Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bank 2.0 (Teil II): Was ist eigentlich eine Killerapp?

with 2 comments

Ich bin gespannt, wo die wirkliche Killerapplikation in der Bankenszene liegen wird. Manche behaupten, es gibt gar keine. Das Finanzwesen steht wie der Fels in der Brandung. Was ist folglich der Unterschied zwischen einer Killerapplikation und einer kleinen harmlosen Killerapp, also einem Spielzeug? Ganz einfach. Viele kleine Puzzleteile ergeben ein komplett neues Bild, das sich dem Betrachter erst durch Zusammenfügen der einzelnen Bausteine erschließt.

Oder anders ausgedrückt, die Summe aller Killerapps – in diesem Buch habe ich beispielhaft die Zahl Zehn aufgelistet – ergibt eine einzige Killerapplikation. Zum Vergleich: Weltweit soll es in zwei Jahren bereits rund 76,9 Milliarden Apps auf mobilen Endgeräten geben. Das sind zehnmal mehr als die gesamte Weltbevölkerung mit rund sieben Milliarden Menschen.

In Deutschland sollen es 15 Millionen überwiegend über die mobilen Betriebssysteme Android und Apple genutzten Apps sein. Demnach soll jeder Bundesbürger durchschnittlich 17  kleine Zusatzapplikation auf seinem Gerät nutzen. Schon mal bei sich und der Familie nachgezählt?

Was bedeutet dieser kaum zu übersehende Trend: Der verkürzte Begriff App verweist auf die wachsende Bedeutung der mobilen Kommunikation mit Smartphones und Tablet PCs, die unseren Alltag in den letzten Jahren bereits erobert haben. Gerade in dieser scheinbar harmlosen Innovation lauert das große Potential, denn sie können jeden Menschen in die Lage versetzen, sein Nutzerverhalten zu ändern und in diese oder jene Richtung zu lenken. Wo bleibt da die Kundenbindung, werden einige schweißgeplagte Unternehmensstrategen einwenden. 

Bank 2.0: Das Kleingedruckte ändert die Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Der britische Historiker Niall Ferguson sieht in seinem Buch Der Westen und der Rest der Welt. Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen die Vorherrschaft der westlichen Welt in der Anwendung von sechs Killerapplikationen (killer apps) begründet. Bei diesen handle es sich weniger um technologische Entwicklungen denn um rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen, die im Westen an entscheidenden Nahtstellen wirksam geworden seien.

Die sechs Killerapplikationen, durch die die westliche Welt bis heute einen Vorsprung in der gesamtgesellschaftlichen Innovation erlangt hat, lauten: Wettbewerb, Wissenschaft, Demokratie, Medizin, Konsum und Protestantische Arbeitsethik. Was Niall Ferguson vielleicht vergessen hat, ist die siebte Killerapp: Das westlich geprägte Finanz- und Bankwesen, das über allem thront, auch der Demokratie. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu prognostizieren, dass wir den „Kredit“ bei den meisten dieser sechs plus eins ‚killer apps’ längst aufgezehrt haben.

Im Einzelnen will ich die historische Verlaufskurve an dieser Stelle nicht detailliert aufarbeiten. Ich verweise jenseits von Bankenbashing und Realitätsüberblendung  stattdessen auf meinen Roman Schattenbanken. Oder wer sich mit der historischen Entstehung von Schattenbanken jenseits von Klischees auseinandersetzen will, der möge das Sachbuch von Nicholas Shaxson „Treasure Islands“ (auf englisch) lesen. Darüber hinaus gibt mein aktueller Fachartikel auf Heise Telepolis den Sachstand der Regulierung wieder: Wie reguliert man die dunkle Seite der Finanzindustrie?   

