Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Alles nur geklaut: Ergo Gruppe kupfert Werbespot aus Blockbuster „High Fidelity“ ab

with one comment

Dem einen oder anderen ist die kreative Wortwahl vielleicht schon aufgefallen: Der Werbespot der Ergo Gruppe „Weltraumforschung“ setzt neue und gleichwohl zweifelhafte Maßstäbe in der Nutzeransprache. Wir werden jetzt versichert statt verunsichert, so das neue Leitmotiv. Wow.

Werbung ist Geschmacksfrage, umso mehr wenn es sich um geklaute Ideen statt eine eigene Kreativleistung handelt. Oder anders ausgedrückt: Auch die Werbebranche ist völlig amerikatreu in ihr Schicksal ergeben. 

Denn weiter unten kann man sich nun anschauen, welche Bestandteile die Versicherung direkt aus dem Munde von Hollywood-Star John Cusack übernommen hat. Zunächst das Original „Five things I miss about her“:

Das war also eigentlich eine Liebeserklärung an ein weibliches Wesen, das die Ergo Gruppe kurzerhand durch das neue Element „Versicherung“ ersetzt hat. Ob da Tantiemen an das Original geflossen sind. Egal, man hätte sich ja auch gewundert, wenn die deutsche Kreativszene allein auf diese hippe Wortwahl gekommen wäre. Aber schauen Sie doch selbst rein und vergleichen sie, wie ein aufmerksamer Zuschauer die beiden Versionen verglichen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=0JF2BGBsn2M

Zum Hintergrund: In einem längeren Artikel auf Heise Telepolis habe ich das Phänomen von „Big Brother 2.0 in der Finanzbranche“, das allmählich über die sozialen Netzwerke immer mehr Einzug hält, ausführlich beleuchtet. Hier geht es zum Beitrag Wie die Finanzindustrie im sozialen Netzwerkzeitalter auf Kundenfang geht

Mein Fazit: Was also hat die kleine Rundreise durch die neue Werbewelt der Versicherungen und Banken gebracht, die jetzt die Mechanismen der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter für sich entdeckt haben. Man traut man immerhin, die neue Tonalität anzuwenden. Indes: Der Weg ist noch lang und steinig, bis der mündige Verbraucher tatsächlich damit rechnen kann, nicht nur in netzwerkgerechten Häppchen angesprochen, sondern auch als eigenständig denkendes und handelndes Wesen betrachtet und ernst genommen zu sein.

Kein Wunder, es ist ja auch viel einfacher, das Big-Brother-Prinzip auf das Web 2.0 zu übertragen. Aber auch hier kann sich die Internetgemeinde Trost spenden: Wo gute Ideen dahinter stecken, wird sie im globalen Dorf ein positives Votum über deren weiteres Schicksal abgeben. Wo nur Etikettenschwindel und dreiste Anmache dahinter steckt – vermeintlich auf Augenhöhe mit dem Kunden unterhalb der Gürtellinie lanciert – dann lässt sich diese Praxis zumindest über direkte Kommentare auf einschlägigen Blogs oder über Twitter, Facebook & Co. rasch entlarven.

Advertisements

Written by lochmaier

September 22, 2010 um 7:36 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Wusste ich doch das ich den Spot irgendwo her gekannt habe. Da sieht man mal wieder das es bei uns einfach nicht möglich ist, sich SELBST etwas NEUES auszudenken. Peinlich..

    Tagesgeld News

    September 23, 2010 at 7:45 am


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: