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Noa Bank und Noa Factoring: Insolvenzverfahren mit Haken und Ösen in der nächsten Verhandlungsrunde

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Was den Stand der beiden Insolvenzverfahren zur Noa Bank und zum Forderungs-Dienstleister Noa Factoring angeht, so gibt es (endlich etwas konkreteres) Neues für die Leser von Social Banking 2.0 zu berichten.

Zur Einführung sei noch einmal mein Linküberblick  in der Jahresrückschau 2010 (drittes Quartal) zum Ausgangspunkt des Insolvenzverfahrens im August 2010 empfohlen.

Eine detaillierte Stellungnahme zum Status Quo von Noa Factoring steht zwar noch aus, ebenso wie zur für die betroffenen Anleger der Noa Bank so relevanten Frage, ob sie mit einer Summe von über 50.000 Euro voll und ganz entschädigt werden können.

Die vorläufig noch mit einer gewissen Vorsicht zu bewertende Nachrichtenlage lautet aber: Es wird zwar jenseits der 50.000 Euro für die nach eigenen Schätzungen mehr als 100 betroffenen Personen nicht ganz ausreichen, dass sie das ganze eingelegte Guthaben zurück zu erhalten. Die Entschädigungsquote dürfte aber immerhin bei gut drei Viertel des Guthabens liegen (wohl gemerkt, ab dem Betrag von 50 Tausend, bis dahin greift ohnehin die gesetzliche Einlagensicherung). Unten dazu gleich mehr Details. 

Beide Insolvenzverfahren laufen derzeit einerseits quasi parallel, aber doch auch irgendwie gegeneinander. Bei Noa Factoring geht es in die nächste harte Verhandlungsrunde. Sprich morgen, am 07. Januar tritt die Gläubigerversammlung zusammen. Allerdings, so ist aus der Stellungnahme weiter unten zu ersehen, gibt es hier wohl einige komplexe Überlagerungen der Zuständigkeiten.

Sprich die Insolvenzverwalter kommen sich offenbar mit ihren Zuständigkeiten durchaus nicht ganz unerwartet ins professionelle Gehege. Denn es sind nun mal zwei Kanzleien beteiligt, neben dem mit klaren Richtlinien ausgestatteten Entschädigungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, dessen Job jedoch bereits so gut wie erledigt sein dürfte. Für den Part der Noa Factoring ist die Kanzlei Kreplin & Partner in Düsseldorf verantwortlich. 

Der Insolvenzverwalter Dr. Wolf-R. von der Fecht – zuständig für die Abwicklung der Noa Bank – gibt nun eigens für Social Banking 2.0 eine Stellungnahme zu der recht komplizierten Gemengelage zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen ab:

Auf Ihre Anfrage vom 04.01.2011 möchte ich mitteilen, dass den Gläubigern der noa bank GmbH & Co. KG nach derzeitigem Kenntnisstand voraussichtlich eine Quote von 76% bzw. 89% auf die nicht entschädigungsfähigen Forderungen angeboten werden kann.

Ausschlaggebend für die Frage, ob 76% oder 89% angeboten werden können, ist der Ausgang einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der noa factoring AG, über deren Vermögen ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.

Am Freitag, den 07.01.2011 wird bei dem Amtsgericht Düsseldorf die Gläubigerversammlung in dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der noa factoring AG stattfinden. Die noa bank GmbH & Co. KG hat dort Forderungen in Höhe von circa € 37 Mio. zur Insolvenztabelle angemeldet. Es wird davon ausgegangen, dass nach dieser Gläubigerversammlung nähere Erkenntnisse über die Werthaltigkeit der angemeldeten Forderung vorliegen.

Im Übrigen wird der Versender die weitere Vorgehensweise im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter der noa factoring AG in enger Abstimmung mit dem im vorliegenden Verfahren bestellten Gläubigerausschuss vorantreiben.  

Quelle: M E T Z E L E R   ·   V O N   D E R   F E C H T Rechtsanwälte Steuerberater

Fazit: Es scheint hier im Detail doch recht schwierig zu sein, die beiden ineinander verwobenen Firmenteile Noa Bank und Noa Factoring betriebswirtschaftlich „sauber“ zu betrachten und in den jeweiligen Insolvenzverfahren heraus zu lösen. 

Das letzte Wort dürfte also in dieser langwierigen Auseinandersetzung, bis hin zu noch nicht abzuschätzenden weiteren Handlungsebenen, wie etwa persönlichen und bilanztechnischen Haftungsfragen der Firmengründer, also noch längst nicht gesprochen sein.

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Written by lochmaier

Januar 6, 2011 um 10:22 am

Veröffentlicht in Uncategorized

3 Antworten

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  1. Hättte die Noa Bank noch bis 2011 ausgehalten, hätten die Anleger sogar bis 100.000€ gesetzlich entschädigt werden können – nun muss die Insolvenzmasse herhalten.

    Trotzdem finde ich es erstaunlich, wo das ganze Geld überhaupt hin sein soll…

    Tagesgeld News

    Januar 7, 2011 at 9:58 am

    • Herr Lochmeier,
      ihre Ausführungen zur noa factoring sowie Zusammenhang zur noa Bank sind mehr als Aufschlußreich. Ich habe mit der factoring mehr als schlechte Erfahrungen gemacht. Die noa factoring versucht auf dem Klageweg doppelt Geld zu kassieren. Von mir privat einzuklagen was sie schon längst von unseren Kunden bekommen hat. Im übrigen auch Gelder, die direkt an den Insolvenzverwalter der noa factoring gezahlt wurden.
      Das ganze Verfahren istnoch vor dem Landgericht Münster anhängig. Am 23. Jan. 2012 ist Urteilsverkündung.
      Wenn sie Interesse haben mehr zu erfahren, nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

      Iris Lücke-Brandt

      Januar 11, 2012 at 5:38 pm

  2. Sehr geehrter Herr Lochmaier,
    ich bekomme eigentlich noch ca. 5.000,00 von der noa Factoring AG, kann man nach der Gläubigerversammlung bereits eine Vermutung anstellen, ob ich von dem Geld noch etwas wieder bekomme? Leider war ich beruflich verhindert und konnte der Versammlung am 07.01. nicht teilnehmen.

    Michael

    Januar 13, 2011 at 11:37 pm


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