Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Wie viel „Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität“ verträgt ein Blogger?

with 25 comments

Vor kurzem erreichte mich folgender Leserkommentar: Geht’s eigentlich in Ihrem Blog nur noch um die Vermarktung Ihrer Bücher??? Wir in der Schweiz sagen dem salop: Eigenlob stinkt Sorry! – Nachdem ich solche Kommentare in der Regel aufgrund niedriger Qualität ignoriere, haben sie mich heute zu einem Blogeintrag inspiriert.

Zunächst einmal habe ich dem Kommentar der obigen Zeilen folgendes zurück geantwortet:

Sehr geehrter Herr xy,

vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich freigeschaltet habe. Er ist inhaltlich jedoch reichlich deplatziert. Erstens: Es steckt jede Menge unbezahlter kreativer Arbeit hinter den Büchern, von der nun auch die Leser profitieren, wenn sie sich dafür interessieren. Wollen Sie mir nun vorwerfen, dass ich dafür überhaupt Geld verlange? Ich bin übrigens Freiberufler. Bekommen Sie kein Gehalt, möchten Sie gar kein Geld verdienen? Zweitens: Ich schreibe weiterhin jede Menge (unbezahlte) Beiträge auf diesem Blog. Drittens: Was nichts kostet, ist nichts wert, wollen Sie dass ich für meine Blogartikel künftig über eine Bezahlschranke Geld verlange, vermute wohl kaum. Alles soll kostenlos und in Topqualität sein, wie diese zustande kommt, das interessiert wohl weniger.

In diesem Sinne, man sollte nicht nur den Preis der Dinge kennen, sondern auch den Wert.

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Lochmaier

Weitere Ergänzungen zu dem spannenden Thema, wie viel „Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität ein Blogger verträgt“ sind im folgenden meiner individuellen Lebenserfahrung geschuldet, mit der ich vermeintliche „Gutmenschen“ und „Möchtegern-Revolutionäre“ meist auf den ersten Blick erkenne.

Nicht wenige darunter sind bereits Immobilienbesitzer oder haben größere Guthaben, so dass sie sich ihren revolutionären Pathos „leisten“ können, ohne dass es sie etwas „kostet“. Man erkennt sie daran, dass sie aus zweierlei Gründen nicht übers Geld reden:

1. Sie haben bereits genug davon (meistens durch Erbe) und reden deshalb nur über andere Themen

2. Sie kaschieren ihren saturierten Status oftmals durch überzogen weltverbesserische Haltungen. Die „echten“ Engagierten heben sich im Gegensatz dadurch hervor, dass sie bereit sind, einen Preis für ihr Tun zu bezahlen (praktisch wie ökonomisch), weil sie eine klare innere Haltung zu den Dingen haben.  

Für mich gibt es zwei „Scheinmotive“ (im doppelten Sinne, lol), wie Menschen begründen, dass sie nicht gerne übers Geld reden:

1. Sie haben genug davon, möchten sich aber ein bisschen lässig geben, damit keiner es merkt (Motto: Geld ist nicht alles…)

2. Diejenigen, die keine Aussicht auf etwas mehr Geld haben, um ihren Lebensunterhalt  unabhängiger zu bestreiten, reden ebenfalls nicht gerne darüber. Auch hier gilt das Motiv: Geld ist nicht alles, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen, denn persönliche Beziehungen zu anderen Menschen müssen hier den finanziellen Engpass ersetzen oder wenigstens teilweise kompensieren.

Diese Aussage ist jetzt übrigens meinerseits kein politisch inkorrektes Statement, sondern leider eine schmerzliche Tatsache. Was folgt aus meinen Beobachtungen, in diesem Fall als Blogger? 

Meine relevante Leserzielgruppe besteht im Kern aus undogmatischen Modernen, die wissen, welche gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung das Geld besitzt. Oder anders ausgedrückt: Geld macht nicht (automatisch) glücklich, sondern „nur“ unabhängig!

Für mich folgt daraus, ich biete meine Beiträge gerne kostenlos an, solange ich mit innerer Begeisterung und Leidenschaft bei der Sache bin.  Ich verzichte sowohl auf  Werbung als auch auf bezahlte Gastbeiträge, weil sie mich abhängiger von externen Interessen machen würden, obwohl ich immer wieder dementsprechende Angebote erhalte. Bei Gastbeiträgen kommt es ausschließlich auf den Inhalt an. Jeder kann im Prinzip auf meinem Blog, der ein offenes Forum darstellen soll, etwas veröffentlichen.

Auf der anderen Seite bin ich natürlich mindestens auf geistigen Rückenwind seitens der Leser-Community angewiesen, sonst ginge mir immer wieder die Puste aus. Das ist glücklicherweise noch nicht der Fall.

Jene Mitmenschen aber, die den Preis, aber nicht den Wert der Dinge kennen (z.B. meiner Bücher), sind für mich nicht die geeigneten Sparringspartner. Auf diese Form der „not so sophisticated crowd“ verzichte ich deshalb gerne. Hier bleibt nur anzuraten: Der nächste Mausklick ist nicht weit weg.

Ausblick – was lernen wir daraus? Es gibt einige Blogger unter den Finanz- und Wirtschaftsblogs, die nur allzu gerne ein funktionierendes Bezahlmodell auf die Beine stellen würden. Warum nicht? Was nichts kostet, ist nach Lesart unseres modernen Wirtschaftsmodells auch nicht viel wert. Wieso also soll Eigenlob „stinken“, wenn man mit Mut und Begeisterung neue Wege geht und mit interessanten Inhalten andere – auch gegen eine finanzielle „Entschädigung“ – begeistern kann.

Das wäre dann neudeutsch ausgedrückt eine „win-win-Situation“. Natürlich kann ein für seine Arbeit vernünftig entlohnter Blogger in der Regel nur durch exklusives Wissen punkten – zum Beispiel über den Verlauf von Aktienkursen, egal ob diese Prognosen dann später zutreffen oder nicht. Nein, diese Aussage stimmt jetzt nicht ganz, denn jeder Blogger sieht sich wie der Chef einer kleinen Firma mit seinen Mitarbeitern oder in diesem Fall den Lesern auf Augenhöhe konfrontiert und muss für seine Aussagen „gerade stehen“. Das diszipliniert ungemein, es ist die Schule des Lebens. 

Das Börsenmetier, obwohl mir alles andere als fremd, es ist nun gerade nicht der Gegenstand meiner Berichterstattung.  Auf diesen Seiten steht die Auseinandersetzung mit der Bank der Zukunft im Vordergrund, bei der mündige Anleger mit am Regiepult sitzen. Eine ziemlich unwichtige Sache, finden Sie nicht auch?  Und genau deshalb werde ich auch weiterhin meine Blogeinträge umsonst und kostenlos veröffentlichen.

Dazu gehören übrigens auch die Einträge zu meinen beiden jüngst erschienenen Büchern, die gespickt mit zahlreichen „kostenlosen“ Leseproben sind, und die die Früchte jahrelanger harter Arbeit darstellen. Wer dann das jeweilige Buch käuflich erwerben möchte, der versteht den kleinen aber feinen Unterschied zwischen den Zeilen zwischen Wert und Preisbildung.

Für all diejenigen, die sich jedoch öffentlich nur allzu gerne damit schmücken, sie würden nur kostenlos, ehrenamtlich und absolut 100-prozentig umweltverträglich ihr Geld verdienen – und denen man gerade deshalb genauer in ihre internen Geldflüsse und künftig noch zu erwartenden „Zuschüsse“ hineinblicken sollte – denen empfehle ich das folgende Zitat aus dem Buch der Finanzsoziologin Anke Wahl Die Sprache des Geldes  (S. 102) zum Nachdenken:

Die Lebensstile der Besitzenden und Gebildeten verraten – obwohl gerade Letztere gerne das Gegenteil behaupten und das Geld oft als kalt, hart und herzlos kritisieren, dass sie Geldvermögen besitzen und durchaus (auch) bereit dazu sind, es so einzusetzen, dass es seine kalte, harte und herzlose Seite zeigt.

