Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Preisfrage: Wer oder was sind eigentlich Schattenbanken?

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Dazu findet man reichlich verschiedenartige Erklärungen, die ein ausgesprochen widersprüchliches Bild ergeben. Gerade diese Vielschichtigkeit reizt. Schattenbanken können vieles sein. Es kann ein paralleles Geldwesen sein, das sich – je nach kultureller Ausprägung – durch den informellen Geldtransfer direkt zwischen Menschen oder Gruppen auszeichnet.

Es kann eine kriminell organisierte „Schattenwirtschaft“ sein, die versucht, die legalen Geldflüsse mit allen Mitteln auf ihre eigenen Konten umzuleiten. Es kann ein aus dem Ruder gelaufenes unreguliertes, nach außen jedoch vollkommen „legal“ getarntes Finanzsystem sein, das sich durch seine eigenen Exzesse in den Ruin zu treiben gedenkt.

Ein Beispiel: Man kann, wie der Ökonom Stefan Homburg es in einem Spiegel-Interview Das System wird gesprengt anschaulich und leicht angeberisch verdeutlicht, auch ordentlich Geld in griechische Anleihen stecken. Und zwar, um damit bis zu 25 Prozent Rendite zu machen – und es damit Banken und Hedge Fonds gleich tun, die alles tun, nur nicht an andere denken.     

Und es können schließlich extremere soziale und politische Gruppierungen sein, die an der Grenzlinie zwischen Anarchie und sozialer Utopie nach einem Ventil oder einer Ausflucht suchen.

Manche halten auch Ausschau nach einem konstruktiven Ausweg, einer besseren Alternative, die sie mit einem ökologisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftssystem verbindet. Das ist sicherlich noch eine Minderheit. Wie schön wäre es, wenn das Geld die Bedürfnisse der Menschen und der Realwirtschaft ernst nähme, statt nutzlose Wolkenkratzer zu konstruieren, die in der späteren Nachwelt kein Erdenbewohner mehr verwalten möchte.

Ein Satz ist mir immer in Erinnerung: Die Banken gewinnen immer, ob im Krieg, Frieden, Auf- oder Abschwung. Wenn man sich das anschaut, was in Griechenland läuft, bestätigt sich dieser klischeehafte Eindruck bis zu einem gewissen Grad. Denn während private Banken längst reagiert haben, versuchen die Staaten sich ziemlich unprofessionell im Krisenmanagement, und sie zögern, sich selbst und anderen reinen Wein einzuschenken.

Gibt es sowas wie eine „Lichtbank“ – wohl kaum. Höchstens ein paar kleine Kerzen. Zweifellos, auch der ganz normale, aus der unauffälligen Mittelschicht unserer hoch entwickelten Industriegesellschaften stammende Planetarier ist eine Art von Schattenbank.

Somit gibt es unzählige Spekulationsgebiete und manche Protagonisten maskieren sich so wie ein hölzernes Trojanisches Pferd, aus dessen Innenleben plötzlich eine ganze Armee heraus stürmt, um andere auf elegante Weise den eigenen Spielregeln zu unterwerfen.

Es liegt also an uns selbst, ob wir für unser eigenes und das Geld anderer die Verantwortung übernehmen, wie wir also mit Licht und Schatten jonglieren. Es bleibt wünschenswert, sich einander in diesem Lernprozess die Spielbälle zuzuwerfen, statt sie nur im eigenen Feld halten zu wollen – oder sie gleich ganz ins Abseits zu befördern.

Die Basisvariante von „Social Banking“ jenseits einer zu hochgesteckten Gutmenschen-Moral  ist genau das, nämlich vernünftig, effizient und – nicht zu vergessen – kreativ mit dem eigenen und dem Geld anderer umzugehen. Man muss dem folgenden Video nicht zustimmen, aber sich mit dem Phänomen tiefergehend zu beschäftigen, lohnt sich allemal, auch für die eigenen Finanzen.

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Written by lochmaier

Juni 30, 2011 um 7:31 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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