Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Social Stock Exchange: Von der Idee zur rauen Wirklichkeit

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Der SZ-Autor Bastian Brinkmann hat mich auf die „Social Stock Exchange“ aufmerksam gemacht, über die er in der Süddeutschen Zeitung bereits berichtet hat. Ein kurzer Auszug:

Der Social Stock Exchange dagegen möchte keine Almosen einsammeln, sondern Kapital. Sie soll sich durch Listing-Gebühren tragen. Ethische Investments sind für Kuhlemann ein Markt mit Milliarden-Potential. „Stiftungen könnten nicht nur mit ihren Zinsen Gutes tun“, sagte sie zu sueddeutsche.de, „sondern direkt mit ihrem Vermögen“.

Die Sozial-Börse könnte Geld für Unternehmer zur Verfügung stellen, denen Profit und Nachhaltigkeit gleich wichtig ist. Eine Börse zu gründen, ist jedoch nicht einfach. Dafür muss die Börsenaufsicht des jeweiligen Bundeslandes zustimmen. Ein multilaterales Handelssystem wäre dagegen im strengen Sinne keine Börse und unterstände der Bafin-Aufsicht. Würden sich dann in der Ethik-Börse Anbieter ohne Bafin-Erlaubnis tummeln, könnte der Plattform-Betreiber in Mithaftung genommen werden. Noch tüfteln deswegen die Anwälte der Social Stock Exchange an einer Lösung – auch damit Unternehmer wie Madenzüchter Wollmann leichter Geld einsammeln können.

Quelle: sueddeutsche.de

Das hört sich interessant aber gleichwohl nicht einfach zu realisieren an. Wie kommt man von der guten Idee zur rauen Wirklichkeit? Auf den Internetseiten nextsse gibt nun die Initiatorin und Unternehmensberaterin Anne-Kathrin Kuhlemann in einem längeren Papier detailliert Auskunft, wie „aktive Philantropy“ angelegt sein kann, und was somit indirekt das Projekt Social Stock Exchange beeinflußt. 

Die Initiatorin erläutert die unterschiedlichen Beteiligungsmodelle, liefert Orientierung im oftmals nicht klar ersichtlichen Mix zwischen Sozial- und Gewinnorientierung, wobei Checklisten für potentielle Investoren zusätzlich von Vorteil sind. Zum Hintergrund der Initiatorin noch eine kleine Selbstauskunft:

Anne-Kathrin is a serial entrepreneur, founding several companies and an NGO since university. With a background in management consulting, she is founder and Managing Partner of Konvergenta InterZero, a communication agency for ethical and ecological change. She is also one of the initiators of the Social Stock Exchange Association and has been working in the social finance sector since 2006, studying evaluation models and financial products.

Ende 2010 soll nun die neue Plattform Social Stock Exchange an den Start gehen. Kann das Modell funktionieren? Was hat es mit dem „normalen“ (sofern es diese gibt) Börsenparkett gemein? Das sind Fragen, die wir künftig noch öfters stellen und hören werden. Ein etwas älterer Eintrag auf dem Social Business Blog sondiert die bestehenden Ansätze und stellt die Frage: Why a social stock exchange is a bad idea? 

Das Thema wie sich Kapitalmarkt, Börsenmechanismen und das Internet vertragen, wird also noch für die eine noder andere Kontroverse sorgen. Zumindest scheint der Ansatz ein vielversprechender. In einem neuen Eintrag auf dem Social Business Blog liest sich das so:

In previous posts we have questioned the Social Stock Exchange and view exchanges generally as unnecessarily expensive and outdated bits of infrastructure. I doubt regional exchanges will prove any different. Our preference is for online applications of the “crowd funding” model, which seem much more likely to generate local funding at a reasonable cost.

Ob sich aber die Mentalität der Anleger, Investoren und Abnehmer zwischen Gewinn- und Sozialorientierung (auch) in einem schlüssigen Internetportal (eine Art Kiva oder Betterplace für Investoren) abbilden lässt, das ist wohl die spannendste aller Fragen.   Hier erklärt Mikrokredite-Pionier M. Yunus schon mal, was er sich unter dem Begriff „Social Stock Exchange“ vorstellt:

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Written by lochmaier

September 24, 2010 um 6:55 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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