Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Quo vadis Smava? Interview mit Gründer Alexander Artopé

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Nach dem Beitrag vom vergangenen Montag Smava kippt Geschäftsmodell, in dem die neuen Entwicklungen im Social Lending hier thematisiert worden sind, folgt nun ein abschließendes Interview mit dem Gründer von Smava,  Alexander Artopé. Er bewertet darin Status Quo sowie Zukunftschancen der Peer-to-Peer-basierten Kreditvergabe im Mix mit konventionellen Bankkrediten – auf diplomatische Art und Weise – und er sieht in der zweigleisigen Koexistenz kein problematisches Unterfangen.

Social Banking 2.0: Herr Artopé, Smava hat erst jüngst durch die engere Kooperation mit der Fidor Bank auf sich aufmerksam gemacht, warum braucht es jetzt die Öffnung der Plattform in Richtung anderer Banken?

Alexander Artopé:  Um insgesamt ein breiteres Kreditangebot für unsere Kreditkunden anbieten zu können. Ein großer Teil der Kreditnachfrage befindet sich in den hinteren Laufzeitbändern (ab 60 Monate bis 84 Monate). Naturgemäß ist das ein Zeitraum, den private Anleger nicht gerne oder nur zu vergleichsweise hohen Risikoprämien finanzieren. Deshalb macht eine Erweiterung für unsere Kunden Sinn, da wir so ein breiteres Produktangebot bieten können. Ziel ist, dass jeder der einen Kredit sucht, ihn bei smava findet.

Social Banking 2.0: In den USA und Großbritannien weisen Lending Club und Zopa weiterhin starke Wachstumszahlen auf, ohne dass sie ihr Peer to Peer Lending Modell direkt für Drittanbieter von Krediten öffnen. Welches waren denn für Smava die ausschlaggebenden Gründe, diesen Schritt jetzt zu gehen?

In den USA wurde vergleichbar bereits 2011 eine Erweiterung des Kreditangebotes vorgenommen, nur mit einer anderen Spielart: dort sind institutionelle Anleger (Hedge Fonds, Private Equity Firmen, vermögende Investoren etc.) als Finanzierer von Krediten aktiv. Mittlerweile macht der Anteil institutioneller Investoren bei den beiden führenden Anbietern Prosper und Lendingclub zwischen 35 bis 40% des gesamten Kreditangebotes aus. Ziel aller Anbieter ist es ja, einen Online-Kreditmarktplatz mit ausreichend Liquidität sowohl beim Kreditangebot als auch bei der Kreditnachfrage zu bieten. Je nach Marktsituation entwickeln sich deshalb unterschiedliche Strategien.

Social Banking 2.0: Die immer wieder formulierte Kritik von außen gegenüber Smava lässt sich letztlich auf den Punkt bringen, dass Social Lending letztlich weder günstigere Zinsen für den Kreditnehmer bereit stelle, noch eine lukrativere Anlageform für die Investoren mit sich bringe. Was antworten Sie auf diese zugespitzte Analyse?

Dass ein Invest auf smava eine attraktive Geldanlage darstellt, wird ja seit 5 Jahren Jahr für Jahr faktisch belegt. Ebenso bieten wir Kreditnehmern, insbesondere Selbständigen, auch seit langem attraktive Zinsen. Mit der Erweiterung des Kreditangebotes stellt sich Smava breiter auf und ermöglicht beste Konditionen für alle Kreditnehmer.

Social Banking 2.0: Wie wird die „Social Lending Community“ denn auf diesen Schritt reagieren, besteht nicht die Gefahr, dass das Modell verwässert wird, sprich, dass die Plattform nur noch als reiner Online-Kreditvermittler wahr genommen wird, wodurch das klare Alleinstellungsmerkmal verloren geht?

Da es ja immer noch ein Kernbestandteil unseres Angebotes ist, gehen wir nicht davon aus. Smava ist und war ja schon immer ein Online-Kreditmarktplatz, jetzt eben mit erweitertem Angebot.

Social Banking 2.0: Welche weiteren unternehmerischen Ziele setzt sich Smava denn in diesem Jahr? Wie werden die Drittanbieter auf das Angebot integrieren, welche Wachstumszahlen sind realistisch?

Prognosen geben wir grundsätzlich nicht, hier bitte ich um Verständnis.

Social Banking 2.0: Und noch ein Ausblick, liegt die Zukunft von Community-zentrierten Geschäftsmodellen im Web 2.0 nur darin, sich irgendwann in die Wertschöpfungskette von konventionellen Banken zu integrieren, oder gibt es hier weiterhin ein gewisses Potential, mit einem eigenständigen Ansatz in der Bankenwelt zu bestehen?

Wir denken, dass es für beides ausreichend Potenzial gibt. Deshalb spricht aus unserer Sicht auch nichts dagegen, beide Ansätze auf einem Online-Kreditmarktplatz anzubieten und zu integrieren. Aus unserer Erfahrung ist es für Kreditkunden entscheidend, dass sie ein gutes Angebot bekommen – unabhängig, ob das ein Bankkredit oder ein p2p Kredit ist.

Interview: Lothar Lochmaier

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Written by lochmaier

Mai 22, 2012 um 10:28 am

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Eine Antwort

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  1. […] den aktuellen Geschehnissen und Trends im Social Lending folgt am kommenden Dienstag ein Interview mit dem Gründer von Smava, Alexander Artopé. Teilen Sie dies mit:TwitterFacebookLinkedInGefällt […]


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