Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Insider zelebrieren Generelabrechnung: Parasitäre Finanzindustrie soll dank IT-Tsunami verschwinden

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Nach dem Wirbel um seine umstrittenen Thesen zur Einwanderungspolitik verlässt Thilo Sarrazin nun freiwillig und ganz handzahm die Bundesbank. Was das gekostet hat. Wir dürfen das Buch kaufen, Abgaben zahlen. Doppelbesteuerungsabkommen de luxe.

Überhaupt: Vermeintliche Generalabrechnungen von Insidern sind ganz in Mode, obwohl sie sich letztlich nur als geschickt getarnte Geldwäsche entpuppen. Manche sahen auf der Handelsblatt-Tagung Banken im Umbruch schon das dreigliedrige deutsche Bankensystem darnieder sinken.

Nun auch das noch zum x-ten Male reloaded: (Ex)Insider brandmarken ihre Chefs, nach guter Abfindung verlassen, und pinnen den ehemaligen Arbeitgeber an die Wand, danach machen sie sich selbstständig, um jetzt so richtig, oder eben schon wieder das große Geld zu verdienen.

Oder wie pointierte der Zementblog mit Blick auf die Diskussion um Thilo Sarrazin: Weil das Gras grün ist, ist alles, was grün ist, Gras!  

Kaum etwas bleibt uns derzeit erspart. Denn schon wagt sich der nächste reuige Sünder, der jetzt zum „Social Banker“ wird, aus der Deckung: Andy Xie, Ex-Manager bei Morgan Stanley, rechnet mit den Finanzdienstleistern ab. Jeder Einzelinvestor verfüge über die gleichen Informationen wie Fonds-Manager, und das beinahe kostenlos. Wow – was für eine Erkenntnis. Hätten wir das mal nur früher gewusst …

„Ich gehe leider davon aus, dass die Finanzservice-Industrie strukturell abstirbt“, lässt Xie vollmundig verkünden. Stimmt das wirklich? Der Morgan-Stanley-Mann setzt noch einen drauf: Solange die Politiker im Irrglauben seien, dass der Finanzsektor zur Wirtschaft etwas beitrage, werde die Branche ein „gigantischer Parasit“ an der Spitze der realen Wirtschaft bleiben.

Parasiten wird man schwer wieder los. Diese Aussage stimmt uns schon wieder etwas milder, es wird also auch weiterhin ein „business as usual“ geben, auch oder gerade bei Andy Xie. Interessant ist aber an diesen geistigen Verirrungen, Kehrtwendungen, Geständnissen und Generalabrechnungen etwas anderes. Aber bilden Sie sich selbst eine Meinung: Den ganzen Aufsatz gibt es hier, unter der Überschrift: Developing world catches a fresh IT Wave.

Gelesen und nicht nur überflogen? Wir haben es nämlich mit einem Paradigmenwandel von der ausschließlich hierarchisch gesteuerten Finanzkommunikation zu dezentralen Finanznetzwerken zu tun. What do you think about the „fresh IT Wave“, bei der unser jenseits von IT-Silolandschaften vernetzter Finanzmensch die nächste Killerapplikation 2.0 dieser Dekade sein wird?

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Written by lochmaier

September 10, 2010 um 10:46 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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