Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Noa Bank: Entschädigung angelaufen – wie entwickelt sich das Anlegervertrauen?

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Abgesehen von den rund 100 Anlegern, die bei der Noa Bank mehr als 50.000 Euro (also über der gesetzlichen Einlagensicherung) angelegt haben, dürfen die übrigen rund 15.000 Kunden des in die Insolvenz gegangenen Geldinstituts nun darauf hoffen, ihre Einlagen vollständig zurück zu erhalten.

Mehr aktuelle Infos zum jeweiligen Stand der Dinge in Sachen Noa Bank finden Interessierte auf der Homepage der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB). Über die Folgen für die ebenfalls von der insolventen Banktochter Noa Factoring betroffenen Unternehmen – die vor allem aus dem Bereich der Transportdienstleister stammen – informiert die Verkehrsrundschau die Betriebe über den neuesten Stand.

Die ersten Kunden erhielten lt. tagesgeld-news.de bereits entsprechende Schreiben von der EdB, weshalb mit einem zügigen Verlauf der Rückerstattung zu den dort rund 172 Mio. Euro geparkten Kundeneinlagen zu rechnen sein dürfte. 

Wer sich aber die zeitliche Chronologie der Leserkommentare auf tagesgeld-news.de anschaut, dem fällt auf, dass die Insolvenz der Noa Bank doch einige Spuren hinterlassen hat. Oder anders ausgedrückt: Das Vertrauen in nachhaltige Geldinstitute mit dem Etikett „Social Banking“ hat doch bei dem einen oder anderen Anleger gelitten. In der Tat: Wer an ein höherwertiges an ethisch-moralischen Kriterien ausgerichtetes Finanzwesen geglaubt hatte, dürfte der Noa Bank doch eine Träne hinter her weinen.  

Dass sich daraus ein Flächenbrand mit einer massenhaften Abwanderung entwickelt – sprich, dass Kunden im größeren Stile Geld abziehen – scheint zwar unwahrscheinlich. Aber fest steht auch: Die Versprechen und das Geschäftsmodell der neuen Anbieter wie Fidor Bank AG, die erste Web 2.0-Bank, sie werden von den Kunden genauer denn je beobachtet.

Das ist keine schlechte Nachricht, denn es trägt dazu bei, dass das Bewusstsein wächst, und dies treibt die Professionalisierung der Anbieterlandschaft in den unterschiedlichen Marktsegmenten beim Social Banking voran. Nur auf den günstigsten Zins zu schauen, diese einfache Philosophie reicht eben nicht aus.

Worauf es zudem jenseits von moralischen Kriterien ankommt, ist ein effizienteres und kostengünstigeres Bankwesen, das sich zudem auch in der Art der kreativen Mittelverwendung und der Kundenkommunikation erheblich unterscheidet.

Auch für die Mainstream-Banken wäre dies eine interessante Nachricht, sofern diese sich als lernfähig mit Blick auf mehr Transparenz auf Kosten und Gewinne in der „Beratung“ einzulassen vermögen. Häme und Spott gegenüber neuen Geschäftsmodellen, die sich freilich erst noch bewähren müssen, sind jedenfalls kaum angebracht. Denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, das wissen auch die Kunden.

Nachtrag: Für alle an der Aufarbeitung der diffizilen Historie zur Noa Bank interessierten Leser empfehle ich noch einmal folgende Beiträge – vom 10.01. „Noa Bank: Kritische Nachfragen zum Firmengeflecht Quorum Targas“

„Noa Bank erläutert detailiert die Firmengeschichte“ v. 27.01.:

sowie: Noa Bank: Gründer Francois Jozic gibt Statusbericht v. 19.01.2010:

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Written by lochmaier

August 30, 2010 um 8:21 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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