Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Achte Killerapp: Regulierung von Schattenbanken verkleinert Spielwiese

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Wie reguliert man die dunkle Seite der Finanzindustrie? Bislang sind staatliche Akteure an der globalen Regulierungsfront kaum von der Stelle gekommen. Die Preisfrage lautet, an welcher Stelle soll die Zähmung der Schattenbanken überhaupt ansetzen, um eine durchgreifende produktive Wirkung zu entfalten. Handelt es sich am Ende doch nur um eine drittklassige Theateraufführung?

Schattenbanken sind zunächst ein paralleles Geldwesen, das sich – je nach kultureller Ausprägung – durch den informellen Geldtransfer direkt zwischen Menschen oder Gruppen auszeichnet. Es umgeht im Sinne einer finanziellen Tauschwirtschaft die offiziellen Mechanismen von Staaten, Regierungen und Banken. Damit gemeint ist aber nicht jeder x-beliebige Bankkredit, wie ihn etwa unser früherer Bundespräsident Christian Wulff in Anspruch nahm, der in den Bilanzen zweifellos nicht immer an der richtigen Stelle ausgewiesen ist.

Persönliche Beziehungen stellen bei dieser informellen Variante der Schattenbanken das zentrale Bindeglied in einem sorgsam nach außen gehüteten Vertrauensgeflecht dar. Und genau deshalb wäre generell eine deutlich größere Transparenz der Geldströme vonnöten. Jeder Weg der Zahlenströme sollte wie bei einer physischen Ladung via GPS zu orten sein, sofern deren geschäftlicher Endzweck nicht nach außen sichtbar ist, sondern in einen virtuellen Verschiebebahnhof einmündet, den selbst versierte Experten kaum überblicken können.

Schattenbanken sind aber zweifellos auch eine kriminell organisierte „Schattenwirtschaft“, die versucht, den Geldfluss mit allen Mitteln auf ihre eigenen Konten umzuleiten. Schattenbanken sind aber vor allem eines, ein aus dem Ruder gelaufenes, unreguliertes, nach außen jedoch vollkommen „legal“ getarntes Finanzsystem, das sich durch seine eigenen Exzesse in den Ruin zu treiben gedenkt.

Was ist zu tun, um das Kinde nicht gleich mit dem Bade auszuschütten?

Nicht nur über die wahren Schuldigen und Verursacher des Schattenbankensystems gehen die Meinungen auseinander. Die Frage lautet vor allem, wie kann man Schattenbanken regulieren, die immer einen Schritt voraus und einen Tick schneller sind. An dieser letzten Wegkreuzung zur Regulierung kann uns nun ausschließlich die Informationstechnologie jenseits von Heldenmythen etwas Trost spenden. Sie kann nicht nur dazu dienen, Spuren zu verschleiern, sondern diese auch sichtbar zu machen.

Die Form der „schwarzen Listenführung“ von Schattenbanken dürfte die latente Nervosität in der Managerriege jedenfalls weiter erhöhen. Allein am virtuellen Pranger zu stehen, bedeutet gerade in Investorenkreisen das Risiko einzugehen, sich einen schleichenden Vertrauensverlust einzuhandeln. Und wie wir wissen, ist Kapital die scheueste Spezies unter allen Tieren auf der freien Wildbahn, das sich leicht wieder verflüchtigt, wenn es zu sehr gestört wird. Und es wird mittlerweile mehr als empfindlich in seinen Bahnen gestört …

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Written by lochmaier

August 18, 2012 um 8:13 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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