Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Ökofonds im Aufwind: Nachhaltige Geldanlage wird zum Alltagsgeschäft

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Handelsblatt Finance berichtet: Ende 2009 lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 38 Mrd. Euro an Geldern in nachhaltigen Anlagen, wie eine letzte Woche veröffentlichte Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zeigt. Im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 67 Prozent. Nachzulesen ist all dies auch in der Schweizer NZZ.

Die Bank Coop zeigt in ihrem Werbespot für nachhaltige Anlagen, was Geld und Wertpapiere miteinander zu tun haben:

Der Trend ist aber sehr viel „nachhaltiger“ als manche glauben. 729 Milliarden Euro hat Europas Elite in nachhaltigen Produkten angelegt, berichtet dasinvestment.com  Das sind immerhin elf Prozent ihres gesamten Vermögens. Dies geht aus einer Studie des European Sustainable Investment Forum (Eurosif) unter europäischen Vermögensverwaltern und Family Offices hervor.

Der entscheidende Punkt, so investment.com weiter, ist nun der hier: Auch Privatbanken hätten den Trend erkannt. Wie Penny Shepherd, Leiter der britischen Eurosif-Tochter UKsif berichtet, bauen Privatbanken ihre internen Kapazitäten im Bereich der nachhaltigen Investments aus. Darüber hinaus werden laut Shepherd auch externe Spezialisten für sozial und ökologisch sinnvolle Finanzprodukte gesucht. 

Fazit: Bereits in einer jüngeren Studie Responsibly Investments – mehr als eine Modeerscheinung hat Deutsche Bank Research den Leitkompass für das Thema aus Sicht der arrivierten Player gesetzt. Es werden viele andere nachziehen, Nachhaltigkeit wird damit zum gesellschaftlichen Mainstream. Das muss keine schlechte Nachricht sein.

Allerdings werden sich die Marktspieler, allen voran die Ökobanken, daran gewöhnen müssen, die Themen nicht nur exklusiv zu besetzen. Und die anderen Neueinsteiger sind aufgefordert, nachzuweisen, dass sie nicht nur „green washing“ betreiben, sondern die Grundwerte von Social Banking ernsthaft und konsistent in ihr Geschäftsmodell integrieren.

Wie heißt es dazu treffend im Eingang der Studie von Deutsche Bank Research:

Bisher ist der Markt stark durch das individuelle Verständnis von Verantwortlichkeit bzw. Nachhaltigkeit einzelner Akteure geprägt. Verlässliche Standards und einheitliche Definitionen könnten hier zu einer Erhöhung der Produkttransparenz beitragen, das Sicherheitsgefühl der Anleger erhöhen und die Investitionsbereitschaft stärken.

Wir bilanzieren deshalb: Da liegt viel grünes Potential, aber auch einige Zerstörungskraft, wenn die soziale, umweltbezogene sowie die finanzielle „Ökobilanz“ nicht im Gleichklang marschieren. 

Interessant ist übrigens noch die von Deutscher Bank Research heraus gearbeitete Anlegertypologie, bei der mir allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen scheint:

Bei philanthropisch orientierten Anlegern kann die Mindestanforderung an die finanzielle Rendite einer verantwortlichen Geldanlage sehr niedrig sein bzw. als eine alternative Form des Spendens auch negativ ausfallen. In diesem Fall geht es darum, mit den eingesetzten Mitteln den größtmöglichen sozialen Nutzen zu erzielen.

Auch das sogenannte Impact Investing ist vorrangig darauf ausgerichtet, einen positiven Beitrag zur Erreichung sozialer oder ökologischer Ziele zu liefern. Die erzielten Gewinne werden wiederum in das „Social Business― investiert, um so einen größtmöglichen Einfluss zu erzielen.

Kommerzielle Investoren verfolgen hingegen meist eine ausgewogene Anlagestrategie (double bottom-line), bei der sie keine hohen Renditeabschläge auf eine konventionelle Anlage in Kauf nehmen müssen, jedoch auch soziale Ziele berücksichtigen. Der Einfluss erstreckt sich potenziell auf weite Teile des Wirtschaftssystems und unterstützt Anstrengungen der Unternehmen und Staaten, nachhaltig zu wirtschaften.

Quelle: Deutsche Bank Research

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Written by lochmaier

September 21, 2010 um 6:45 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. Nachhaltigkeit wird zum gesellschaftlichen Mainstream – der Markt soll jetzt sogar eine eigene Börse bekommen, den Social Stock Exchange, wie ich vor kurzem für die SZ aufgeschrieben habe: http://www.sueddeutsche.de/geld/ethische-investments-geld-fuers-gute-gewissen-1.994504
    Die Börse könnte 2011 live gehen. Hier der Link zum Projekt: http://www.nextsse.com/

    Beste Grüße!

    Bastian Brinkmann

    September 21, 2010 at 9:56 am

  2. Vielen Dank für den Hinweis. Das Thema greife ich gerne nochmals auf.

    lochmaier

    September 21, 2010 at 10:07 am


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