Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Money School: Wie Kinder ihren Eltern den richtigen Umgang mit Geld beibringen

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Neulich hatte ich einen Traum. Ich war wieder ganz Kind. Der Regen prasselte bei Sonnenaufgang gegen die Fensterscheiben. Die Wolken hingen bedrohlich tief. Ich dachte über mein Leben nach, das auf mich wartete. Irgendwie war ich mit den Erwachsenen unzufrieden. Sie hatten mir die Welt noch nicht so richtig erklärt.

Jedenfalls verstand ich nicht viel davon. Sie redeten auf mich ein, was ich zu tun und zu lassen hätte. Das Spielzeug im Sandkasten und mein Zimmer sollte ich wieder mal besser aufräumen. Dabei sah es in der Welt der Erwachsenen doch nicht ordentlicher aus. Dabei könnten Paps und Mom doch so viel von mir lernen.

Jeden Monat kriege ich Taschengeld. Damit muss ich irgendwie klar kommen. Die aber jammern und quatschen am Abend ständig über unbezahlte Rechnungen, das Haus sei immer noch nicht abbezahlt, obwohl Papa wirklich viel arbeitet. Aber es reicht nie, das liegt aber nicht daran, dass wir zu gefräßig sind.

Mein neues Fahrrad hab ich mir sogar in den Ferien selbst zusammen gespart. Na ja, fast alles jedenfalls. Hecke schneiden und Rasen mähen beim Nachbar, Zeitungen austragen und was sonst alles so anfällt. Okay, die Eltern haben auch noch was dazu gegeben. Trotzdem muss ich immer mit allem klar kommen und die klagen nur, dass am Ende des Monats kein Geld mehr da ist.

Vor allem für uns Kids. Neulich im Fernsehen hab ich ganz große Augen gemacht, als ich gesehen hab, wieviele Schulden die Erwachsenen bereits angehäuft haben. Echt krass. Wie sollen wir das abbezahlen, wenn wir selbst groß sind und die Verantwortung tragen – das ist ziemlich uncool.

Komme mir vor wie eine kleine Sardine im Meer. Der Schwarm dreht und wendet sich ständig nach links und rechts, kommt aber nicht so recht vom Fleck. Daraus werde ich nicht mehr schlau. Ich finde, die Erwachsenen könnten was von uns lernen.

Zum Beispiel, warum ich keine Aktien kaufen würde. Ich versteh zwar nicht viel davon, aber das sind doch tickende Zeitbomben, die spätestens dann in die Luft gehen, wenn ich das Geld irgendwann mal brauche, um zu studieren, oder um eine eigene Familie zu gründen. Ihr habt Probleme, die ich später lösen darf.

Ich lege mein Geld lieber in das Sparschwein und achte darauf, dass es keiner klaut. Warum macht Ihr das nicht genauso? Die Schuldenuhr tickt für Euch und gegen mich, warum habt Ihr das noch nicht begriffen?

Wie wär es, wenn Ihr statt immer mehr Miese auf dem Konto anzuhäufen, Euch einen Vorratskeller anschafft, zu dem Ihr mir später den Schlüssel gebt, wenn ich groß genug bin – um es vielleicht besser zu machen als die Erwachsenen. Denn die sind ganz schön doof, weil sie schlechter rechnen können als ich in der Schule.

Stopft also nicht nur die Bohrlöcher auf irgendwelchen Ölplattformen, mit deren Gewinnen Ihr Euch die Taschen füllt, während für uns nur noch die Krümel übrig bleiben. Warum baut Ihr Luftschlösser und Wolkenkratzer, die keiner braucht? Ich möchte mich doch möglichst geräuschlos und leicht wie eine Feder bewegen.

Wenn Ihr so weiter macht, dann baut Ihr heute die Straßen, auf denen wir morgen nicht mehr fahren wollen. Was für eine Geldverschwendung.

Hier gehts zu den Ergebnissen der neuen Shell-Jugendstudie, die zeigt, dass gerade dass Vertrauen in Banken und Finanzprodukte nur sehr gering ausgeprägt ist. Mehr Infos bietet die Überblicksseite mit Graphiken.

Written by lochmaier

September 17, 2010 um 6:38 am

Veröffentlicht in Uncategorized

3 Antworten

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  1. […] SB2.0: Money School: Wie Kinder ihren Eltern den richtigen Umgang mit Geld beibringen […]

  2. […] Denn Hörhan, Jozic und andere Mittdreißiger gehören zu jener neuen Managergeneration, die ich in meinem Weblog unter folgendem Titel beschrieben habe: Money School: Wie Kinder ihren Eltern den richtigen Umgang mit Geld beibringen.  […]

  3. […] Da rate ich ebenso wie Barack Obama dazu, die Hausaufgaben vor dem Staatsinfarkt wie seine Kinder zu erledigen, um das Allerschlimmste zu vermeiden.   Dazu empfehle ich gerne meinen Blogeintrag vom letzten September: Money School: Wie Kinder ihren Eltern den richtigen Umgang mit Geld beibringen.   […]


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