Aufschlussreiche Kommentare zu dieser Thematik auch aus Sicht der Finanz- und Wirtschaftsblogger sind gerne willkommen.

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Written by lochmaier

Februar 19, 2012 um 3:42 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

25 Antworten

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  1. Das Netz halt halt zu einer Kostenlos-Kultur geführt. Da kann man nichts machen.

    Wenn dann mal jemand für sein eigenes Buch Werbung macht, so ist das natürlich im doppelten Sinn unverschämt, wenn er auch noch Geld für sein Buch will.

    Im Ernst: Wer sich darüber aufregt, sollte mal auf die 5 stelligen Honorare unserer englischsprachigen Kollegen schauen, welche diese für einen Vortrag (auch hierzulande) bezahlt bekommen. Und auch die weisen auf ihre (Geld kostenden) Bücher hin und geben keine freien Rezensionsexemplare ab. (Was auch völlig OK ist).

    Um nicht missverstanden zu werden, mir macht meine Arbeit als Blogger viel Spaß und gerne unterstützen ich auch andere Blogger, indem ich Ihnen mit meinem Blog auch eine Bühne biete, wenn sie z.B. ein Buch geschrieben haben. Ich beklage mich auch nicht über die in weiten Teilen noch fehlende Unterstützung hierzulande. Wir leisten da wohl Pionierarbeit für zukünftige Generationen, was gut ist.

    Aber ich kann den Kollegen Lochmaier gut verstehen, wenn er ob solcher Kommentare sich den Frust mal von der Seele schreibt…

    In diesem Sinne auch von mir einen schönen Sonntagabend

    Hansjörg Leichsenring

    http://www.Der-Bank-Blog.de

  2. Hallo Herr Leichsenring,

    ja, ab und an muss man die professionelle Fassade der routinierten Coolness, die ich mir in den Berufsjahren angeeignet habe, auch mal entschlossen abstreifen. Ich denke, auch einigen oder vielen anderen geht es ähnlich, deshalb kann eine Diskussion über dieses Thema nicht schaden, auch wenn wir für diese Postings kein Geld verlangen. Das mit der Pionierarbeit muss man wohl so sehen, wenn man den Dschungel betritt, darf man sich auch nicht vor Moskitostichen fürchten, oder wie sagt(e) doch unserer (Ex-) Bundespräsident: Wem es in der Küche zu heiß ist, der sollte nicht Koch werden. Wohl bekomm’s uns allen am Sonntagabend!

    Viele Grüsse in den Norden
    Lothar Lochmaier

    lochmaier

    Februar 19, 2012 at 4:19 pm

  3. Das ist in der Tat ein, nennen wir es „schwieriges“ Thema und in seiner derzeitigen Ausprägung im deutschsprachigen Raum noch völlig untertrieben. Trotzdem sollten wir uns hier vieleicht keine falschen Vorbilder setzen. Ich bin der Meinung, ein Verweis zum Buch muss an der Stelle immer passend sein und sollte nicht durch Masse irritieren. Das Dilemma ist allerdings, dass erst der Kauf des Buches die Mühe des Autors würdigt und da beginnen die Probleme.
    Es wäre nur fair aus dem anspruchsvollen Blogging auch ein Auskommen generieren zu können, denn am Ende profitieren mehr Menschen von den Artikeln als man auf den ersten Blick denkt.
    Gibt es Ihre Bücher auch zum Download bzw. eBook-optimiert?
    Lassen Sie sich nicht unterkriegen. In diesem Sinne schönen Sonntagabend.

