Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Schattenbanken: Vorschau auf mein neues Buchprojekt (Teil 2)

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Über den Sommer habe ich fleißig an meinem Manuskript gearbeitet: Der Roman Schattenbanken spielt mit den beiden Elementen Licht und Schatten in der Finanzwelt. Die Grenzlinie zwischen Schwarz und Weiß verläuft dabei nicht nach einem simplen Erkennungsmuster. Dadurch stellt sich die Frage: Wer oder was sind Schattenbanken?

Zunächst die Frage, warum ich das Ganze nicht in einem Sachbuch, sondern in einem Roman verpacken möchte. Die Antwort: Zum einen ist die Welt der Schattenbanken sehr diskret, aber noch viel wichtiger: Ich habe mehr künstlerische Freiheiten, wenn ich mit den Figuren kreativer arbeiten kann, jenseits von vorgefertigten Moralvorstellungen und von klischeehafter Schwarz-Weiß-Malerei (hier die guten Bürger, dort die bösen Banker – diese Ungleichung stimmt so nämlich leider nicht).

So habe ich mich auf den kreativen Weg zu den Schattenbanken gemacht. Sie sind vieles, zum Beispiel ein paralleles Geldwesen, das sich – je nach kultureller Ausprägung – durch den informellen Geldtransfer direkt zwischen Menschen oder Gruppen auszeichnet. Es umgeht im Sinne einer finanziellen Tauschwirtschaft die offiziellen Mechanismen von Staaten, Regierungen und Banken. Persönliche Beziehungen stellen bei dieser Variante das zentrale Bindeglied in einem sorgsam nach außen gehüteten Vertrauensgeflecht dar.

Schattenbanken sind aber auch eine kriminell organisierte „Schattenwirtschaft“, die versucht, den Geldfluss mit allen Mitteln auf ihre eigenen Konten umzuleiten. Es sind Organisationen mit einer mafiösen Struktur, die den Drogen- und Menschenhandel oder die Geldwäsche ebenso als ihr Alltagsgeschäft ansehen wie sie das Internet als Vehikel für die Erpressung und den Kontendiebstahl einsetzen.

Schattenbanken können des Weiteren ein aus dem Ruder gelaufenes unreguliertes, nach außen jedoch vollkommen „legal“ getarntes Finanzsystem sein, das sich durch seine eigenen Exzesse in den Ruin zu treiben gedenkt. Im Fachjargon bezeichnen Experten das Umgehen von Steuern sowie das elegante Umschiffen von offiziellen Transportwegen als Offshore-Banking oder Treasure Islands

Bei dieser Variante erweist die Finanzindustrie der Gesellschaft zweifellos einen Bärendienst, indem es den Unternehmen und vor allem großen Konzernen einen Pfad durch diese Welt der Schlupflöcher hindurch ebnet.

In die Kategorie Schattenbanken sind unter Umständen auch Hedge-Fonds oder Geldmarktfonds einzusortieren, die an der Kreditvergabe beteiligt sind, jedoch keiner rechtlichen Regulierung unterliegen wie gängige Banken. Zu den Initiatoren dieser meist nur mit geringem Eigenkapital unterlegten Geschäfte gehören etwa Private Equity, Vermögensverwalter, Staatsfonds, Broker und Zweckgesellschaften. Aber nicht alles und jeder ist gleich eine Schattenbank.

Selbst konventionelle Banken werfen trotz der gestiegenen Eigenkapitalanforderungen immer längere Schatten, denn deren Verbindlichkeiten dürften mindestens ebenso hoch sein wie jene der unregulierten Marktteilnehmer. Ja ganze Staaten könnte man aufgrund ihrer Schuldenlast als Schattenbank bezeichnen.

Es fällt deshalb schwer, eine idealtypische mentale Grenzlinie zwischen den einzelnen Akteuren zu ziehen, die sich einem billigen Schwarz-und-Weiß geprägten Weltbild entziehen. Denn auch die träge Masse der Mitläufer fungiert als Teil des weltweiten Systems von Schattenbanken, wenn Bankkunden und Vermögensanleger sich keinerlei Gedanken darüber machen, wie ihr Geld „arbeitet“, auf dessen Basis die Finanzindustrie ihr Kapital vermehrt, in welche Kanäle es fließt und auf welcher sozialen Grundlage es weniger privilegierte Menschen auf diesem Kontinent möglicherweise in den Ruin treibt.

Und Schattenbanken können schließlich auch extremere soziale und politische Gruppierungen sein, die an der Grenzlinie zwischen Zerstörung, Anarchie und sozialer Utopie nach einem Ventil, einer Ausflucht oder Alternative Ausschau halten. In diese Kategorie gehören etwa Aktivisten, die versuchen, ein aus ihrer Sicht aus dem Ruder gelaufenes kapitalistisches System mit Hilfe von technischen Angriffswaffen zu torpedieren und zu sabotieren.

Manche Visionäre halten aber auch Ausschau nach einem konstruktiven Ausweg, einer vermeintlich besseren Alternative zu den Schattenbanken, die sie mit einem ökologisch und sozial nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem verbinden. Der Weg dahin scheint indes lang und steinig. Lichtbanken wären jenseits zu hochgesteckter moralischer Ansprüche ganz einfach jene Menschen, die umsichtig und kreativ mit ihrem eigenen und dem Geld anderer umgehen. Das ist sicherlich (noch) eine Minderheit.

Nun aber statt der grauen Theorie eine Kurzbeschreibung des Inhalts:

Der Roman beschreibt Schattenbanken unterschiedlichster Prägung aus dem Blickwinkel eines IT-Sicherheitschefs. Der ehrgeizige Sebastian Heilfrisch (48), der bei einer fiktiven deutschen Großbank arbeitet, hat die oberste Sprosse der Karriereleiter bereits erklommen. Er sieht sich jedoch mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert.

Diverse Hackerangriffe von unterschiedlichen Seiten bringen seine Sicherheitsphilosophie und die ganze Bank ins Wanken. Auch sein Privatleben droht allmählich aus dem Ruder zu laufen. So bleibt unklar: Kann er seine Aufgaben lösen? Wer steckt hinter den Hackerangriffen auf sein Geldinstitut? Und wo lauert die Gefahr bei den Schattenbanken wirklich?

Fertigstellung: Noch offen (2012-2030, Kreativität lässt sich eben nicht planen …)

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Written by lochmaier

Oktober 19, 2011 um 11:34 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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