Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Jim Rogers: Die Wallstreet ist auch nur eine Straße

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… Stimmt eigentlich. Die obige Überschrift hat die Investmentlegende, ein etwas abgedroschenes Schlagwort – Jim Rogers – tatsächlich ernst gemeint. Er hat ein mittlerweile auch auf Deutsch erhältliches neues Werk vorgelegt. Darin sieht er China und Asien als das neue Epizentrum nicht nur in der Finanzwelt. Amerika und Europa seien dagegen auf dem absteigenden Ast.

Darüber kann man sicherlich trefflich streiten. Aber der Befund stimmt schon irgendwie. Wenn selbst die älteste Bank der Welt – die Monte dei Paschi in Italien am Rand des Abgrunds steht, und deren Kommunikationschef offenbar Selbstmord begangen hat, dann sieht man, dass die Welt reichlich aus den Fugen geraten ist.

Was für den einen oder anderen aber vielleicht noch wichtiger ist, als über das postkapitalistische Zeitalter zu philosophieren, ist, dass der Ex-Gründer (mit George Soros) vom Quantum Hedge Fonds interessante Tipps gibt, wie man sein Geld erfolgreich anlegen kann. Aber nicht mit ein paar Mausklicks und dem ultimativen Börsenkracher, sondern indem man hart an seinen eigenen Fähigkeiten arbeitet.

Wohl gemerkt: Denn hier geht es nicht um den nächsten heißen Börsentipp, der sich später als Luftblase entpuppt, sondern darum, wie der Anleger selbstständig zu seiner eigenen Investmentstrategie finden kann. Was der eigentliche Grund ist, hier auf diesem Weblog Social Banking 2.0, bei dem der Kunde bekanntlich die Regie führt, über diese Buchneuerscheinung kurz zu berichten.

Bald wird Jim Rogers mit seinem Werk „Auch die Wallstreet ist nur eine Straße“ auch durch Deutschland touren. Klappern gehört eben auch zum Handwerk. Spannend finde ich auf den knapp 250 Seiten den roten Faden im gesamten Lebenslauf, der nicht dem Mainstream gefolgt ist: Den Schmalspur-Ökonomen und fortschrittsgläubigen BWL-Versatzstücken, die seit der Finanzkrise zum Auslaufmodell geworden sind, oder doch nicht ganz?

Jim Rogers springt aber auch mit anderen vermeintlichen auserwählten Gurus hart ins Gericht, so etwa bei den mit einem lebenslangen „üppigen Grundeinkommen“ ausgestatteten Professoren an den Eliteuniversitäten. Im gläsernen Elfenbeiturm fällt es leicht, über andere herzuziehen. Überhaupt, er sieht nicht nur die Wall Street und die USA auf dem absteigenden Ast, das ganze hoch verschuldete Bildungsmodell von Harvard & Co. werde irgendwann kollaborieren.

Natürlich soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass auch Rogers Lebenslauf die eine oder andere Unklarheit aufwirft. Wer viel verdient hat im Bereich von Hedge Fonds, an dem bleibt auch rechtlich gesehen einiges an Vorwürfen kleben (z.B. Quantum und Refco). Darüber kann und sollte der Leser sich in dem Werk selbst ein Bild machen.

Wer aber auf der Suche ist nach seiner eigenen Investmentstrategie und nicht den üblichen glatt gebürsteten Lebenslaufen hinterher laufen möchte, der findet in dem Werk nützliche Anregungen, wie man sich kurz- oder längerfristig mit seiner Geldanlage aufstellen kann.

Vor allem hat Jim Rogers die Welt selbst intensiv bereist, und das merkt man dem Buch auch an. Denn der Mensch wächst bekanntlich nicht mit der grauen Theorie, sondern anhand von spannenden, manchmal aber auch schmerzlichen Lebenserfahrungen.

Und viel Erlebtes jenseits von plumpen Anekdoten hat der Finanzexperte nun wirklich zu bieten. Jetzt, da er seinen Lebensmittelpunkt bereits seit 2007 nach Singapur in Asien verlegt und sein Haus in New York verkauft hat. Immerhin lernen so seine beiden Töchter von Kindesbeinen an Mandarin – und nicht das übliche „Börsenchinesisch“ an der Wallstreet, die eben mittlerweile auch nur eine unter vielen Straßen ist.

„Wenn man lernt, die eigenen Finanzen zu managen, gewinnt man ein greifbares Maß an Autonomie.“ (Seite 18)

Quelle: Jim Rogers, Die Wall Street ist auch nur eine Straße – Lektionen eines Investment-Rebellen, Finanzbuch Verlag, 2013.

Written by lochmaier

März 7, 2013 um 9:39 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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