    Majonek

    Februar 19, 2012 at 4:28 pm

  4. Hallo Herr Majonek,

    danke für den Kommentar. Das für mich ab und zu frustrierende Problem ist, dass heute kaum einer mehr sich die Zeit nimmt, etwas „richtig“ zu lesen. Man überfliegt halt nur kurz, ist immer auf dem Sprung. Deshalb gehen Infos unter wie die hier: Ich biete meine beiden Bücher natürlich als ebooks an, optimiert für alle Plattformen, inkl. amazon, iTunes, aber auch als simples pdf. Dazu gibt es ausreichend viele Leseproben, man muss sich da aber schon mehr Mühe als in der „rush our“ machen. Und: Es gab und gibt zahlreiche Sonderaktionen wie die witzige Idee, innerhalb eines kleinen Download-Zeitfensters meine beiden Bücher zum Sonderpreis von 9.98 Euro zu erwerben.

    Mir bleibt da nur noch die Frage: Muss ich jetzt noch in der BILD und im Fernsehen inserieren, damit die Botschaft vom Sender zum Empfänger gelangt?

    Fazit: Für mich ist das kein Problem, ich schreibe in erster Linie für mich selbst, sonst hätte ich das nie geschafft, auch ein Blog kann man nur „intrinsisch“ starten und fortlaufend mit Leben füllen. Aber nachdenklich macht mich halt schon, dass heute in der Virtualisierung kaum einer mehr psychisch greifbar ist. Neulich war ich auf einem tollen Konzert. Nur eben haben viele Zuhörer mittendrin SMS oder emails geschrieben und im Internet gesurft. Ich lasse mein Handy übrigens meist ausgeschaltet, der größte Luxus, den man sich jenseits von oberflächlichem multi-tasking vorstellen kann….

    Schönen Abend noch!
    Lothar Lochmaier

    Lothar Lochmaier

    Februar 19, 2012 at 4:46 pm

  5. Hallo Herr Lochmaier,

    es klingt als bräuchten Sie für Ihren Blog ein „PR Konzept“ und da näheren wir uns vlt. wieder den besagten anderen Verhältnissen. Abgesehen von der Sonderaktion sind alle Maßnahmen an meinem Radar vorbeigelaufen, was sehr schade ist. Ich erhalte jeden Artikel als E-Mail Preview, aber häufig überfliegen wir zeitbedingt mehr als wir lesen.
    Das Mobiltelefon auszuschalten ist wirklich ein großer Luxus und in vielen Berufen garnichtmehr möglich.
    Ich persönlich fände es nicht störend, wenn Ihre Bücher in das Designkonzept der Seite integriert wären, der Mensch schaut doch eben mehr auf Bilder als auf Texte. (Das soll jetzt keine Lobpreisung an etwas gleichnamiges anders sein, eher aus Sicht der Informationsaufnahme)

    Viele Grüße

    Majonek

    Februar 19, 2012 at 5:02 pm

  6. Hallo Kollege Lochmaier,

    ich verstehe Ihren Frust. Im Internet herrscht eine brutale Kostenlos-Kultur.

    Alle großen Dienste, die erfolgreich sind, sind gratis: Yahoo, Google, Wikipedia, freenet, AntiVir …. die email-Konten, Internetsuche etc. Sie finanzieren sich mit Werbung. Auch das Fernsehen und Radio ist ja im Grunde so aufgebaut.

    Haben Sie mal darüber nachgedacht, Werbepartner zu gewinnen?

    Tim Schaefer

    Februar 19, 2012 at 5:05 pm

  7. Oh ja, Werbung in deutschen Blogs. Auch ein tolles Thema. Wenn ich nicht aufpasse, hab ich plötzlich Werbung für Viagra bei mir (neulich einem der grössten deutschen Portale tatsächlich bei der Restplatzvermarktung passiert.

