Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Live-Webstream: Über Thilo Sarrazin, die Bundesbank und fragwürdige Thesen…

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Quer durch die Republik werden die kruden Thesen Thilo Sarrazins diskutiert, nun stellt der Bundesbanker sein umstrittenes Buch offiziell vor, berichtet Spiegel online, und das Online-Medium fügt gleich hinzu: „Rund 200 Menschen protestieren in Berlin gegen den umstrittenen SPD-Politiker.“

Nach dem gestrigen Bericht auf Social Banking 2.0 über das Vorhaben „Stuttgart21“ wird die Internetcommunity nun erneut Zeitzeuge in Livebildern zu einer fragwürdigen Diskussion, die Thilo Sarrazin mit seinen provokanten, zwar nicht immer falschen, gleichwohl dennoch deplazierten Thesen angeheizt hat. Wer Öl ins Feuer gießt, braucht sich nicht zu beschweren, wenn die Feuer weiter um sich greifen.

Der Druck wächst jedenfalls gewaltig, titelt Focus. Der Kritisierte verteidigt sich laut Süddeutsche weiterhin vehement – und die Frankfurter Rundschau zitiert die NPD mit den Worten, jetzt sei man durch Thilo Sarrazin gar „salonfähig„, und bietet ihm sogar einen Nachfolgejob in der Rechtspartei an. Ein mediales Possenspiel der untersten Schublade ist in Gang gesetzt.

Gefragt wären statt pointierter Provokationen aus dem sicheren Versorgungssessel eines Beamtenstatus heraus eher probate Lösungsvorschläge. Das aber hat Sarrazin wohl nicht im Sinn. Insofern fragt man sich auch, worin der Folgeschaden für die Bundesbank besteht. Ein Anhänger von nachhaltigem Social Banking ist Sarrazin wohl kaum.

Er zielt vielmehr auf den Nimbus der Unsterblichkeit in der Öffentlichkeit ab. Der dürfte ihm jetzt gewiss sein, spätestens dann, wenn die Bundesbank die Konsequenzen zieht. Am Nachmittag gibt es seitens der Bundesbank eine Erklärung zu Thilo Sarrazin. Dann könnte das Live-Webstreamen ins Netz bereits wieder beendet sein.

Obwohl – es kann ja noch bei jeder Buchvorstellung, zu der Thilo Sarrazin sich noch hin traut, weiterhin öffentliche Live-Bilder geben. Man fragt sich nur, ob man diesem medialen Flächenbrand dann noch beiwohnen muss. 

Auf alle Fälle ist es besser, das Buch des eigenen Lebens selbst zu schreiben, statt sich allzu tief in Gedanken zu vertiefen, die zwar in der Sache her nicht immer falsch sind, die aber letztlich doch mehr als fragwürdigen persönlichen Zielen dienen.

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Written by lochmaier

August 30, 2010 um 10:02 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Volksverdummung denke ich.

    Michel

    August 30, 2010 at 1:32 pm


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