Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Deutsche Bank USA startet Social Media Revolution: Sei Fahrer und kein Passagier!

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Are you ready to drive Deutsche Bank? Nein, diese Aufforderung stammt nicht von mir, sondern von eben jener größten Deutschen Bank. Aber lesen Sie doch selbst, im Social Media Jargon ist englisch ja ohnehin die Leitkultur:  

In October 2010 Deutsche Bank’s Global Transaction Banking division launched „Drive DB!“, a social media campaign with the aim of strengthening client engagement and giving clients a direct say in the development of the bank’s product offering.

The social media tool is by invitation only to clients of Global Transaction Banking. More about Global Transaction Banking on http://db.com/gtb. More about Deutsche Bank and Social Media on http://db.com/socialmedia.

Wir sind gespannt, wie das Projekt umgesetzt wird, hier kann man sich das Leitvideo der Macher auf Youtube anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=yWMoDyP9g30

Interessant ist, dass die Initiative von den USA ausgeht, und nicht von der deutschen Konzernzentrale. Offensichtlich dürfen wir hierzulande auch weiterhin diskutieren, während die relevanten Social Media Trends in den USA oder in Großbritannien gesetzt werden, und wir irgendwann wie die reumütigen Schafe hinterherlaufen.

Als konkretes Indiz verweise ich nur darauf, dass die Deutsche Bank in Deutschland bislang keine öffentliche Stellungnahme zu Social Media abgibt, meine Anfrage dazu verlief jedenfalls noch am 26. März 2010 im Sande. Der Titel meines damaligen Beitrags:

Selbstfindungsphase: Deutsche Bank lehnt Stellungnahme zur Social Media Strategie ab

Alle meine im damaligen Beitrag gestellten Fragen wären auch noch heute aktuell: Wie also sehen die bisherigen Erfahrungen der Deutschen Bank mit Social Media aus? Ich würde mich freuen, wenn die deutsche Konzernzentrale sich dazu entschließen könnte, meine Fragen wenigstens teilweise zu beantworten. Denn schließlich soll der Leser ja nicht nur Passagier sondern auch Gestalter sein.  

Fazit: Der kritisch-mäkelnde deutsche Kunde gilt wohl bislang nicht als das richtige Testfeld für eine weiter gehende Social Media Initiative. Nun ist in den USA vieles hipp und hype. Und man wird sehen, ob es tatsächlich gewünscht ist, dass die Kunden vom Passagier zum Fahrer aufrücken.

Denn die Messlatte mit dieser „Operational Social Media Excellence“ liegt natürlich hoch, so hoch, dass Begriffe wie „mit dem Kunden auf Augenhöhe kommunizieren“ bereits heute schon wieder zum abgegriffenen sozialen Klischee zu mutieren drohen. 

Sollte sich hinter der Social Media Initiative also nur eine formal-vordergründige Marketingschiene verbergen, dann tritt rasch die Desillusionierung ein, wenn am Ende der Nutzer zum Investor werden will, er sich über sein Engagement via Social Media abstrampelt, und am Ende mit ein paar iPods und Pads, oder ähnlichen Gimmicks abgespeist wird, die ihm eine völlig transparente und kollaborative Bank nur „vorspielen“.  

Aber spannend ist es zweifellos, was sich da in der interaktiven Welt der Deutschen Bank gerade jenseits von window dressing abspielt. Es lohnt sich also, das Vorhaben nicht schon im Vorfeld zu zerreden, sondern genau zu beobachten, welche produktiven Ansätze dahinter stecken, und welche neuen Kommunikationskanäle zwischen „Black Box Bank“ und dem Kunden nun aufgebaut werden.

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Written by lochmaier

Oktober 8, 2010 um 7:13 am

Veröffentlicht in Uncategorized

3 Antworten

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  1. […] ist bislang kaum im Fokus der Strategie, ein Paradigma, das sich aber seit meinem letzten Eintrag Be a driver not just a passenger – allerdings ausgehend vom Testgebiet USA – allmählich in ein produktiveres Mit- statt […]

  2. […] hatte ich schon über den Social Media Ansatz der Deutschen Bank berichtet, so auch über Drive DB. Bislang fiel das Institut jedoch eher durch eine idealtypisch von der […]


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