Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Wikileaks: Bank of America im Visier – Bashing geht auch ohne Geheimdokumente

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Mein Beitrag auf Heise Telepolis Stopbanque trifft Wikileaks

Bankenhierarchie im Fokus der Netzaktivisten

… hat ein ziemlich breites Echo gefunden, es wird viel diskutiert, natürlich kontrovers. Das führt gleich zu der nächsten Frage, was es mit den Gerüchten um die Bank of America (BoA) so an sich hat. Kurzum: Dürfen wir im Gegensatz zur diplomatisch nett-belanglosen Gerüchtesuppe hier von Julian Assange und Co. etwas Substanzielles erwarten?

Mit der obigen Überschrift habe ich jedenfalls diese Frage schon fast beantwortet. Aber Vorsicht mit allzu hurtigen Schlussfolgerungen. Man weiß nie,  was in der Black Box Bank so an verborgenen Risiken und Nebenwirkungen drin steckt. Leider gibt es keinen Arzt oder Apotheker, den wir dazu befragen können. 

Das findet auch das österreichische Wirtschaftsblatt, das berichtet, wie österreichische Banken über seltsame Umwege ins Visier von Wikileaks gerückt sind. Ein Auszug:

Im Visier der US-Behörden waren vor allem die Bank Austria und Raiffeisen. So wurde die Bank Austria verdächtigt, Geschäfte mit Nordkorea zu machen, die Raiffeisen Investment AG (RIAG) stand im Verdacht, Geschäftsbeziehungen zum organisierten Verbrechen in Russland zu unterhalten.

Die USA ersuchten jeweils die österreichischen Behörden um Auskunft und erhielten diese laut der von Wikileaks veröffentlichten Notiz aus dem Jahr 2006 unter anderem von einem Mitarbeiter der FMA, dessen Namen unkenntlich gemacht wurde.

Quelle: wirtschaftsblatt.de

Was rollt nun an vermeintlich geheimen, gerichtlich belastbaren Dokumenten rund um die Bank of America auf uns zu. Die BoA hatte jedenfalls bisher keinen Kontakt mit Wikileaks, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Einige Kommentatoren rechnen zumindest mit Kursverlusten an der Aktienbörse, wenn die Gerüchteküche nach oben brodelt, wie RP online berichtet. Finanzsender n-tv findet eher, dass die Wall Street kalt bleibt.

Halten wir den Ball im Spiel der extrem positionierten Argumente erstmal ziemlich flach. Denn den meisten Kunden jeder x-beliebigen Bank geht es mit ihrem Insititut oftmals nicht viel besser, als das, was wir bald aus dem Innenleben  der großen amerikanischen Bank erfahren werden. Und somit liegt die sensationelle Meldung wie so oft im Kleingedruckten der Wirtschaftswelt.

Ketzerisch könnte man es so formulieren: Fürs Bankenbashing braucht man keine sensationellen Enthüllungen, es reicht ein tiefer Blick in den Alltag der ineffizient arbeiten Branche, die noch dazu seit der Finanzkrise ihr Gespür fürs maßvolle Risikomanagement verloren hat. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Aber lesen Sie doch mal den gleich via Link verdrahteten ausführlichen Kommentar auf meinen obigen Artikel in Heise Telepolis – zur Analogie zwischen Wikileaks und Stopbanque – etwas genauer durch. Am besten entspannt und unabhängig davon, was sie von den beiden Aktionen der Netzaktivisten gerade halten.

Der Kommentator beschreibt ziemlich präzise, wie es innerhalb einer durchschnittlichen Bank so zugeht. Kurzum: Aus Insidersicht ein lesenwerter und überaus spontaner Überblick über die Moral und Arbeitsweise eines x-beliebigen Geldinstituts.

Bis zum Ende durch gelesen? Gut. Denn dann erübrigt sich jedes Banken-Bashing von außen. Dämmert es? Wir brauchen angesichts des medialen Kleingedruckten, das leider kaum jemand zur Kenntnis nimmt, gar keine Enthüllungsstory a la Wikileaks, um etwa bei der Bank of America durch die Glitzerfassade klar bis zum Backoffice hindurch zu sehen.

Die fundamentale „Chart-Analyse“ der latent vorhandenen Innovationsdefizite in der Branche, sie reicht jenseits der reinen weiß-schwarzen Farblehre völlig aus. Die Social Banking 2.0 regelmäßig verfolgenden Leser wissen es schon längst.

Statt langatmiger weiterer theoretischer Ausführungen zum Abschluß lieber ein knackiges Youtube-Video, das in den USA immerhin mehr als eine halbe Million Surfer anklickten. Der vielsagende Titel: „Debtors revolt begins now“.

Die Geschichte mit der ineffizienten Bankenbranche ist und wird in den nächsten Jahren eine never-ending-story. Das klingt natürlich nicht sehr spektakulär als wenn ein Diplomatenziehsohn irgendwo mal was pupst.

Ach ja, dreimal dürfen Sie raten, um welche Bank(mutter) es sich dabei in der nun folgenden Videobotschaft indirekt gehandelt hat, die in der geistigen Wildnis verhaftet so gar nicht auf eine Kundenbeschwerde ihres ziemlich allein zu Hause gelassenen Bankkindes reagieren wollte? 

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Written by lochmaier

Dezember 3, 2010 um 8:29 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. […] Bemerkenswert, dass die oben skizzierten Aktivitäten allein durch den “Party-Klatsch” (Angela Merkel) der Botschaftsdepeschen ausgelöst wurde. In Wirklichkeit geht es aber um mehr. Die Aktivitäten der US-Regierung und der US-Wirtschaft lassen den Verdacht hochkommen, dass man vor allem Angst hat vor den Enthüllungen, die noch bevorstehen. Und dazu gehören insbesondere Dokumente aus dem Innenleben des Finanzsektors. […]


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