinssatzes oder sonstigen windigen Geschäften nachzugehen.

Natürlich, um auch dies gerade zu rücken, besteht die Bankenwelt nicht nur aus Schwarz- und Weiß, sondern aus vielen Kontrasten dazwischen. Die Deutsche Bank wird aber auch weiterhin die Gemüter entzweien, solange sie die Zeichen der Zeit noch nicht vollständig erkannt hat. Denn die Bankfiliale selbst sollte zum kulturellen und kommunikativen Versammlungsort werden, will sie jenseits vom Geldautomaten eine Überlebenschance haben.

Im vergangenen Jahr habe ich in meinem Beitrag…

Q 110: Die Zukunft der Bankfiliale? 11 Fragen und 0 Antworten

… die Defizite einer innovationsgetriebenen, aber völlig blutleeren Filialumgebung bereits thematisiert.  

Und damit bin ich bei meiner neuen Kunstaktion, in dem der „Jedermannperformer“ hoffentlich schon bald mitwirken darf: 

Bürgerkünstler, Gestaltet die tolle Vorzeigefiliale der Deutschen Bank, die Q 110 um. Der Hauptpreis: Eine Million Euro (alternativ 2 Millionen D-Mark).

Lesen Sie dazu meinen nun folgenden, offenen Brief an die Kunstmäzene der Deutschen Bank in den heiligen Glashallen von Mainhatten.

Written by lochmaier

April 10, 2013 um 8:06 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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