Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Das neue Markengefühl: Trau (k)einer Bank!

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Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen. Es ist sowas wie die gefühlte gleichwohl nicht immer reale Stimmungslage in den jeweiligen Branchen.

Beispiel Banken, kaum einer liebt seine Bank. Trotz nicht weniger Enttäuschungen zögern viele Kunden die Scheidung hinaus. Denn die nächste aufgehübschte Variante einer vermeintlich krisenfesten Liebesbeziehung könnte ja noch schlechter sein. Never change a running system, even if it doesn’t work.  

Nein, so wird es nicht ewig weiterlaufen. Das Motto dieses Weblogs „Der Kunde übernimmt die Regie“ ist weit mehr als eine provokative Zukunftsvision. Es wird zur alltäglichen Realität, zumindest deutet die Boris Janek auf seinem Weblog Finance 2.0 an, indem er skizziert, wie die Deutsche Bank künftig die Kunden unmittelbar in die Produktentwicklung einbindet.

Wachen die Banken auf, lautet die von Finance 2.0 gestellte Frage. Hinter den Kulissen vielleicht schon, wie auch Finextra am Beispiel der Deutschen Bank beleuchtet: Deutsche Bank brings social media to global transaction banking with ‚Drive DB!‘ campaign. 

Verändert sich da allmählich was, weil gerade dieser nüchterne Befund kaum einen Insider wirklich freuen wird: Die Deutschen beäugen die Banken immer noch sehr genau und trauen ihnen immer weniger, zeigt die Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex. Die zum Teil ohnehin bereits schwachen Imagewerte sind nochmals gesunken.

Auf Wirtschaftswoche online lässt sich genaueres dazu nachlesen. Wen trifft es am meisten? Mit aktuell -54 BrandIndex-Punkten gehört die mittlerweile zur Unicredit Group gehörende HypoVereinsbank zu den schwächsten Finanzmarken im Ranking. Das Image der Bank leide vermutlich, so die Wirtschaftswoche, noch immer unter den Vorgängen um die krisengeschüttelte Bank Hypo Real Estate (HRE).

Obwohl die HypoVereinsbank mit der verstaatlichten Immobilienbank nicht viel mehr als den Namensbestandteil „Hypo“ gemeinsam habe, reiche dies für einige Verbraucher bereits aus um eine enge Verbindung herzustellen. Fazit: Das dürfte nun wirklich kaum jemand verwundern, dass sich hier „gewisse Rückschlüsse“ ziehen lassen, die ein business-as-usual kaum realistisch erscheinen lassen.

Dirk Elsner hat auf dem Blicklog bereits skizziert, dass bei der HRE der eigentliche Skandal weniger in den hohen Bonizahlungen liegt, sondern in der einseitigen Bevorzugung von Gläubigerkreisen – und der generell nicht nachvollziehbaren Transparenz in der „Wertberichtigung“.

Zu den Verlierern im Markenindex gehören aber auch die Targobank und die Santander Consumer Bank, die beide von der Zeitschrift Finanztest als Negativbeispiele aufgeführt wurden.

Wen trifft es am wenigsten? Obwohl auch die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken aufgrund teilweise hoher Zinsen in der Kritik standen, blieben die Imagewerte der beiden Marken weitgehend von Verlusten verschont. Fazit hierzu: Nun ja, das ist eben der sichere Heimathafen, den die Deutschen sich so sehnlichst herbei wünschen.

Als einzige Privatbank spielt ansonsten nur die Direktbank Ing-Diba in der ersten Liga – sie ist laut YouGov BrandIndex derzeit sogar die beliebteste Bank der Deutschen. Traen die Deutschen also doch (k)einer Bank? Und hier noch ein Video der Erforscher des „neuen Markengefühls“:

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Written by lochmaier

Oktober 8, 2010 um 6:43 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Ja – so ist das derzeit leider – und Banken wie die GE Capital Direkt tragen nicht gerade zur Image Steigerung bei. Siehe: GE Capital vertreibt Tagesgeld Kunden.

    Die Ge versucht weiter mit heimlichen Zinssenkungen, Maximalanlage Anpassungen und eigenmächtigen Rücküberweisungen, Kundengelder und Kunden loszuwerden.

    Ein nachhaltig gutes Image baut man sich so leider nicht aus – aber die Bank will 2011 mehr als 1 Mio. Euro in Kampagnen stecken – tja hätte man sich auch mal früher überlegen können – nachhaltige Strategien sind gesucht.

    Tagesgeld News

    Oktober 9, 2010 at 10:45 am


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