Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Gastbeitrag: Warum Banken aus der Krise nichts gelernt haben

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Von Michael Moser *

Zur Zeit gilt: Die Finanzkrise ist offiziell beendet. Die Konjunktur in Deutschland ist wieder angelaufen, es gibt mehr Jobs als vor der Krise und die Konsumnachfrage steigt. Alle sind wieder glücklich. Auch die Kunden von Banken. – Halt! Stimmt das wirklich?

Nein, denn alle Umfragen bei Bankkunden zeichnen das gleiche Bild: nach wie vor Verunsicherung und Enttäuschung. Lehmann und Co. sind nicht vergessen. Und die eigenen Verluste im Depot schon gar nicht. Dafür stimmen aber die Gehälter der Bankmanager wieder. Und statt Zertifikaten gibt es jetzt andere undurchsichtige Angebote, die auch anders heißen.

Dabei hatten doch die Banken unisono nach der Krise so reumütig eine neue Kundenorientierung ausgerufen. Doch Kundenorientierung entsteht nicht durch das Aussprechen von Kundenorientierung, frei nach dem Motto: das Bekenntnis alleine zählt! Und: Kundenorientierung entsteht auch nicht durch Alibi-Kundenbeiräte und neue Logos.

Eigentlich wäre es ganz einfach. Denn Kunden wünschen sich eine gute Beratung, die ehrlich ist und die jeder Nicht-Banker versteht. Einfache Produkte und eine transparente Abrechnung wären Angebote, die gerne angenommen werden würden. Eine langfristig angelegte, jährlich revolvierende, Finanzplanung würde so die Altersvorsorge vieler Kunden auf die Sprünge helfen. Eine Trennung zwischen Planung und Einkauf so wie es Nischenanbieter bereits offerieren, wäre eine daraus notwendige Konsequenz um Transparenz auch wirklich zu leben.

Leider haben Banken all dies gar nicht mehr nötig. Denn die Geschäfte laufen wieder gut. Sehr gut sogar. Die Profite steigen aufs alte Niveau. Und die Werbung kaschiert weiterhin und strahlt – kosmetisch bereinigt – Kundenorientierung aus. Unterschiede zwischen den Banken gibt es auch nicht sehr viele. Business as usual. Bis zur nächsten Krise. Denn nach der Krise ist vor der Krise.

Innovationspyramide: Facebook, Google, ebay, Apple, Amazon und Co. …

Verdrängen kreative IT-Dienstleister die Banken von der Spitze?Vollbild anzeigen 

Doch was wäre, wenn sich eines Tages das Blatt wenden sollte? Wenn jemand wie Google in das Bankgeschäft einsteigen und eine ganze Branche auf den Kopf stellen würde. Zum Beispiel: Durch ein neu entwickeltes Peer-to-Peer-System könnten Anbieter und Nachfrager ohne Intermediär agieren und klassische Banken könnten überflüssig werden.

Eine späte Einsicht könnte den Paradigmenwechsel nicht mehr aufhalten. Erinnern Sie sich noch an die Entwicklung in der Mobilfunk-Branche? – Noch vor fünf Jahren hat Nokia über Apples geplanten Einstieg in das Smartphone-Geschäft gelacht.

Wer hat den Mut gemeinsam „Mauern einzureissen“? http://unifying.shanghai-dgm.com

Anmerkung: Auf dem Weblog Unifying erschien von Lothar Lochmaier ebenfalls ein Gastbeitrag, der die Analogie zwischen Bankensystem und dem Berliner Mauerfall zieht: Was ich am 09.11.1989 gemacht habe. Link:

http://unifying.shanghai-dgm.com/?p=1090

* Zum Autor: Michael Moser ist als Managing Partner der SHANGHAI DGM Werbeagentur für die Beratung verantwortlich. Die Agentur engagiert sich für neue Marken-Kommunikation und bietet Werbung an, die nicht werblich, sondern authentisch und nachhaltig wirkt. Herr Moser hat Betriebswirtschaftlehre studiert und dann mehr als 15 Jahre in weltweiten Top-Ten-Werbeagenturen gearbeitet und u. a. große Banken beraten. 2007 ist er als Partner bei SHANGHAI DGM eingestiegen.

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Written by lochmaier

November 24, 2010 um 8:11 am

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3 Antworten

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