Bank 1.0: Warum der Kunde frustriert aber loyal bleibt

Wo aber lag der bisherige Vorsprung der Bankenwelt aus ihrer Sicht, bei den sozusagen von oben herab produzierten Finanzapps 1.0? Ganz einfach. Erstens: Der exklusive Wissensvorsprung gegenüber einem unmündigen Kunden. Zweitens: Der Zeitmangel, der Menschen im Umgang mit Geld eigene Wege nicht beschreiten lässt. Drittens: Die Angst, die Geschicke in Finanzfragen selbst in die Hand zu nehmen. Das Internet ist nun in der Lage, diese drei konstitutiven Elemente aufzubrechen und disruptive Bankenmodelle a la longue (also nicht kurzfristig) zu generieren.

All diese durchaus nachvollziehbaren Verhaltensweisen hat die Bank gerade in den letzten beiden Jahrzehnten (mit unserem stillen Einverständnis) exzessiv zu ihrem strategischen Vorteil ausgenutzt, um ein Provisionsmodell zu etablieren, das der Gesellschaft, so wie es derzeit jedenfalls gestrickt ist, mehr geschadet als genutzt hat. Mit anderen Worten: Es gibt mehr Schatten- als Lichtbanken.

Schon vergessen? Was war der Ursprung der Finanzkrise im Jahre 2008 in den USA,  mit Hypotheken belastete Häuser und Wohnungen, von denen jeder „Finanzberater“ wusste, dass Geringverdiener diese würden niemals zurückzahlen können.

Und heute? Noch immer ist ein Hilfsarbeiter bei seiner Hausbank kreditwürdiger bei einem Immobilienkauf als ein Selbstständiger, der das fünf- bis zehnfache verdient und nennenwertes Vermögen einbringt.  Woher stammt diese Denke aus dem Mittelalter?  

Darauf gibt es viele Antworten. Auch die, dass es nicht beim Alten bleiben wird. So dürfen wir die Frage aufwerfen, wo sind nicht nur in geographischer Hinsicht die dominanten Killerapps des 21. Jahrhunderts angesiedelt, ein Zeitalter, in dem Europa oder die USA nicht mehr die allein bestimmenden Größen sind?

Gerade die technische Experimentierfreudigkeit im asiatischen Raum bildet ein konstitutives Element der neuen kulturell verankerten Internetarchitekturen. Dennoch reicht es nicht aus, nur neue Spielzeuge für die Konsumenten auf den Markt zu werfen. Die Menschen suchen gerade mit Blick auf das eigene Geld auch nach finanziell sinnvollen Anwendungen. Es zählt bei jedem Spiel am Ende auch das Ergebnis.

Mit Hilfe der Killerapps im Finanzwesen wird sich die Finanzwelt stärker demokratisieren als es einigen lieb sein dürfte. Werfen wir – angelehnt an den britischen Historiker Niall Ferguson –  einen Blick in die Welt der finanziellen Eisbrecher, die die Bankenwelt zwar nicht gänzlich auf den Kopf stellen, ihr aber doch ein deutlich anderes Gesicht geben als wir es über Jahrhunderte hinweg gewohnt waren.

Welches nun die zehn Killerapps aus der Mitte der Gesellschaft heraus sind, so wie ich sie wahr nehme, das verrate ich an dieser Stelle noch nicht. Das wäre auch zu einfach. Nicht alles im Leben kommt gratis ins Haus. Wer es also genauer wissen will, der sollte sich mein Buch „Bank 2.0: Die Killerapp“ auf der Berliner ePublishing-Plattform Xinxii.com für 4,99 Euro herunterladen – oder das Buch in gedruckter Form erwerben, wer lieber etwas Festes in den Händen hält. 

Zum Download geht es hier:

Bank 2.0 Die Killerapp  (eBook)

Bank 2.0 Die Killerapp (Amazon, Printversion)

Auf iTunes (optimiert für das iPad) finden Sie das Buch hier.

Hinweis: Es wird dieses Buch übrigens in diesem Jahr auch noch in englischer Sprache geben.

Advertisements

Written by lochmaier

Februar 13, 2012 um 8:02 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] Bank 2.0: Was ist eigentlich eine Killerapp?   Teil I    Teil II […]

  2. […] Bank 2.0 (Teil II): Was ist eigentlich eine Killerapp? ————————————————————————— Payments […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: