Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bank überfällt Bürger – Bürger überfällt Bank

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Während der Sommerpause hat sich einiges getan in der Finanzwelt, die wieder einmal (fast) aus den Fugen geraten ist. Noch vor ein paar Wochen riefen alle Finanzblätter ungebremst und nahezu im Vollrausch zum Kauf von Aktien auf, um jetzt wieder flugs auf die andere Seite der Bedenkenträger zu schwenken. Nicht alles ist eben Gold, was glänzt.

Auch das Gros der Wirtschaftsmedien schwenkte auf diesen Kurs ein. Dies zeigt, wie fragil die Prioritätenliste in der Gesellschaft insgesamt geworden ist, statt einer klaren Richtung sind wir mit „Banküberfällen“ unterschiedlichster Couleur konfrontiert. Während institutionelle Investoren die Aufs und Abs in der Regel abfedern, gelegentlich sogar massiv davon profitieren, weil sie rasch aus- und wieder einsteigen, schaut der Durchschnittsbürger in die Börsenröhre.

Mehr dazu, wie Anleger unter der Übertreibung der Übertreibung leiden, in einem Beitrag auf Manager Magazin online. Und:  Es gibt keine neuen Heilsbringer, denn auch beim sicherlich nicht schlechten Engagement in Exchange Traded Funds kann man ziemlich daneben liegen (z.B. via Swap-Falle). 

Eine volatile Börsenwelt macht manche reich und noch mehr ärmer. Man werfe nur mal einen Blick in die Aktiendepots – schon geprüft, die Abwärtsbewegung geht meist doppelt so stark und schnell als die zur Erholung wieder einsetzende  Aufwärtsbewegung? Verfolgen Sie es doch mal mit und führen Sie genau Buch…

Was lernen wir daraus? Aktives Management gibt es nur für die Gewinner, und dazu gehört der Kunde, der nicht den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt wie die Profis, sicherlich nicht. 

Wer über den Sommer etwas Zeit hat, kann nachlesen, dass es derartige Probleme indes bereits seit Jahrhunderten gibt: Börsenspekulanten und ihre großen und kleinen Opfer – von ihren Schicksalen erzählt Emile Zola in Das Geld. Ein Roman über die Intrigen und Machenschaften in der Finanzwelt, der heute aktueller ist denn je (Motto: Warum eine Bank überfallen, wenn man eine gründen kann).

Passend dazu diese Meldung: Die WELT berichtet, dass Berater ihre Margen bei Zertifikategeschäften sogar gerne verschweigen dürfen. Angesichts der Bemühungen von Verbraucherschützern, angeblich mehr Transparenz in den Markt zu bringen, ein reichlich kurioser Vorgang, der noch dazu von einem Oberlandesgericht höchstamtlich abgesegnet worden ist.

Wer also überfällt hier wen? Schaut man sich die neue Cashmaschinerie der russischen Sberbank an, dann stellt sich diese eigentlich leicht überzogen wirkende Frage tatsächlich. So berichtet Dailyfinance,  die Besonderheit des Automaten sei ein Lügendetektor, um Tricksereien bei Kreditanträgen aufzudecken.

Werfen wir mal einen Blick in die Wundertüte – dort darf der Nutzer Fragen nach Beschäftigung und ausstehenden Krediten allzu gerne mündlich und ohne Tastendruck beantworten. Wer hat denn dieses Kuriosum erfunden? Nun ja, die Technologie für die neuen Automaten liefere ein Unternehmen, zu dessen Kunden auch der Inlandsgeheimdienst FSB zähle, also der legitime Nachfolger des KGB. 

Irgendwie drängt sich da doch der Eindruck auf, dass die legal operierenden Schattenbanken größer sind als die realen und legal aufgestellten. Auch dies scheint auf den ersten Blick eine absurde Behauptung. Zumindest sieht es aber so (nicht nur) das kritische Netzwerk Attac, denn schließlich unterhalte die Deutsche Bank mehr Filialen in Steueroasen als am deutschen Hauptsitz. Ebenfalls vorne mit dabei auf der deutschen Giftliste die Commerzbank und Deka Bank. 

Ob man indes Hedge Fonds auch als Teil eines gefräßigen Systems von unregulierten Schattenbanken ansehen darf, darüber streiten die Gelehrten noch, wie ein Beitrag im Handelsblatt verdeutlicht. Die Autoren werfen jedenfalls im Abspann die Frage auf: Je mehr Geld die Hedge-Fonds aufsaugen, umso größer das Risiko, das sie bereit sind einzugehen?

Da braucht man sich also nicht unbedingt zu wundern, dass der vom unangreifbaren Finanzadel an der Nase herum geführte Bürger irgendwann zurückschlägt. Jeder hat dabei seine eigene Methode. Fragt sich bloß wie – das gleich folgende Video, das einen gescheiterten Banküberfall im Februar 2011 in China zeigt, ist wirklich sehens-, aber keinesfalls nachahmenswert.

Sinngemäß lautet die Lektion auch am Beispiel der britischen Protestkultur: Wer keinen Plan B hat, der kommt in finanziellen Dingen nicht weit. Blinde Wut, aber auch Angst waren noch nie gute Ratgeber. Das gilt auch für das wirkliche, das legale Leben mit dem Geld. Aber schauen Sie doch selbst – es lohnt sich in voller Länge, bis zum bitteren Ende:

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Written by lochmaier

August 15, 2011 um 7:01 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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