Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Social Lending goes Lindenstraße: Smava, Zopa und Lending Club wachsen dynamisch

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Wenn Menschen sich gegenseitig Geld über darauf spezialisierte Internet-Plattformen verleihen, wie Smava, Zopa und Lending Club, dann nennt man das Social Lending, vor allem, weil Social Media und die Kreditvergabe über menschliche Netzwerke sich zu einem neuen Geschäftsmodell verbinden.

Wenn Banken durch Peer-to-Peer-Kredite (ein anderes Wort für Social Lending) überflüssig werden, so lautet nun das Fazit in einem Artikel auf finanzwirtschafter.de, dann profitieren künftig vor allem Selbstständige davon. Diese Gruppen werden zweifellos die Trends für die Bank 2.0 setzen, falls sie die Zeichen der Zeit nicht verschlafen:

Viele Gewerbetreibende berichten davon, dass sie über Peer2Peer-Plattformen leichter an benötigte Darlehen gelangt sind als bei ihrer Hausbank. Banken sträuben sich bei Selbständigen noch immer besonders gern gegen Finanzierungen.

Quelle: finanzwirtschafter.de

Eine großangelegte, repräsentative Studie zu den Chancen bestimmter Berufsgruppen und zu den Konditionen im Vergleich zu denen bei klassischen Bankkrediten gibt es bislang allerdings noch nicht, das beklagt auch finanzwirtschafter.de, und fügt hinzu: „Auch wenn Peer2Peer-Finanzierungen noch ein Randdasein fristen – zumindest prinzipiell könnten sie Banken in der Zukunft überflüssig machen.“

Wer sich den Status Quo der Social Lending Plattform in den unterschiedlichen Marktsegmenten anschauen möchte, dem empfehle ich (nicht ganz uneigennützig) erneut mein Buch „Die Bank sind wir“. Das Fazit: Im Kern werden Banken zwar als zentrale Schaltstelle für das Risikomanagement allein aus rechtlichen Gründen nicht überflüssig, aber sie werden in der Hierarchie von professionellen Dienstleister möglicherweise in den Hintergrund gedrängt.

Das gilt nicht nur für Google und Facebook, sondern für hoch spezialisierte finanzielle Netzwerke, die gegenüber einer reinen Direktbank einen Mehrwert in der Informationsqualität und ziel gerichteten Vernetzung bieten. Insofern ist die durchaus schillernde Bezeichnung für die professionellen Plattformbetreiber „Kapitalist für alle“ ist gar nicht einmal so weit von der Realität entfernt.

Denn im Kern geht es beim Social Lending ja um für alle Seiten profitable und erfolgreiche „Geschäfte“, wobei aus Kundensicht die „soziale Motivation“ eher in der Kommunikation liegt, und nicht in einem gewinnfreien Deal. 

Tatsächlich dienen „soziale“ Kreditbörsen, auf denen Betreiber wie Smava als Moderator dazu beitragen, dass Menschen untereinander Geld leihen bzw. verleihen, somit indirekt auch dem „geschäftlichen Gemeinwohl“. Dennoch will und muss auch der Betreiber auf die Dauer profitabel arbeiten. Den derzeit noch hohen Anfangsinvestitionen müssen noch größere Umsatzzahlen verfolgen, um auf Dauer profitabel arbeiten zu können.  

In einer der letzten Folgen der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ am 22. August wurde jetzt auch mehr übers Geld gesprochen, als so mancher Bank lieb sein kann. Denn Menschen überlegen sich kreative und manchmal neue Wege, mit ihrem Geld umzugehen und es sich gegenseitig zu leihen. Anschauen kann man sich das Video der halbstündigen Sendung hier:

http://www.lindenstrasse.de/lindenstrasse/lindenstrassecms.nsf/nonflashindex?openframeset 

Social Lending hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Sich gegenseitig Kredite zu verleihen, ist aber auch anstrengend. Nicht jeder kann bewusst mit seinem Geld und seinen Chancen und Grenzen hantieren.

Die Lindenstraße und Smava haben also doch was gemeinsam. Der Gründer Alexander Artope würde dies vielleicht so ausdrücken: Unser Anspruch sozial zu sein, ist dann erfüllt, wenn wir ein erfolgreiches Geschäft für alle Beteiligten vermitteln. Die Frankfurter Rundschau hat nun ein Portrait des Gründers von Smava veröffentlicht. Bislang hat die Plattform rund 34 Mio. Euro an Krediten vermittelt.

Noch dynamischer verläuft die Entwicklung in Großbritannien und den USA. Zopa, so berichtet P2P-Banking,  will allein im August mit 1.100 Krediten die Marke von 5,5 Mio. britischen Pfund überspringen (6,65 Mio. Euro).

Auch Lending Club in den USA wächst weiterhin stark, mit einem Volumen von durchschnittlich rund 10 Millionen US-Dollar pro Monat –  und hat sich mit einem CFO, der immerhin vom Online-Broker Charles Schwab kommt, zudem weitere Expertise aus der ersten Riege der Finanzexperten eingekauft. berichtet American Banking News

Inzwischen gibt es in den meisten größeren Staaten Europas mindestens einen Marktplatz, auf dem P2P-Kredite auf professionelle Art und Weise im Internet abgewickelt werden, berichtet P2P-Kredite.com. Dazu kommen die Plattformen für Mikrokredite. Ein genaues Lagebild kann man sich auf der europäischen Landkarte anschauen.

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Written by lochmaier

September 1, 2010 um 8:37 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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