Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

AachenMünchener Versicherung: Mit Geld spielt man nicht … oder doch?

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Lebensversicherungen befinden sich in der „Midlife-Crisis“ könnte man sagen, und das ist auch nachzulesen, etwa hier: Allein in den vergangenen fünf Jahren schrumpfte der Bestand an Hauptversicherungen laut Branchenverband GDV um rund 3,4 Millionen Verträge. Diese Entwicklung trifft nicht nur die Versicherungen selbst, sondern vor allem auch den Vertrieb.

Bei Agenturen, die lediglich die Produkte einer Versicherung im Angebot haben, stammen im Schnitt 30 bis 40 Prozent der Provisionseinnahmen aus der Vermittlung von Lebensversicherungen. Gelingt es den so genannten Ausschließlichkeitsagenturen nicht, alternative Zusatzeinnahmen zu erschließen, ist jede dritte in ihrer Existenz bedroht, so eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting. 

Dies lässt die Vermutung zu, dass das „Rürup-Maschmeyer-Paradigma“ ausgedient hat. Die Realität hält den Versprechungen nicht stand, beleuchtet auch das Manager Magazin. Die Rürup-Rente gibt es sowieso nicht, wenn der Begünstigte stirbt, dann erlischt der Versicherungsanspruch nämlich für den Ehepartner. Wie kann man überhaupt auf solch ein „Erfolgsmodell“ für Selbstständige kommen?

Nun auch das hier noch: Laut der aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank würden die Sorgen um die Altersversorgung zunehmen – 37 Prozent der Berufstätigen befürchten demnach eine Rentenkürzung aufgrund der Staatsverschuldung, 28 Prozent eine Entwertung ihrer Ersparnisse durch steigende Preise, lässt sich etwa hier nachlesen.

Anders ausgedrückt: Jeder fünfte Berufstätige soll im Zuge der Finanzkrise seine Vorsorge gar gekürzt oder sogar gekündigt haben. Die Verfasser der Studie sprechen von einer regelrechten „Schockstarre“. Im Osten Deutschlands sei die Entwicklung besorgniserregend, denn die dortigen Berufstätigen hätten ihre Ausgaben für die Altersvorsorge im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um ein Viertel gekürzt, berichtet magazin-am-finanzplatz.de.
  

Szenenwechsel: Es ist der neue Stil der werblichen Darstellung in der Versicherung, die den Fernsehzuschauer anspricht, so etwa bei der AachenMünchener Versicherung  (Jahresgewinn 2009 lag bei 133,6 Mio. Euro) zur besten Sendezeit:

Letztendlich, das hat die obige Einführung gezeigt, misstrauen die Menschen mit einigem Grund den Versprechungen des Staates und der Finanzwirtschaft. Sind die „Kosten“ für die künftige Generation bereits eingepreist? Nein, wohl kaum, Geld ist nur ein bedrucktes Papier, dessen realer Tauschwert beliebig variiert. Der gesellschaftliche Paradigmenwandel lässt sich mit dem leeren Versprechen „Sorgen Sie heute für morgen vor“ nicht abbilden.

Das aber ist den Versicherungsvertretern in der Wohnstube bislang nicht zu Ohren gekommen. Und hier erklärt uns einer der „Urväter“ der neuen Versicherungsarchitektur, heute Vorstandsmitglied der MaschmeyerRürup AG, die eng mit der Politik verdrahtet ist, also der Ökonom Bert Rürup, wie es um das Preis-Leistungs-Verhältnis bestellt ist, wir müssen doch alle für das Alter vorsorgen, nicht wahr?

Vielleicht ist es doch besser, lebe heute und denke nicht an morgen, wenn die Versprechungen später nicht eintreten? Und hier tritt Maschmeyer auf, zum „Magnetismus des Geldes“:

Wer möchte, kann sich auch auf der Seite www.ihre-versicherer.de einloggen und sich dort um ein „Testimonial“ bewerben. Um sein beredtes Zeugnis abzulegen, wie gut wir es doch mit den Versicherungen meinen, oder besser sie mit uns. Das geht an der gesellschaftlichen Realität fast ebenso vorbei, wie das Projekt Stuttgart21, bei dem die Kosten aus dem Ruder laufen. Siehe dazu mein gestriger Artikel auf Heise Telepolis:

Stuttgart21: Was den Bürgerprotest mit der Finanzkrise verbindet – oder: Die seltsame Wiedergeburt der sparsamen schwäbischen Hausfrau

Seit dem 18.09.2010 sind nun einige lokal maß geschneiderte TV-Spots der Versicherungsindustrie im deutschen Fernsehen zu sehen. Zwei Tage später begann die Online-Kampagne. Auf der Website www.mitgeldspieltmannicht.de sollen sich Interessierte über die Hintergründe der Kampagne informieren und mit der AachenMünchener in den Dialog treten.

Zum Beispiel können Kunden dort die Frage beantworten, warum sie nicht mit Geld spielen. Gute Idee, beginnen wir damit, darüber nachzudenken, welche Versicherungen im Leben überhaupt wirklich Sinn machen?

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Written by lochmaier

Oktober 7, 2010 um 6:52 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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