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Warren Buffett (3): Der Finanzjongleur mal ganz anders betrachtet

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Venture Philantropy: Geld und Moral nicht immer im Gegensatz - Foto: Tim Schäfer

Warren Buffett , amerikanische Investmentlegende, ist ein teurer Gesprächspartner, berichtete kürzlich diepresse.com.  Wenige Stunden nach Beginn einer fünftägigen Versteigerung eines Power-Lunchs mit dem Milliardär beim Online-Auktionshaus Ebay stand der Preis schon bei knapp 2,35 Millionen Dollar (1,61 Millionen Euro) – und das bei einem Startpreis von nur 25.000 Dollar.

Für eine Handvoll Millionen Dollar? Dabei kann man durchaus billiger mit der Investmentlegende essen gehen.

Hier nun – etwas verspätet – zum Abschluß der dreiteiligen Serie über Warren Buffet ein Gastbeitrag, um den ich den Finanzblogger Tim Schäfer gebeten habe. Er berichtet via timschäfermedia regelmäßig direkt aus der US-Gemeinde der „Wallstreeter“.  Hier also seine Sicht der Dinge, warum er sich in seinem Blog immer wieder mit der Investmentlegende auseinandersetzt – und ihn natürlich auch schon persönlich getroffen hat, zum Billigtarif übrigens.

Warren Buffett bis zum Abwinken

von Tim Schäfer*

Immer wieder fragen mich Blogleser, warum ich ständig über Warren Buffett schreibe. Das Thema des Value Investings sei langweilig, Buffett sei ein Opa und seine Anlagephilosophie altbacken, klagen sie. Ich entgegne dann immer: Das Kernprinzip des Investierens ändert sich nie. Und Buffett ist mein Vorbild. Er ist der beste Anleger.

Ich reiste zwei Mal zu seiner Hauptversammlung ins verschlafene Städtchen Omaha. Trotz seines Erfolgs ist Buffett alles andere als arrogant. Er unterschrieb meine Einladung. Bereitwillig beantwortete er meine Fragen. Ich glaube, dass wir als Anleger sehr viel von ihm lernen können. Wir können sogar von ihm lernen, einen genügsamen Lebensstil zu führen. Obgleich der 80-jährige der drittreichste Mensch der Welt ist, wohnt er in dem selben Haus, das er 1957 für 31.500 Dollar erworben hatte. Nahezu sein gesamtes Privatvermögen in Höhe von 50 Milliarden Dollar hat er für wohltätige Zwecke reserviert. Der Löwenanteil seines Reichtums geht an die Stiftung seines Freundes Bill Gates.

Als Anleger können wir von dem „Orakel von Omaha“ lernen, dem Herdentrieb an der Börse nicht zu folgen. Buffett achtet mit Argusaugen darauf, keine Aktien zu kaufen, die in aller Munde sind. Er investiert statt dessen in unterbewertete Dividendentitel, die keiner im Blickfeld hat. Eines der Erfolgsrezepte ist nach seinem Einstieg einen langen Atem zu haben. Er bleibt Jahrzehnte in seinen Aktien investiert, in vielen Fällen hält er seine Bestände bis zum heutigen Tag.

Vielfach herrscht leider an der Börse der Irrglaube vor, dass man als Anleger mit Daytrading oder Momentum-Aktien gigantische Gewinne in die Scheune fahren kann. Es wird wie wild mit Aktien, Investmentfonds, Zertifikaten, Optionen und anderen Instrumenten spekuliert – in der Hoffnung, den großen Reibach machen zu können. Dabei wird übersehen, dass eine aktive Handelsstrategie gigantische Kosten verursacht – von Gebühren über Provisionen bis hin zu Steuern und Depotkosten. Ich glaube, dass das hektische Hin und Her für die Mehrzahl der Anleger ein absolutes Verlustgeschäft ist. Es gibt zahlreiche Studien über das Daytrading, die das belegen. 80 Prozent der aktiven Fondsmanager schneiden auf Dauer schlechter als ihr Vergleichsindex (Benchmark) ab.

Zugegeben, es ist schwer rational an der Börse zu agieren. Die Gefühle machen uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Wichtig sind Selbstdisziplin, Geduld, Selbstvertrauen und Stärke. Ich nutze meinen Blog als ein Tagebuch. Ich möchte meinen Lesern ein paar Tipps geben. Der ein oder andere warf mir schon vor, arrogant den Zeigefinger zu erheben. Das möchte ich gewiss nicht! Denn ich mache selbst viel zu viele Fehler, als dass ich das könnte. Über meine Fehler schreibe ich offen in meinem Blog. Am meisten macht es mir Spass, wenn ich am nächsten Morgen in den Blog blicke und die interessanten Anmerkungen meiner treuen Leser entdecke.

Zum Schluss möchte ich Ihnen Börsentipps mit auf den Weg geben: Vergessen Sie die täglichen Kursschwankungen, sie sind im Grunde irrelevant. Was zählt ist vielmehr, wie sich meine Aktienfavoriten auf Sicht von Jahren entwickeln. Denken Sie mal darüber nach: Wenn meine Aktie um 15 Prozent pro Jahr zulegt, wie hoch fällt das Plus dann im Schnitt am Tag aus? Die Antwort: Es ist nicht der Rede wert. Insofern ist es ratsam an der Börse stets einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ein weiterer Aspekt des Value Investings nach dem Konzept Buffetts ist es große Risiken zu vermeiden. Insofern setze ich auf starke und solide Großkonzerne, die hohe Dividenden ausschütten. Buffett wirbt für eine simple Vorgehensweise. Für die Geldanlage gibt es seiner Meinung nach zwei Grundregeln: Regel Nummer 1: Verliere kein Geld. Regel Nummer 2: Vergesse die Regel Nummer 1 nicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg an der Börse!

* Über den Autor: Der Journalist Tim Schäfer pendelt seit dem Frühjahr 2006 zwischen New York und Deutschland. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag, eine der führenden deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für Magazine wie Der Aktionär oder die Börsenbriefe Prior Global und Prior Gold.

Noch zwei kleine Hinweise: Das Weblog Social Banking 2.0 gibt keine Anlageempfehlungen. Der obige Beitrag gibt also die Perspektive des Autors wieder. Und hier geht es zum ersten und zum zweiten Teil der Serie über Warren Buffet, die den Finanzjongleur  aus allerlei anderen und teils schrägen Blickwinkeln betrachtet hat.

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Written by lochmaier

Juni 16, 2011 um 7:00 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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