Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

K(l)eine Randnotiz: US-Finanzblogger treiben den Wandel

with one comment

In den USA ging vor wenigen Tagen die erste Financial Blogger Conference in Chicago zuende. Lebendige Videobilder mit Stimmen der Teilnehmer dazu gibt es hier auf Youtube. Da tut sich also wirklich was, 250 Teilnehmer aus der Blogosphäre waren ebenso vertreten wie einige für neue Trends aufgeschlossene Banken, die das Event sponsorten. 

Bewegungen wie Occupy Wall Street treiben den Wandel. Ganz vorne mit dabei sind Blogger. Und dort herrschte auf dem Treffen in Chicago eine ausgesprochene lebendige Atmosphäre, ja Aufbruchstimmung.

Es gibt übrigens jenseits der rein politischen Dimension eine ganze Reihe von spannenden Finanzblogs in den USA, die von ihrer Anzahl, aber auch von ihrer Bedeutung in der vernetzten Medienwelt den Weg weisen. Manche mögen für deutsche Augen und Ohren etwas (eigen)marketinglastig sein.

Die Zahl der Kommentare ist sicherlich nicht das Qualitätsmerkmal bei Wirtschafts- und Finanzblogs – provokativ formuliert: Je weniger Kommentare umso besser und aussagekräftiger der Beitrag. Aber die Medien kennen fast nur den Begriff Quantität und Reichweite. Dabei geht es gerade bei guten Blogs um inhaltliche Differenzierung und Individualität, in den USA gibt es weit weniger Schubladendenken als hier.

Blogs sind aber hier wie dort die Trendscouts und Frühwarnsysteme für gesellschaftliche Veränderungen, die irgendwann auch die Wirtschaft erreichen. Die Monetarisierungsfrage stellt sich dabei zunächst nicht, gerade wenn man neue Wege beschreitet.

Fazit: Bloggende Journalisten oder journalistische Blogger? Die Frage ist bei Wirtschafts- und Finanzjournalisten längst out – denn gerade hier gibt es kaum ideologische Grabenkämpfe wie in anderen Revieren. Es dominiert Pragmatismus, jeder hat in Personalunion viele Funktionen…. Auch Journalisten sind übrigens neugierige Wesen – in Zukunft werden also gute individuelle Blogformate sicher ihren Zugang zu den Medien finden – und umgekehrt. Eine synergetische Koexistenz – das wäre doch sicher eine gute Nachricht, oder?

Doch nun stellt sich die spannende Frage, ist so etwas wie eine lebendige Szene nicht auch in Deutschland möglich? Zugegeben, was für eine unverschämte Frage, die so manches öffentliche Definitionsmonopol und Zitierkartell gerade in der hierarchischen Medien- und Finanzwelt in Frage zu stellen vermag.

Schwarze oder weiße Bilder zu erzeugen, ist schließlich das einträglichste Mediengeschäft, statt zu differenzieren. Man könnte deshalb geradezu salomonisch antworten: Jein, einen rasanten Wandel wird es hier so nicht geben. Will heißen: Nicht sofort, aber irgendwann, wenn wir es uns leisten können, als brave Herde den Trends hinterher zu laufen, die andere in den USA und sonstwo setzen, wo unternehmerische Neugier größer geschrieben wird. 

Jedem sei dazu noch einmal die unten eingeblendete Videobotschaft von Steve Jobs empfohlen, die er im Jahr 2005 vor Studenten der Eliteuni Stanford  hielt. Allerdings sind hier die Verhältnisse doch noch etwas anders gelagert. Kurz: Das Schubladendenken ist sehr groß und die Bewegung zwischen einzelnen festgefügten Lagern ist nicht ausgeprägt. Kurzum, noch überwindet die Neugier keine Gräben. 

Aber meist kommt ja alles, was in den USA erfunden wird, mit gewisser zeitlicher Verzögerung zu uns. Um es leicht abgewandelt mit den Worten von Steve Jobs zu sagen:

– Die zentralen Punkte im Leben verbinden sich immer erst nachher. Davor muss man neugierig sein und etwas riskieren. Man sollte dabei einer inneren Richtschnur folgen, die in den eigenen Talenten und Träumen angelegt ist. 

Deshalb meine kleine Randnotiz: Wer im Innovationszug ganz vorne sitzt, holt sich eventuell eine blutige Nase, der Gegenwind bläst evtl. etwas frontaler ins Gesicht, aber es ist auch das Gefühl, an der Entstehung von etwas Neuem beteiligt zu sein. Wer in der Mitte des Zuges sitzt, fährt dagegen bequem und relativ risikolos, irgendwie gut genährt, aber auch langweilig. Und ganz hinten, da droht der eigene Waggon ganz vom Zug abgehängt zu werden.

Where do you want to drive?

Advertisements

Written by lochmaier

Oktober 12, 2011 um 7:03 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Tja, mal schauen, bis das hierzulande so weit ist …

    LG

    Hansjörg Leichsenring

    Hansjörg Leichsenring

    Oktober 13, 2011 at 9:51 am


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: