Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Ökostrom-Umlage treibt Strompreis: Wenn die Ausnahme zur Regel wird

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Ich habe es mir schon fest vorgenommen: Bald werde ich mein Gefrierfach abtauen, ratlos vor dem Kühlschrank stehend. Und zwar noch bevor Umweltminister Peter Altmaier mir seinen kostenlosen Energieberater ins Haus schickt, um meine Stromrechnung zu drosseln. Wie konnte es überhaupt soweit kommen, wo ich doch gar nichts gegen „grünen“ Strom habe?

Am Freitag ist Energiegipfel im Kanzleramt. Es gibt viel zu besprechen: Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland wird über die so genannte EEG-Umlage gesteuert. Da Wind-, Solar- und Biogasanlagen noch nicht mit Kohle- oder Atomkraftwerken konkurrenzfähig sind, stützt dieses Förderinstrument den Ausbau. Den Betreibern der Ökoparks wird ein fester Abnahmepreis garantiert, den der Verbraucher über seine monatliche Stromrechnung gegen finanziert.

Die Kosten für die EEG-Umlage explodierten in den vergangenen zehn Jahren, von 0,41 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2003 auf 5,28 Cent ab dem 1. Januar 2013. Das ist immerhin fast doppelt so hoch als im laufenden Jahr. Bedingt ist der Anstieg vor allem durch den starken Zuwachs bei der Solarenergie.

Von den 18,5 Milliarden Euro, die 2013 voraussichtlich an die Besitzer von Ökoenergie-Anlagen ausgeschüttet werden, entfallen zehn Milliarden auf die Photovoltaik. Hier konnte die staatliche Förderpraxis mit einer rechtzeitig gedrosselten Einspeisevergütung nicht Schritt halten. Aber Schuld daran sind nicht nur die Ökomacher. Es ist auch ein politisches Versagen, die Ursachen für die Kostenexplosion sind vielschichtig.

Für den durchschnittlichen Haushalt erhöht sich die Stromrechnung um 60 bis 80 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch erhöhte Netzentgelte, so dass der Zuwachs am Ende mehr als hundert Euro betragen dürften. Im Gegensatz zum privaten Verbraucher bezahlen jedoch nicht alle Unternehmen ihre Stromrechnung aus der eigenen Kasse. Wer besonders viel Energie verbraucht, wird von der Ökostromumlage sogar ganz befreit.

Lesen Sie dazu mehr auf meiner regelmäßigen Kolumne Stromzähler auf Wallstreetjournal.de online:

WSJ: Wie die Ökostrom-Umlage die Energiewende torpediert

Szenenwechsel in die große Politik, zur Windkraft. Denn auch dort ist die Energie ins Stocken geraten. Windkraft: Hinter den Kulissen arbeiten Spitzenvertreter aus Politik, Stromkonzernen und Infrastrukturbetreibern eifrig daran, die Planungszeiten beim Ausbau der Stromnetze deutlich zu verkürzen.

So soll wieder Schwung in den Ausbau der Offshore-Windkraft kommen. Da es jedoch an einer klar koordinierten Roadmap mangelt, die Windenergie auf dem Meer zu vertretbaren Kosten und Risiken zu erschließen, rächen sich nun die Versäumnisse der Vergangenheit. Vorher werden sich wohl einige mittelständische Unternehmen verabschieden müssen. 

Lesen Sie mehr dazu in meinem aktuellen Artikel:

VDI nachrichten: Offshore-Windparks: Dong legt Projekt Riffgrund II auf Eis 

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Written by lochmaier

Oktober 29, 2012 um 7:45 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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