Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Offshore-Leaks: Die gemeinsame Recherche kommt ins Rollen

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Der öffentliche Aufschrei ist riesig, wieder einmal sind groß angelegte Offshore-Steueroasen entdeckt worden. Dabei ist das nun wirklich keine Neuigkeit. Nur das Ausmaß scheint viele immer noch zu erschrecken. Und: In Deutschland gibt es leider immer noch kein gut recherchiertes Grundlagenwerk zu dieser Thematik.

Vielleicht wäre dies ein Job für einen versierten Finanzblogger. Wer sich dafür weniger geschäumt als gerührt interessiert, dem empfehle ich die britische Publikation – leider nicht auf Deutsch erhältlich –  von Nicholas Shaxson: Treasure Islands (Tax havens and the men who stole the world). Der Journalist beschreibt, dass wir uns derartige Exzesse und unkontrollierten „Geldparadiese“ nicht mehr leisten können, will die Menschheit ihre Zukunftsaufgaben bewältigen.

Spannend ist in diesem Zusammenhang noch etwas anderes, wie sich der „kollaborative Journalismus“ neu erfindet, oder besser gesagt, wie er einen deutlichen Innovationsschub auf internationaler Ebene erhält. Oder: Wie 86 Journalisten in 46 Ländern miteinander kooperieren, oder kooperiert haben sollen, ist nachzulesen auf den Internetseiten von Niemanlab, einer in Harvard angesiedelten Denkfabrik zur Zukunft des Journalismus.

Bringen wir die Dinge aber einmal jenseits der aufgeregten Mediendebatte zwischen Schwarz-Weiß-Malerei auf den Punkt. Es gibt viele unerkannten „Offshore-Paradiese“ der Geldverschwendung und Fehllenkung – und mittlerweile ebenso viele „Leaks“, weil immer mehr das große Spiel nicht mehr mitspielen wollen. Manche wollen natürlich auch am Ausstieg und dem Datenverkauf fürstlich verdienen. 

Statt nunmehr der großen Mediendiskussion artig zu folgen, sollten sich die „Verbraucher“ lieber fragen, in welcher Weise sie ein Bestandteil dieses weit verzweigten Systems sind. Denn „Schattenbanken“ (ein Synonym für Steuerparadiese) sind überall, auch in und hinter den Staatskassen. Es ist also schwierig zu beurteilen, vor wem man sich mehr fürchten soll, vor dem ungebremsten sozialistischen Eingriff in fremdes Eigentum, oder vor dem sogenannten „Raubtier- und Casinojournalismus“.

Meine Antwort lautet: Beide Extreme können gleich gefährlich sein. Schattenbanken gilt es ebenso aufzuspüren und konsequent zu bekämpfen, da wir sie uns als ganze Gesellschaft ebenso wenig  leisten können, wie eine ausufernde Versorgungs- und Anspruchsmentalität, die immer nur mit dem Finger auf andere zeigt, um diese anschließlich in die kollektive Haftung zu nehmen.

Mich selbst hat die bisher in den Medien zu beobachtende grobschnitzige Aufarbeitung des Themas übrigens schon vor Jahren so gelangweilt, dass ich das Thema vor einem Jahr in einen  „Hackerroman“ mit dem Titel Schattenbanken verarbeitet habe -, indem ich alte und neue Geschäftsmodelle von Banken inklusive des technologisch-sozialen Paradigmenwandels miteinander konfrontiert habe.

Denn ich beschäftige mich viel lieber produktiv mit der Zukunft der Bankenwelt, als in ihrer aus dem Ruder gelaufenen Vergangenheit weiter herum zu stochern. Wer meine 10 killerapps  in der „Bank 2.0“ als einzelne Puzzleteile zu einem größeren Ganzen zusammen fügt, der erkennt die Richtung des nächsten Innovationsschubes.

Kurz: Das Phänomen „Offshore leaks“ betrifft die ganze Gesellschaft und nicht nur einzelne Gruppen. Parallel dazu wäre der Aktionsradius findiger Finanzjongleure radikal zu begrenzen, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten. 

Wer sich das kleine Werk zu Gemüte führen will, findet mehr Infos auf meiner Unterseite zu den Schattenbanken. Und in einem längeren einleitenden Textauszug liefere ich dann auch eine breiter gefasste Definition, was ich unter Schattenbanken verstehe, um die Diskussion jenseits der üblichen kurzlebigen Aufreger anzufachen.

Was also sind Schattenbanken? Die Staatengemeinschaft, Finanzindustrie? Steueroasen – oder der Bürger als der letzte auszuhebelnde menschliche Rettungsschirm?  Zum Download einschließlich einer 20-seitigen Leseprobe geht es hier: 

Schattenbanken (pdf-Format)

Written by lochmaier

April 5, 2013 um 7:45 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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