Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Gastbeitrag: Boris Janek (Finance 2.0) über das Geno Barcamp

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Anlässlich des dritten Geno-Barcamps in Münster, an dem ich selbst auf Einladung der GAD teilnahm und interessante Einblicke in die „Genobank 2.0“ erhielt, vereinbarten drei Blogger den Austausch ihrer Artikel.

So erschien mein Beitrag auf den Blogseiten der Innovationswerkstatt Bühl unter dem Titel: Unbegrenzter Grenznutzen von Social Media. Franz Welter wiederum bilanzierte bei Finance 2.0 seine Sicht zum Barcamp. Nicht zu vergessen auch die Inneneinsichten des vielseitigen Blogs „Bausparfuchs“: Die Flamme brennt.

Nun liegt abschließend der Spielball bei Boris Janek, der seine Bilanz zum dritten Geno Barcamp den Lesern von Social Banking 2.0 präsentiert.

Gastbeitrag von Boris Janek von Finance 2.0

Genobarcamp – ein komisches Wort. Ist das überhaupt ein Wort? Wäre es offiziell, dann hätte es sicherlich keine schlechten Chancen bei der Wahl zum Wort oder Unwort des Jahres. Social Media, Social Banking, Occupy Wallstreet, Facebook, Crowdfunding und Gamification sind weitere Worte, die neu, oftmals noch ohne deutsche Übersetzung und dennoch nicht weniger wichtig sind und die auf dem 3. Bar Camp der Genossenschaftsbanken eine nicht unbedeutende Rolle spielten.

Die wichtigste Rolle spielten jedoch die Menschen, also die Teilnehmer dieses Bar Camps. Um die Menschen geht es ja eigentlich auch, wenn wir über eine Veränderung der Finanzbranche sprechen. Und darüber wird in letzter Zeit viel gesprochen. Zum Beispiel in Talk Shows, in Nachrichtensendungen, in Zeitungsartikeln- und Kommentaren, in sozialen Medien und natürlich auch auf dem genobarcamp. Dass Banken selber darüber nachdenken etwas zu verändern, könnte  den Ein- oder Anderen überraschen. Und dieselben Menschen werden sich möglicherweise auch wundern, dass Banken eben nicht gleich Banken sind. Kämen sie darüber hinaus auf die Idee, dass Banken als organisatorisches Gebilde eben aus einer Vielzahl unterschiedlicher Menschen bestehen, die eben nicht nur Mitarbeiter einer bestimmten Bank sind, sondern auch Ehemann, Familienvater, Verbraucher, Kunde, Steuerzahler, ehrenamtlicher Mitarbeiter, Kirchgänger, Vereinsmitglied, usw. sind? Und wenn Sie auf diese Idee kämen, dann wäre es doch spannend, wenn sie aktiv den Dialog suchen würden, wo immer dazu die Möglichkeit geboten würde.

Die Kreditgenossenschaften  beschäftigen 158.000 Mitarbeiter, haben mehr als 30 Millionen Kunden und fast 17 Millionen Mitglieder. Das klingt nach Vielfalt und Mitbestimmung. Da scheinen eine erfolgreiche Vergangenheit und ein nachhaltiges Geschäftsmodell durch. Aber auch die Verantwortung sich zu hinterfragen und auf die Entwicklungen der Moderne zu reagieren. Denn letztendlich sind auch die genossenschaftlichen Banken aus einer gesellschaftlichen Bewegung heraus entstanden. Und die Zeiten sind geeignet sich diese Tatsache wieder in Erinnerung zu rufen.

Die richtigen Fragen lauten zum Beispiel:

Was erwarten die Menschen von einer Bank, der sie vertrauen können?

Welche Produkte, Dienstleistungen und Kontaktkanäle wünschen sie sich?

Welche Werte soll eine Bank vertreten, leben und vielleicht sogar verbreiten?

Möchte der Kunde mitbestimmen und sich aktiv einbringen oder soll die Bank eher im Hintergrund die Fäden ziehen.

Für welche Angebote ist der Verbraucher überhaupt bereit noch etwas zu bezahlen?

Will der Kunde den menschlichen Kontakt oder ist er eher an einfachen und vielleicht auch Spass machenden Technologien interessiert bzw. muss man möglicherweise Beides machen.

Muss die Bank Social Media nutzen? Wenn ja, wofür und wie?

Macht uns die Nutzung von Social Media zu einer besseren Bank? Oder. Was ist zu tun, um ein soziales Geschäftsmodell zu etablieren und zu leben.

Oder auch praktische Fragen wie?

Sind wir innovativ? Wir innovativ müssen wir sein? Wie werden wir innovativer?

Wie kann man das Potential der genossenschaftlichen Bankengruppe besser nutzen?

Wie können wir von Crowdsourcing, Enterprise2.0 und Co. profitieren?

Wie kann man die Vielzahl der unterschiedlichen Positionen unter einen Hut bringen und dadurch eine Aufbruch Stimmung erzeugen?

Wie können wir zeigen, dass wir anders sind?

Und was können und müssen wir vielleicht noch alles ändern, um ein Unternehmen zu werden, welches die Menschen in eine glücklichere, gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu führt.

… Und genau diesen Fragen stellten sich die Teilnehmer des 3. genossenschaftlichen Bar Camps. Auch wenn die Zahl der Teilnehmer überschaubar war. Es wurde rege und durchaus kontrovers diskutiert. Neue Geschäftsmodelle und Technologien standen ebenso auf der Tagesordnung, wie Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Social Media spielte eine Rolle. Es wurde über Marketing diskutiert und auch über die eigene Occupy- Kampagne. Viele spannende Vorträge und ebenso spannende Gespräche prägten die Tage im Innovationsforum der GAD. Herausragend organisiert von Frank Kleinert, grandios eingeleitet von Lothar Lochmaier und kurzweilig weiter geführt und gestaltet durch die Teilnehmer, die vielleicht auch Teil einer neuen Bewegung sind.

Zum Autor:

Boris Janek ist  Soziologe und arbeitet ist Manager Digitales Marketing bei der VR NetWorld GmbH in Bonn. Seit 2007 betreibt er den Blog www.finance20.de in dem er sich mit technologischen und kulturellen Veränderungen innerhalb der Finanzbranche entwickelt. Er hält regelmäßig Vorträge und führt Workshops durch, die sich vor allem mit den Themen Digitales Marketing, lokales Marketing Bank Innovationen und Finance2.0 beschäftigen. Mehr Infos erhalten Sie direkt vom Autor zum Beispiel über twitter @electrouncle oder auch auf Xing.

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Written by lochmaier

November 21, 2011 um 7:30 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. […] dem Geno Barcamp in Münster (siehe Zusammenfassung auf diesem Weblog) , das die GAD im vergangenen November veranstaltet hat, habe ich zwei Vorstände […]


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