Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bank 2.0 (Teil I): Was ist eigentlich eine Killerapp?

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Ich gebe es gerne zu. Ich mag den schillernden Begriff Killerapplikation nicht besonders gerne. Ich habe auch keine Ahnung, wer diesen geflügelten Ausdruck erfunden hat. Er klingt so nüchtern wie der elektrische Stuhl in den USA, wo heute immer noch teils unschuldige Menschen mit bürokratischer Routine hingerichtet werden.

Kombiniert mit einer technischen Anwendung wird die ganze Verharmlosung erst sichtbar, wo ein gewaltsamer Vorgang etwas auf grundlegende Art und Weise verändert. Trotzdem hat es dieser Kunstbegriff, dessen Ursprung heute keiner mehr kennt, bis in den alltäglichen Sprachgebrauch geschafft, insbesondere durch den Einzug der Informationstechnologie in unser Leben.

Schaut man im Internetzeitalter wie jeder durchschnittlich gebildete Mensch auf der Plattform Wikipedia nach, so findet man dazu folgende Erläuterung, was wir unter einer Killerapplikation verstehen dürfen: Dabei handle es sich um eine konkrete Anwendung (englisch: application), die einer schon existierenden Technologie zum Durchbruch verhelfe. Die Namensgebung leite sich daher ab, dass ähnliche und oft ältere Konkurrenz-Technologien schnell verdrängt, also getötet (englisch: to kill) würden.

Im heutigen modernen Sprachjargon wird der Begriff zweifellos ausgesprochen inflationär verwendet, um den technologischen Wandel zu beschreiben, gerade wenn man ihn oftmals schwer mit Worten greifen kann. Bei einer Killerapplikation handelt es sich manchmal nur um ein technisches Accessoire von geringer Durchschlagskraft, um einen von Marketing und Werbung aufgepeppten Kunstbegriff, um zu zeigen, man hat als Unternehmen hier das beste neue Produkt in der „Pipeline“.

Disruptives Geschäftsmodell?

Davon unterscheiden sich grundlegende Innovationen dergestalt, dass sie nicht nur rein technische Neuerungen darstellen, auf der Basis neuer Patente etwa wie dem MP3-Player, der erst durch neue Komprimierungsverfahren möglich geworden war. Wer hätte in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts daran geglaubt, jedermann sei bereit, auf ein im Fachjargon als „Verfahren zur verlustbehafteten Kompression digital gespeicherter Audiodaten“ zurück zu greifen.

Der weltweite Siegeszug dieser technischen Killerapplikation wurde aber erst möglich durch das von Apple entwickelte Abspielgerät von Musik, der allseits bekannte iPod. Um also eine bahn brechende Applikation zu generieren, bedarf es einer geheimnisvollen Mixtur aus technischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, die sich plötzlich wie von Geisterhand gesteuert aufeinander zu bewegen.

Das gilt erst recht für die Welt der Banken. Die Welt der Bank 1.0 ist eine hermetisch nach außen abgeschlossene, in die kein Außenstehender Einblick erhält. Das Leitmotiv der Bank 2.0 wäre das krasse Gegenteil davon, offene Türen, ein angenehmes Raumklima, der Kunde sitzt mit am Regiepult. Damit dies Realität wird, müssten sich unterschiedliche Entwicklungen zu einer kongruenten Killerapplikation verdichten, um die Bankenwelt in den kommenden Jahrzehnten zu verändern.

+++  Fortsetzung folgt +++

Zum Download meiner Publikation geht es hier:

Bank 2.0 Die Killerapp (ebook)

Bank 2.0 Die Killerapp (Printversion via Amazon)

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Written by lochmaier

Februar 6, 2012 um 7:59 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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