Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Doktor Spar: Röntgenblick (3) auf Dr. zu Guttenberg und die Finanzberater

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Offenbar ist die Mehrheit der Bevölkerung laut dem Magazin Focus dazu geneigt, dem Verteidigungsminister Dr.  zu Guttenberg eine gewisse Großzügigkeit entgegen zu bringen. Nun ja, die Bürger wählen und votieren oftmals über ihre Verhältnisse. Wer sich selbst sein Geld hart erarbeiten muss, sollte nicht zu nachlässig mit anderen sein, denen manches in die „goldene Wiege“ gelegt worden ist.

Denn wer hier gegenüber „den kleinen Nachlässigkeiten“ in einer Doktorarbeit des Verteidigungsminister allzu großzügig ist, die laut Unistatut „Neues und nicht mehr oder minder klug Abgeschriebenes“  feil bieten soll, der dürfte privat auch dazu geneigt sein, einem Finanzberater sein Geld anzuvertrauen – der den Mehrwert des Geldes lieber in die eigene Tasche wirtschaftet, und den Kunden anschließend mit einem dicken Minus allein im Regen stehen lässt. Was für einen Aufschrei gäbe es wenn  ein falscher Doktor einen Operationsfehler machte …

Finanzberater bewerten: Zwischen Schwarzbuch und Persilschein

Viel Blendwerk gibt es auch anderswo. Ich selbst hätte dazu folgende neue Philosophie: Ich würde einem Finanzberater beim ersten Gespräch vorschlagen, dass ich ihn an den Verlusten ebenso prozentual beteilige wie an den Gewinnen. Das erhöht den Ehrgeiz meines Gegenübers enorm, sich fair zu verhalten – vielleicht aber würde der Seelenverkäufer sofort die Türe hinter sich zuschlagen und das Weite suchen.

Mir ist schon klar, es gibt auch ordentliche und seriöse Finanzflüsterer. Trotzdem, die strukturellen Missstände sind gravierend. Denn auf Augenhöhe möchte so gut wie keiner der rund 400.000  Vermögensberater in Deutschland mit dem Kunden kommunizieren.  Warum auch – das Spiel der Intransparenz und Informationsasymmetrie hat bislang bestens funktioniert.

Selbst nach der Finanzkrise scheint alles so weiter zu gehen, wie vorher. Wirklich? Nun ja, das Internet ist ein kreatives Werkzeug, um Vorgänge, die sich bislang hinter einer handverlesenen Kulisse abspielten, vor die große Öffentlichkeit zu zerren. Willkommen in der neuen „Guttenberg-Galaxie“, wo der Kunde die Regie übernimmt.

Ein Grund mehr für mein alter ego Doktor Spar, sich den kleinen Unterschied zwischen dem klassischen Buchdruck und der kollaborativen Textintelligenz im Netz genauer anzuschauen. Der Röntgenblick zeigt: Nicht nur eine Doktorarbeit lässt sich bewerten, sondern auch Finanzberater lassen sich mit dem einen oder anderen negativen wie positiven Prädikat versehen.

Fragt sich bloß, wie aussagekräftig die Kriterien dieser kollektiven Schwarmintelligenz nach einem wie auch immer gearteten inhaltlichen Algorithmus sein können, der irgendwo zwischen Schwarzbuch und Persilschein angesiedelt sein muss. Die spannende Frage ist: Geht es nach der Finanzkrise genau so intransparent weiter wie zuvor?

Bei dieser neuen „Transparenzbehörde“ dürfte es sich um ein ziemlich nutzloses Bürokratiemonster handeln: In einem zentralen Register der zentralen Finanzaufsicht (BaFin) sollen ab März rund 300.000 Berater der Banken und Sparkassen registriert sein. Die Behörde will Kundenbeschwerden sammeln, und sie droht damit, bei mehrfacher Wiederholung oder einem besonders eklatanten Verstoß, dem ins Zwielicht geratenen Berater „zeitweise“ sogar den Kundeneinsatz zu untersagen.

Das klingt ganz im Duktus des Verbraucherschutzministeriums nach viel Wirbel und wenig Wirkung, wie wir spätestens seit der Finanzkrise wissen. Denn bekanntlich sind die staatlichen Regulierungsbemühungen nur ein heißer Tropfen auf dem Stein. Die Finanzindustrie ist immer einen Schritt voraus, wenn es darum geht, mit heißer Nadel gestrickte neue Produkte in den Massenmarkt hinein zu werfen.

Wie also kann man die Arbeit der Finanzberater überhaupt bewerten? Ganz einfach, nach dem „Guttenberg-Prinzip“, bei dem viele Augen mehr sehen als nur zwei. Aber hören und schauen Sie selbst in den kurzen neuen Anlagenkommentar von Doktor Spar rein (auf meinem Account 4+5 = 8 gibt es den Link via Youtube zum Einbinden):

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Written by lochmaier

Februar 21, 2011 um 7:48 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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