Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Burnout: Das erschöpfte Geld … und warum Eurobonds kommen

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Wohin mit dem lieben Geld, sofern man welches auf der hohen Kante hat, fragt in diesen „volatilen“ Zeiten so mancher. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht, denn alles hat seinen Preis.

1. Immobilien sind nur dann ein guter (Vermögens)Inflationsschutz, wenn sie nicht überbewertet sind, und deren Lage auf längere Sicht Bestand hat, auch in kritischeren Zeiten.

2. Aktien sind nichts für Menschen mit schwachen Nerven, einem möglicherweise bald bevorstehenden Kapitalbedarf, oder einfach nur all jenen, die nicht jedes Auf und Ab an den Finanzmärkten aussitzen können und wollen.

3. Bargeld ist ebenso erschöpft, es kann zwar weiter gedruckt werden, wird aber sicherlich nicht mehr, sondern weniger wert.

4. Gold ist zwar im Keller gut und sicher verstaut, wird es aber als konkreter Wert benötigt, so lässt es sich im Leiterwagen schlecht meistbietend durch die Straßen chauffieren. Und dann hat man wieder Geld in der Hand, das neu anzulegen und produktiv einzusetzen alles andere als leicht fällt.

5. Geld hat (nicht nur in Europa) einen Burnout, und genau deshalb werden Eurobonds wohl eine unausweichliche Alternative sein. Ob es vielen Experten und Politikern passt oder nicht, der Fisch windet sich noch lange im Netz bevor er endgültig darin zappelt.

Die wichtigsten Gegenargumente gegen den „Euroschuldschein“ (Eurobonds):

–         Eurobonds laufen zentralen marktwirtschaftlichen Prinzipien zuwider, da sie die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Euro-Staaten gefährden. Sie untergraben damit die Stabilität des Euro.

–         Die „Vergemeinschaftung“ von Schulden kann nicht erfolgreich sein, da sie die schwächeren Staaten dazu anregt, nicht konsequent genug an der Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu arbeiten.

–         Die Einführung von Eurobonds läuft dem Ziel einer stabilen Haushaltsführung entgegen.

–         Eurobonds ziehen erheblich höhere Zinskosten nach sich. Sie belasten den Bundeshaushalt und damit letztlich die Bürgerinnen und Bürger in Milliardenhöhe.

–         Grundsätzlich vertritt die Bundesregierung die Position, dass sich die Euro-Mitgliedsstaaten als Einheit bewähren müssen. Allerdings darf dies nicht einseitig zu Lasten der wirtschaftlich und finanziell starken Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland gehen.

Fazit: All diese immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragenen Argumente dürften Makulatur sein, wenn das Vorgeplänkel, wer nach einer langen Party am Ende die Rechnung zahlt, ein Ende findet. Und da sitzen viele zurecht mit im Boot in der europäischen „Schicksalsgemeinschaft“.

In guten wie in schlechten Tagen gehabt euch wohl. Dass hier die von der Boulevard-Stimungsmache negativ gefärbte Mehrheitsmeinung auf den Euro-Bondskurs in modifizierter Form einschwenken wird, ist offensichtlich, wie auch das Interview Die Deutschen werden einknicken zeigt.

Schließlich hat Deutschland auch jahrelang profitiert von der Euroeinführung. Deshalb lohnt es sich, im Auge des Orkans Ruhe zu bewahren, und nicht nur mit dem bösen Finger auf die faulen Griechen zu zeigen, um hier ausnahmsweise einmal auf den Ex-Chef-Volkswirt der Deutschen Bank im Handelblatt zu verweisen: Die Party für Anleger ist vorbei.  

Bilanz: Die Ressource Geld wird sich nur dann nicht im Dauer-Burnout erschöpfen, wenn Menschen mit Mut und frischen Ideen sich in der Wirtschaft und Gesellschaft einbringen. Und wenn alte Eliten, die allzu sehr in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, abdanken. In Griechenland und Italien sind bereits „langweilige“ Pragmatiker am Regierungsruder.

Ein bisschen mehr Bodenständigkeit. statt einer gnadenlosen Inszenierungskultur, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdrungen hat, könnte auch uns hier in good old germany gut tun, damit wir uns nicht als Ganzes in unserer eigenen Sackgasse beim ständigen Hin- und Herlaufen erschöpfen, bis das Geld endgültig „verdampft“.

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Written by lochmaier

November 28, 2011 um 7:43 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. Mit Eurobonds kann man auch nicht einkaufen gehen und muss genau so erst das ““’Papier´´´´´in wertloses Geld (Euro) eintauschen. Das selbe kann man mit Gold auch anstellen. Nur Gold ist ein Sachwert und kein Versprechen auf ein Papier!
    Wenn du Pech hast, ist morgen dieses Papier wertlos. Die Griechenzettelchen sind am besten Weg dazu und andere werden folgen.

    gulliver

    November 29, 2011 at 7:01 am

  2. […] es gibt einen Burnout – das Geld ist erschöpft. Vielleicht auch, weil es nicht in die richtigen Hände gelangt. Dies wirft die Frage auf, gibt […]


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