Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Die Sprache des Geldes: Die provokantesten Zitate (Teil II)

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Nachdem ich im ersten Teil das Buch der Autorin Anke Wahl bereits vorgestellt habe, hier nun eine Auswahl an provokanten Zitaten aus „Die Sprache des Geldes“: 

… Geld (ist) nichts Mystisches, nichts Irrationales, auch nichts Unergründliches und Unverständliches …, sondern … eine soziale Tatsache …, die Wirklichkeit schafft. (Seite 11)

Geld ist ein Phänomen mit paradoxem Charakter, das die Eigenschaft hat, zum gravitierenden Zentrum für Einstellungen, Meinungen und Orientierungen der Menschen zu werden … . (Seite 14)

Der … zunächst weit verbreitete Glaube, das angelegte Geld vermehre sich mit … Finanzprodukten sowie der Expertise von Anlage- und Bankberatern quasi wie von selbst, ist bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends heftig erschüttert worden. Im Verlauf der jüngsten Finanzkrise hat sich dann noch die bis dato weit verbreitete Ansicht, Anlage und Management seiner Ersparnisse könne man getrost Anderen überlassen, als Trugschluss entpuppt. Das Vertrauen in die Finanzökonomie und ihre Institutionen ist inzwischen nachhaltig gestört und das Thema Geld und Geldanlage ist als ein überaus problematisches ins Bewusstsein der Menschen gerückt. (Seite 37)

Die … für viele unerwartet heftigen Verwerfungen auf den Finanzmärkten verstärken den Druck auf die Bevölkerung. (…) Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften … gewinnt es (das Geld, L. L.) in Zeiten, in denen es an Sicherheit und Orientierung fehlt, zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus werden sich die Verteilungsungleichheiten … aller Voraussicht nach nicht einebnen, sondern weiter verschärfen, so dass die Bevölkerung dazu aufgerufen sein wird, nicht nur danach zu fragen, wie gleich oder ungleich das Geld verteilt ist, sondern auch danach zu fragen, in welchen Händen es sich befindet, aus welchen Gründen es sich dort befindet, wer wen finanziert und wie es das Denken und Handeln seiner Besitzer beeinflusst und prägt. Aufschlussreich ist … auch, wie die Art seiner Verwendung mit der seiner Einnahme und umgekehrt, wie die Art seiner Einnahme mit der seiner Verwendung korrespondiert. (Seite 37-38)

In Kreisen des asketischen Protestantismus und intellektuellen Bürgertums gilt es zwar als schick, über das Profitmotiv die Nase zu rümpfen. Aber auch diese Kreise können nur mit Geld und nicht ohne es existieren und profitieren vom wirtschaftlichen Erfolg derjenigen, die ihre Gewinnabsichten oft nur unverblümter als jene ins Zentrum ihrer Bemühungen stellen. (Seite 39)

Insofern sich das … Geld in alles Mögliche verwandeln lässt, kann auch jeder beliebige Genuss auf es übertragen … werden. (Seite 91)

Die Lebensstile der Besitzenden und Gebildeten verraten – obwohl gerade Letztere gerne das Gegenteil behaupten und das Geld oft als kalt, hart und herzlos kritisieren, dass sie Geldvermögen besitzen und durchaus (auch) bereit dazu sind, es so einzusetzen, dass es seine kalte, harte und herzlose Seite zeigt. (Seite 102)

… ihre bequeme und mutlose Art (schützt) sie (die Träger der integrationsorientierten Lebensstile, L. L.) einerseits davor, höhere Ansprüche an sich selbst zu stellen, lässt sie andererseits aber auch ein äußerst feines Gespür dafür entwickeln, wessen Investition sich aller Voraussicht nach rechnen wird. Das heißt, sie wissen sehr genau, mit wem es sich lohnt in Kontakt zu treten, in welcher Position und bei welchem Arbeitgeber man sich am besten beschäftigen lässt. … ein (solches) Verhalten hat den … Vorteil, profitieren zu können, ohne selbst riskant investieren zu müssen. Das Ergebnis dieser mittelmäßigen Geldausgabeentscheidungen ist dieser konforme Lebensstil, der dazu tendiert, überdurchschnittliches Wachsen und Werden (fast) als Angriff zu empfinden. (Seite 109-110)

Börsennotierte Wertpapiere dürften für die Träger der gehobenen Lebensstile aber schon allein deshalb interessant sein, weil sie sie dazu auffordern, in den „Wettbewerb der Gerissenheit“ (Keynes) einzusteigen. (Seite 111)

… die Menschen setzen dem Geld die Dinge äquivalent, die für sie wertvoll sind, von denen sie überzeugt sind, die sie besitzen oder erreichen wollen. … Geld (hat) genau die Bedeutung …, die die Menschen ihm zuschreiben, … es (ist) genau das …, was es sein soll. (Seite 118)

Kulturelle und kapitale Rendite sind affinen Charakters und entpuppen sich beide als Kinder des Geldes. Lebensstile produzieren Kultur- und Kapitalgewinne, wobei Letztere in ihrer … ungeformten Gestalt … ein Maß an Können, Macht und Energie in sich bergen können, das den Ersteren sogar weit überlegen sein kann. (Seite 124)

Im Gegensatz zu den sonstigen Erfahrungen, die breite Schichten der Bevölkerung im Alltag machen mögen, belohnt die Börse Nachahmung … nicht, so dass es kommt, wie es kommen muss: Das Engagement des Publikums endet allzu oft mit Verlust und nicht mit Gewinn. (Seite 156)

… Lebensstile (sind) produktiv und Voraussetzung für (weiteres) Geld. (Seite 181)

Offenbar veranlassen verlässlich sprudelnde Geldquellen vergleichsweise riskante Geldanlageentscheidungen, da sie den entscheidenden Vorteil haben, eventuell zu erleidende Verluste mit den nächsten Gehaltszahlungen wieder ausgleichen zu können. (…) Wer sich abgesichert weiß, macht zwar nicht unbedingt Gewinn, kann zumindest aber mehr riskieren. (Seite 185)

Sie (die Selbständigen, L. L.) wälzen das Risiko, das sich mit dem Gelderwerb verbindet, weder auf den Steuerzahler noch Arbeitgeber ab, sie tragen es selbst. (…) Selbständige lassen sich nicht versorgen, sie versorgen sich selbst. (Seite 185, 186)

Die Chance, … eine … viel versprechende Anlagestrategie verfolgen zu können, hängt … mehr denn je … von der Frage ab, wie „leicht“ oder verlässlich man mit herkömmlicher Erwerbsarbeit (noch) Geld verdienen kann. Die Frage, ob die Geldquelle bereits versiegt ist, ob sie droht auszutrocknen oder auch in Zukunft noch verspricht, munter weiter zu sprudeln, ist … mit entscheidend dafür, wenn es darum geht, die mit unterschiedlichen Anlagestrategien verfolgten Gewinnabsichten zu beurteilen. (Seite 186)

Im dritten und abschließenden Teil folgt ein Interview mit der Autorin. Darin: Wie das Netz und Social Communities den Umgang mit dem Geld prägen und verändern.

Hinweis: „Die Sprache des Geldes  kann entweder beim VS Verlag, über buecher.de oder über Amazon bestellt werden.

Written by lochmaier

Juni 7, 2011 um 8:47 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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