Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Kreativwerkstatt für intelligente Gestalter: Was ist Social Banking?

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In seiner aktuellen Ausgabe von Bankingnews hat der Bankingclub den Spielball aufgenommen und stellt die Frage: Was ist Social Banking? Gute Frage, würde jetzt ein junger Mann über und mit der Deutschen Bank sagen, während seine Frau mit dem Teddybär hin- und herschwenkt, der uns wohl unterschwellig die gesamt familiäre Verantwortung für das „Kinderzimmer“  suggerieren soll.

Was also ist nun Social Banking? Die Quadratur des Kreises, in der Gewinne und Sozialorientierung plötzlich harmonisch nebeneinander laufen? Der Bankingclub widmet sich der Preisfrage aus verschiedenen Blickwinkeln.  Neben Unschärfen im historisch unterschiedlichen Gebrauch von Social Banking 1.0 und 2.0 kommt nach Auffassung von Thorsten Hahn noch ein Missverständnis zum Tragen:

Die zweite Verwirrung im Markt ist aus meiner Sicht, dass bei den meisten Definitionsversuchen „Social“ und „Sozial“ nur ähnlich klingen, jedoch zwei Bedeutungen haben. Wenn Social Banking als der Austausch von Usern im Web bezeichnet wird, ja dann könnte man dieses von einer Bank geförderte Modell als Social Banking bezeichnen, ganz so, wie wir heute Xing, Facebook und Co auch als Social Communities bezeichnen. Mit sozial hat dies aber herzlich wenig zu tun.

Im aktuellen Heft von Bankingnews versuche ich nun gemeinsam mit Redakteur Christoph Meyer die schwierige Kopfnuss zu knacken. Aber lesen Sie selbst den ganzen Interviewtext hier, was Social Banking, Community Banking und Social Media Banking verbindet. Mein klares Fazit: „Der Rattenfänger von Hameln punktet nicht in sozialen Netzwerken.“

Und hier noch ein paar weitere kurze Ergänzungen zur Definitionsfrage: Gibt es bereits Vorreiter bzw. „Best-Practice-Modelle“? In der Tat, mittlerweile haben sich einige Vorreiter wie Smava, Fidor Bank, oder bei der ökologischen Geldanlage mit der am Markt bereits erprobten GLS Bank in Deutschland etabliert.

Aber es gibt und wird auch weiterhin Opfer und gescheiterte Experimente geben, wie die Noa Bank es eindringlich verdeutlicht. Dennoch: Über die nächsten Jahre dürften die unterschiedlichen Marktsegmente trotzdem weiter dynamisch wachsen.

Die große Revolution auf den Finanzmärkten wird allerdings ausbleiben, da das Bankgeschäft „im Backend“ ein konservatives Modell darstellt. Die Auf- und Neueinsteiger aus dem Web 2.0-Milieu müssen sich zudem über einen längeren Zeitraum als zuverlässige, profitable alternative Anlageklasse auf Basis der kollektiven Netzwerkintelligenz erweisen. Das ist nicht einfach zu realisieren, denn die Erwartungen sind von allen Seiten ziemlich hoch gesteckt.

Aber auch in der „Bank 2.0“ (nächstes Buzzword) wird sich in diesem Jahrzehnt am „User Frontend“ vieles verändern, nicht alles ist und muss nicht immer gleich mit dem Etikett Social Banking versehen sein …. ich habe die historische Abgrenzung zwischen Social Banking 1.0 und 2.0 in meinem Buch ja bewusst hergestellt.

Denn der Treiber bei der Variante 2.0 ist nicht die Sozialorientierung, sondern die Oberhoheit des Nutzers, das kann im Einzelfall auch mit „social“ gar nichts zu tun haben. Es geht eher um nützliche und pragmatische Interessenkoalitionen.

Oder anders gesagt: So würde ich die erste lose Schnittmenge zwischen Bank 2.0 und Social Banking 2.0 beschreiben: Die „Killerapplikation“ in diesem Jahrzehnt in die eine oder andere Richtung ist nicht das iPad, iPhone, die „Appologie“ – oder sonst ein sicherlich nützliches technisches Spielzeug beim Mobile Banking, sondern der Kunde selbst in seinem hohen internetbasierten Vernetzungsgrad.

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Written by lochmaier

Oktober 1, 2010 um 6:48 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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