Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Wahlk(r)ampf 2.0: SPD läuft mit Bankengespenst ins Leere

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Zur Einführung zitiere ich heute gern mal die Kollegen von der gestrigen Ausgabe der Handelsblatt Finance Today:

Zocker am Spieltisch: Eine Szene aus dem Video, mit dem die SPD in den Wahlkampf zieht, gegen Merkel und die Banken. Parteichef Sigmar Gabriel (Foto) kopiert die Occupy-Bewegung, entdeckt das Internet, setzt dabei mit auf Zeichentrick gegen die Zocker und tobt sich bei Facebook aus. » (Handelsblatt) „Die SPD versucht auf einem Spielfeld zu siegen, auf dem es nichts zu gewinnen gibt. Denn nicht die Banken stehen 2013 zur Wahl, sondern Angela Merkel und ihre CDU“, kommentiert Michael Spreng in seinem » Sprengsatz-Blog.

Und die » Wirtschaftswoche erinnert sich: „Schon im Wahlkampf 2009 hat die SPD die Regulierung der Märkte zum Thema gemacht. Am Wahlabend stürzte sie trotzdem auf ein historisches Tief ab“. » Focus hat mitgezählt: „Das » Video ist bislang ein Rohrkrepierer. Auf Youtube hat es 1230 Abrufe seit dem 24. November gesammelt (Stand: 7. Februar, 10 Uhr, Anmerkung: Einen Tag später, also gestern, waren es immerhin schon über 3.000 Abrufe). Die virale Bombe, die die SPD damit zünden wollte, scheint nicht hochzugehen“.

Soweit zum Auftakt HB Finance Today. Was lernen wir aus dem vermutlich sich abzeichnenden Wahlkrampf 2.0, von dem die SPD möglicherweise doch nicht so intensiv profitieren wird wie sie sich das vermutlicht erhofft hat. Es haben auch schon andere versucht – etwa die Genossenschaftsbanken – die Bewegung Occupy Wallstreet zum Imagetuning vor den eigenen Karren zu spannen. Mit mäßigem Erfolg. Man kann, in Anspielung an die neue SPD-Homepage Wir sind (doch nicht so) viele, deshalb die Frage stellen: Was lernen wir daraus?  

Erstens: Die Genossen der Bosse sind mit ihrem Spagat zwischen Kapitalismus und Sozialismus (links blinken, rechts überholen) keinen Deut glaubwürdiger als früher. Hier kann man im Handelsblatt nachlesen, wie die City of London  Gerhard Schröder heute noch in ewiger Dankbarkeit hochleben lässt.

Zweitens: Ein klares Feindbild ist nur dann eines, wenn es auch wirklich im Volksmund eines darstellt. Es reicht nicht aus, das Heil nur in der Losung „Trennbankensystem“ zu suchen, das ist viel zu einfach gestrickt, es fehlt eine gesamtgesellschaftliche Vision, die von materiell gesättigten Volksvertretern freilich kaum zu erwarten sein dürfte. 

Drittens: Wenn man Angela Merkel nicht direkt angreifen kann, und selbst der Bundespräsident immer noch im Amt sitzt, dann ist es eine ziemlich plumpe Anmache, auf das Feindbild Banker auszuweichen.

Viertens: Das Netz entlarvt solch plumpe Wahlkrampfkampagnen der Marke 2.0, weil die Community einen Blick hinter die Kulissen wirft. Das Internet hat ein langes Gedächtnis.

Fünftens: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte. Die SPD gehörte zu den Haupttreibern der Finanzmarktliberalisierung. Sie hat der Finanzindustrie geradezu bereitwillig zugearbeitet seit Ende der neunziger Jahre. Fazit: Glaubwürdigkeit und konsistentes Handeln sehen anders aus.

Hier noch ein bildlicher Eindrucke der Kampagne „Demokratie statt Bankenmacht“:

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Written by lochmaier

Februar 9, 2012 um 7:50 am

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