    Qualität ja, aber da gibt es für Spezialblogsauch nicht wirklich die Chance mehr als 10 Euro im Monat zu verdienen…

  8. Hallo liebe Kommentatoren,

    danke für die Tipps – Werbekonzept? PR-Strategie? Marketingpartner? Gerne, von allem ein bisschen, aber so, dass man das Blog am Ende noch wieder erkennt. Ich habe mich bisher mehr auf das „word of mouth“ verlassen, aber da heute Vielsprachigkeit und Mundfäulnis herrscht, war der wom-glaube wahrscheinlich ziemlich naiv…. vielleicht hätte ich ein Nacktvideo posten sollen, vor einem großen Bankgebäude.

    Lothar Lochmaier

    Februar 19, 2012 at 5:10 pm

  9. @ Hansjörg Leichsenring: Sehe ich ähnlich, Werbung könnte nur jenseits der Viagrawelt sein, müsste ein profilierter Partner sein, der inhaltlich passt. Sehe ich eher nicht, auch muss man aufpassen, dass es nicht mit den Inhalten konfligiert. Also eher was exklusives Feines, aber evtl. aus einer anderen Branche. Sehe ich aber eher (noch) nicht…

    Lothar Lochmaier

    Februar 19, 2012 at 5:14 pm

  10. Guten Abend,

    wie wäre es mit Crowdfunding für Blogs?
    Betriebe die von Blogs provitieren (das sind ja einige) spenden. Die Follower der Blogs verteilen per Punktesystem auf dieser Plattform das Geld.

    Win-Win-Win

    • Die Blogger werden für Ihr Mühen belohnt.
    • Die Follower profitieren von Expertenwissen.
    • Die Betriebe der Follower profitieren durch einen im Verhältnis niedrigen Obulus vom Expertenwissen, die Ihre Mitarbeiter umsetzen.

    Einen schönen Abend
    Josef D.

    Josef D.

    Februar 19, 2012 at 10:51 pm

  11. @ Josef D. – Crowdfunding für Blogs ist ein interessanter Ansatz, jedoch auch schon ziemlich ausgereizt. Es gibt schon einen Erfahrungsschatz, wonach natürlich wieder „fast nur“ jene Blogs von einem Punktesystem (gibts ja auch via Flattr und Co.) profitieren, die guten Blogs, formal oft mit weniger Reichweite ausgestattet, bleiben da an einer gewissen unteren Wahrnehmungsschwelle hängen.

    Ich sehe derzeit – unabhängig von meinem Weblog gesprochen – keinen klaren Monetarisierungsansatz für Wirtschafts- und Finanzblogs, die ja von der Reichweite und Zugriffszahlen es in der Regel nicht mit trendigeren Bloggern aufnehmen können. Die Besten landen irgendwann als bloggende Leitkommentatoren bei den Medien, wenn überhaupt. Manche bleiben trotzdem bei der Sache, einfach weil sie Spaß an der Sache haben. Ist ja auch eine gute Nachricht, aber es fehlt halt die größere Perspektive, um die Formate wie in den USA ansatzweise der Fall weiter zu professionalisieren.

    Lothar Lochmaier

    Februar 20, 2012 at 7:38 am

  12. Tja, ich schreibe zur Zeit auch ein Buch und werde mich mit dem Thema auch befassen müssen. Leider ist es so, dass im Web eine Kostenlos-Mentalität herrscht. Ich habe mir für den Verkauf meines Buches ein Modell ausgedacht, das auf einem Freemium-Ansatz basiert. Mal sehen, ob es funktioniert.

    juergwyss

    Februar 20, 2012 at 8:23 am

  13. Tja, wie schafft man es, dass die Leute ihr Börse Online Abo kündigen und das gesparte Geld in Flattr einzahlen?

    Werbung wird Blogs nie alleine finanzieren, außer man macht in Gadgets und schreibt für Leute, die jeden Monat 100 Euro oder mehr in Gadgets stecken. Dann bekommt man aber nur Jubel-Blogs, die jeden Pups von Apple oder Samsung für die beste Erfindung „seit geschnitten Brot“ halten. Mit kritischer Betrachtung hat das wenig zu tun.

    Daher macht wildeste Mischkalkulation Sinn. Blogs+Werbung+Flattr+Bücher+Vorträge. Und selbst dann wird es für den größten Teil der Blogger immer noch unmöglich sein, auch nur einen Teilzeitjob mit den Einnahmen zu finanzieren.

    Was ich am frustrierendste finde: Im Gegensatz zu den Abomodellen der etablierten Medien haben Blogs mit Flattr eigentlich das für den Leser fairste Bezahlmodell (man zahlt *nach* Lesen des Artikels und muss nicht die Katze im Sack kaufen). Und trotzdem macht niemand mit.

    Nein, stattdessen gibt es noch Leute, die sich über Werbung in kostenlosen Artikeln beschweren. Haben diese Leute eigentlich mal ein Heft am Kiosk gekauft? Das kostet Geld und man bekommt immer noch Werbung verbraten …

    egghat

    Februar 20, 2012 at 10:23 am

  14. Gibt es wirklich Bloigs, die über einen Flattr Button Geld einnehmen???

  15. @egghat – ja, der wilde Husarenritt des Blogger-Gemischtwarenlandens scheint derzeit der Weisheit letzter Schluss zu sein, aber eben, wie oben von Ihnen zutreffend beschrieben, nicht wirklich vergnügungssteuerpflichtig. Das Problem ist wie immer die Rudelbildung, die Masse fühlt sich in der Mitte des Schwarms am wohlsten, weshalb Qualität und Komplexität zwangsläufig in der Nische verbleibt, und dann flattr alle nur an einen „Internetpapst“, wie auch immer der heißen mag. Wer sich dann noch über kostenlose Blogartikel oder Werbung dazu beschwert, der hat halt nie im Leben für das wirklich gerade stehen müssen, was er tut. Fazit: Die Vollkaskomentalität mit ausgelagertem Renditeanspruch ist doch sehr ausgeprägt, aber wohl nicht nur in good old germany.

    Lothar Lochmaier

    Februar 20, 2012 at 10:35 am

  16. @ Hansjörg Leichsenring – die TAZ macht offenbar vom Flattr-Modell regen Gebrauch, bei Tageslicht betrachtet sieht die Bilanz aber nicht nur dort mau betrachtet aus. Ich sehe da keinen Überflieger… oder übersehe ich da was beim Überfliegen?

    Lothar Lochmaier

    Februar 20, 2012 at 10:44 am

  17. @TAZ_Leser – wir mögen unsere Leser in der Tat überwiegend als die „undogmatischen Modernen“, man kann sich zudem auch in die alternative Tasche lügen, dann ist flattr eine Art vib Schneeballsystem mit daraus resultierenden Insiderhandel, allerdings in dieser Social Engineering Variante wenig profitabel.

    Lothar Lochmaier

    Februar 20, 2012 at 11:12 am

  18. Blogs und Geldverdienen ist eine eher traurige Geschichte in Deutschland und das gilt erst Recht für Wirtschaftsblogs.

    Ich denke, wir sollten uns weiterhin Gedanken über die Vermarktung unser „kostenlosten“ Leistung machen. Ich finde es dazu ausgesprochen legitim, auf eigene Leistungen wie etwa Bücher, Dienstleistungen etc. hinzuweisen.

    Werbung in eigener Sache halte ich für insbesondere in einer Zeit legitim, in der sich prominente Namen über PR-Spezialisten oder entsprechende Netzwerkkontakte in die reichweitenintensiven Medien „einkaufen“

    dels

    Februar 20, 2012 at 11:27 am

  19. […] Social Banking 2.0: Wie viel “Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität” verträgt ein Blogger? […]

  20. Der Herr xy der nur Kommentare mit niedriger Qualität schreibt (wenn auch praktisch der einzige der im besagten Blog einen Kommentar geschrieben hat) bin ich. Ich arbeite im Mittelamerika für mehr oder weniger USD 700 im Monat im Mikrofinanzbereich. Das wäre der erte Teil, der zweite Teil ist wie gesagt Ihr Blog der über Wochen Auszüge Ihres Buches bringt und damit für alle die jetzt direkt kein Interesse haben Ihr Buch zu kaufen, doch ein wenig an Interesse verliert. Das war eigentlich das einzige was ich sagen wollte. Ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihrem Buch, viel finanziellen Erfolg und vielleicht ein wenig mehr Gelassenheit 😉

    P.S: Ist doch auch schon so viele Beiträge wie Ihr neuester Blogeintrag und das nur wegen mir 🙂

    Martin Burch

    Februar 20, 2012 at 3:15 pm

  21. Lieber Herr Burch,

    vielen Dank für den Kommentar. Die nötige innere Gelassenheit habe ich zweifellos, aber manchesmal vermisse ich die nötige Sensibilität auf der anderen Seite, welche Arbeit hinter etwas steckt, auf das man gerade kurz drauf surft. Ansonsten sehe ich es ähnlich: Letztlich hat Ihr Beitrag die produktive Diskussion jenseits der Betroffenheit befördert – und das ist doch eine gute Nachricht.
    Übrigens: Ich glaube nicht, dass mein Blog durch die mehrteiligen Buchpräsentationen an Interesse verloren hat, allenfalls bei jenen, die ohnehin kein großes Interesse daran haben. Alle übrigen wissen die Qualität zu schätzen.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch die ein oder andere Einsicht zwischen dem Preis und dem Wert der Dinge, umso mehr, wenn Sie für weniger als 700 USD im Mikrofinanzbereich arbeiten.

    Yo conosco la situacion alli proque vivi cierto tiempo en Latinoamerica, entonces, buena suerte en todo caso – tal vez hay algo interessante (asi se dice en Alemana) para hacer conoscer los „clientes“ de Social Banking 2.0. Por que no escribe algo, como funciona el sistema en su pais, que tipo de obstaculos hay que sobrepasar – y que perspectiva la gente enlaza con la microfinanca y su organization concreta. Me alegraria presentarlo!

    Lothar Lochmaier

    Februar 20, 2012 at 3:30 pm

  22. […] Wie viel “Umsonst-und-Kostenlos-Mentalität” verträgt ein Blogger? Danke Herr Lochmaier Sharen mit:Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Filed Under: eCommerce, Infografik, mobile, payment, Publishing, startups, zahlen Tagged With: App-Meister, Bargeld bezahlen, Buchhandel, Datenschutz, Elavon, Fernsehen, Gratis, Groupon, Mobile, Mobile Payment, Netto, UnitedCommerce « News des Tages – 18.02.2012 […]

  23. Hallo Herr Lochmaier,
    wir sind ja sonst eher nur schnittmengenmäßig einer Meinung – aber dieses mal bin ich vollkommen bei Ihnen! Das bloggen ist eine sehr zeitintensive und brotlose Kunst, größter Lohn ist, dass man überhaupt gelesen und wahrgenommen wird. Es ist absolut legitim, an dieser Stelle auch Werbung für die eigene – lohnbringende – Arbeit zu machen. Wer sich darüber aufregt, sollte realisieren, dass er hier Informationen, Wissen und Bildung aufsaugt ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Denn immerhin machen wir uns die Gedanken, die unsere Leser sich nicht selber machen wollen (oder können).
    Ich finde Ihren Blog jedenfalls toll, ich bin froh, dass er kostenfrei ist und wenn Sie mir Ihre Bücher noch öfter vorstellen, werde ich sicher demnächst auch eins kaufen! 🙂
    MfG

    Anette Weiß

    Februar 22, 2012 at 9:41 am

  24. @Anette Weiss: „…Denn immerhin machen wir uns die Gedanken, die unsere Leser sich nicht selber machen wollen (oder können)…“ Ich weiss nicht, was Sie von Ihren Lesern denken, aber ich denke prinzipiell immer, im Speziellen beim Lesen und sei es nur ein Kochrezept 😉

    Martin Burch

    Februar 22, 2012 at 3:53 pm


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