Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Code_n: Blick hinter die menschliche Start-up-Maschinerie

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Am Freitag habe ich mir fast einen Tag die Zeit genommen, auf der Cebit durch die Halle 16 zu navigieren. 50 Start ups aus Deutschland, aber auch anderen Ländern präsentierten sich dort. Atmosphärisch schon geht es dort anders zu. Die Lichtüberblendungen und der Lärmpegel halten sich dort (fast) in Grenzen. Man kann durchatmen.

... Wenn jetzt die Deckenbeleuchtung noch aus Energiesparlampen besten würde ....

… Wenn jetzt die Deckenbeleuchtung noch aus Energiesparlampen bestehen würde ….

… Und sich Zeit für Gespräche nehmen. Das habe ich getan. Eine ganze Reihe von spannenden Start ups aus der Greentech-Branche haben sich präsentiert. Ich selbst habe mich vor allem auf das Thema Crowdfunding der Bürgerenergiewende fokussiert. Wie denn? Was soll das denn sein? Regelmäßige Leser meines Blogs ahnen es, dem Rest empfehle ich ein bisschen Recherchegeist über mein Archiv.

So habe ich neben Seedmatch, die ein Live-Crowdfunding durchgeführt haben, unter anderem mit bettervest gesprochen, einer Crowdfunding-Plattform im Bereich der Energieeffizienz, wo es bekanntlich nicht nur in Deutschland viel heraus zu holen gibt. Wenn jeder von uns nur ein Drittel Energie sparen würde, so bräuchten wir auch deutlich weniger neue Stromtrassen und neue Großkraftwerke, erklärte mir etwa Patrick Mijnals von Bettervest.

Bettervest arbeitet an einem "Contracting-Modell" für jedermann. Patrick Mijnals (links): 30 Prozent weniger Energieverbrauch sind fast überall machbar"

Bettervest arbeitet an einem „Contracting-Modell“ für jedermann. Patrick Mijnals (links): 30 Prozent weniger Energieverbrauch sind fast überall machbar“

Vertreten war auch Sunnycrowd, denn vor allem im Bereich der dezentralen Solaranlagen scheint das Crowdfunding-Prinzip zur Energiewwende Sinn zu machen. Weitere Plattformen sind in Deutschland am Start, worüber ich die kommenden Monate immer wieder berichten werde. Da entsteht auch in finanzieller Hinsicht eine Art von Ökotop, das jedoch nicht nur von den „Lohas“ allein gespeist werden sollte.

Auch professionelle  Akteure lassen sich mittlerweile blicken und erkennen die Chancen. Überhaupt, die deutsche Startup-Maschinerie scheint sich zu beschleunigen, seitdem Scheitern plötzlich wieder „in“ ist. Es könnte ja was noch Besseres nachkommen, betonten auch die politischen Amtsträger unisono, wie Philipp Rösler, Angela Merkel, Peer Steinbrück, die leider noch nie selbst ein Unternehmen gegründet haben.

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (erste Reihe mittig) ließ sich kurz  den Code_n für Deutschlands Energiewende zeigen

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (erste Reihe mittig) ließ sich kurz den Code_n für Deutschlands Energiewende zeigen

Fazit: Noch immer ist die „Kultur des Scheiterns“ hierzulande stärker als die Kultur des mutigen Entwickelns. Selbst schuld, wer kein Beamter wird. Aber die Code_n Area auf der Cebit hat Maßstäbe gesetzt, als Kontrast zu dem üblichen stickigen Messehallen-Ambiente. In welcher Form das Veranstaltungsformat eine Zukunft hat, wissen die Macher, allen voran der Initiator GFT Technologies, derzeit noch nicht. Aber die Strahlkraft war kaum zu übersehen, obwohl es auch kritische Stimmen gab. Sicherlich, es gibt neben solchen Medienspotlights jede Menge anderer spannender Jungunternehmen.   

Aber es braucht auch gemeinsame Dachmarken und Präsentationsflächen wie eben Code_n. Neben der Industrie könnten sich ja auch die Banken mal produktiv einklinken und aus ihrem geistigen Elfenbeinturm ausbrechen, um sich in die Niederungen der menschlichen Schwarmintelligenz hinein zu begeben. Im kreativen „Chaos“ entsteht bekanntlich Neues, was der gestiegene Stellenwert von kleinen, wendigen, flexiblen Kreuzern (= Start ups) verdeutlicht. Die Zeit, in der nur die großen Schlachttanker den Ton angeben, scheint nun wirklich fast vorbei, oder?  

3D-Drucker waren ein großer Renner in Halle 17. Der Makerbot Replicator II zeigt, wie der Kunde bei Innovationen und Produkten selbst die Regie führt. Fotos: Lothar Lochmaier

3D-Drucker waren ein großer Renner in Halle 17. Der Makerbot Replicator II zeigt, wie der Kunde bei Innovationen und Produkten selbst die Regie führt. Fotos: Lothar Lochmaier

Written by lochmaier

März 10, 2013 um 11:03 am

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