Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Finanzapps: Die kleine Revolution in der Geldbranche

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Ob wir es infolge der Appmania, von denen jeder mobil telefonierende Bundesbürger angeblich schon 17 auf seinem mobilen Gerät haben soll, mit einer digitalen Zeitenwende zu tun haben, lasse ich mal dahin gestellt. Letzten Endes sind Apps nur Applikationen, die eine Basistechnologie darstellen und kein inhaltliches Konzept ersetzen.

Nehmen wir zum Beispiel die Finanzbranche. Corporate Publishing listet hier in einer interessanten Übersicht  die derzeit gehandelten innovativen Apps in der Finanzbranche auf.  Da ist die Rede von der Brokerage-App, vom mobilen Finanzberater, der einem an jeder Straßenecke den passenden Anlagevorschlag unterbreitet (oder einem als Avatar auch nur den Weg zum nächsten Geldautomaten weist). Ein Auszug aus obigem Artikel:

Corporate Publisher können den Kunden durch die einzelnen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses schleusen bis hin zum Produktabschluss, indem sie vertrieblich relevante Botschaften in verdauliche Häppchen schneiden und noch beim Verzehr bereits Lust auf das nächste Häppchen machen. Selbst After-Sales-Marketing, Kaufbestätigung und Crossselling umfasst diese journalistische Häppchen-Taktik.

Quelle: cpwissen.de

Mit journalistischen Häppchen kenne ich mich eigentlich ganz gut aus, was aber sollen wir von dieser finanziellen Appmania halten? Die Riege der Berater wird es uns schon gegen eine gewisse Aufklärungsgebühr erklären. Denn es fehle in der Finanzbranche an einer Gesamtstrategie – im Fachjargon nennt man so etwas eine ganzheitlich verzahnte Multikanalstrategie – wow, das klingt doch sensationell, emotionalisierend, overwhelming, isn’t it?

Wo aber liegt der Nutzen der kleinen Himmelsstürmer wirklich? Vielleicht braucht es gar keine komplett und genial ineinander verzahnte Gesamtstrategie, wie von einem göttlich angehauchten Komponisten orchestriert. Vielleicht reicht schon ein nützliches Werkzeug, das uns nicht neues technisches Blendwerk suggeriert, sondern einen ganz praktischen Vorteil im mobilen Alltag bietet. Kein Wunder also, dass gerade eine einfache App für die Verwaltung von Reisekosten bei iTunes einer der mobilen Renner ist.  Aber die ist erstens kostenlos – und zweitens stammt sie nicht von Banken.

Ich bin gespannt, wo die wirklichen Killerapplikationen in der Bankenszene liegen werden. Wenn Ihnen schon eine begegnet ist, dann teilen Sie es ruhig den Lesern von Social Banking 2.0 mit.

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Written by lochmaier

Januar 30, 2012 um 8:27 am

Veröffentlicht in Uncategorized

5 Antworten

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  1. In der Tat sehe ich es genauso – es braucht keine weitere Filiale als App, sondern die Banken müssen ihren Kunden echte Mehrwerte in einer App bieten. Ich nenne diese dann immer „Bedürfnisbefriediger“.
    Solch ein Bedürfnis können Reisekosten sein, aber sicher auch Versorgungsrechner etc.

    Allerdings darf diese App nicht allein stehen, sondern muss in eine digitale Strategie eingebettet sein, da eine App, wie wir allen mehr und mehr wissen, allein noch lange keine Strategie ist.

    Welche Erfolgskriterien ich bei Apps sehe, habe ich mal kurz und knapp hier http://www.slideshare.net/ambajorat/trends-bei-mobilen-apps zusammen gefasst.

  2. Interessanter Ansatz, das Gros der Banken hält allerdings weiter an ihrer Topdown-Philosophie fest, weshalb die Innovationen von außen angestoßen werden. Vielleicht müssen dann einige bald von außen aufs Spielfeld blicken …

    lochmaier

    Januar 30, 2012 at 8:59 am

    • Ja die Gefahr für die Banken besteht in der Tat darin, dass Sie die echten Bedürfnisse der Kunden nicht wahrnehmen und Dritte ihnen zeigen wie es geht.

      Parallelel aus anderen Bereichen:
      – mytaxi macht den Funkzentralen vor wie es geht
      – square macht den Banken und Terminalherstellern vor wie es geht
      – spotify etc machen es der Musikindustrie vor

      Die Liste kann man endlos erweitern.

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