Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Noa Bank: Was betroffene Kunden tun müssen – Anlegerforum eingerichtet – Bafin: Kein neuer Fall Kaupthing Bank

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Die Verunsicherung ist groß, ob und wie betroffene Kunden und Anleger nach der gestern eingeleiteten Insolvenz der Noa Factoring – und dem von den Gründern bzw. der Finanzaufsicht Bafin ebenso eingeleiteten Ende der Noa Bank  – jetzt an ihre derzeit eingefrorenen Guthaben heran kommen. Die Stiftung Warentest (Finanztest) teilt dazu folgendes mit:

Kunden der Noa Bank kommen kurzfristig nicht an ihr Geld. Sie müssen sich aber keine Sorgen um ihre Ersparnisse machen. Die gesetzliche Einlagensicherung kommt für Einlagen und Zinsen bis zu 50 000 Euro pro Sparer auf. Erfahrungen aus anderen Bankenpleiten zeigen, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die BaFin den sogenannten Entschädigungsfall festgestellt hat und die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken dann die Einlagen zurückzahlt.

Quelle: test.de

Das weitere Prozedere kann sich laut Internetportal geld-magazin.de über mindestens sechs Wochen hinziehen, vielleicht aber auch einige Monate.  Das Internetportal tagesgeld-org. weist außerdem auf ein neu eingerichtes Forum im Netz für geschädigte Anleger der Noa Bank hin, über das neue Informationen fließen.

Gegenüber Social Banking 2.0 erklärt Bafin-Sprecher Ben Fischer, dass es sich bei der Noa Bank um keinen neuen „Fall Kaupthing Bank“ handle. Auch zahlreiche deutsche Anleger hatten bei der insländischen Bank Einlagen deponiert, um die sie später im Zuge der Finanzkrise nach der Pleite der Bank  hart kämpfen mussten.

Das weitere Prozedere beschreibt die Bafin wie folgt: Das an die Noa Bank gestellte Moratorium, das sich auf deren Internetseiten nachlesen lässt, ist auf sechs Wochen befristet. Ein Insolvenzverfahren der Noa Bank kann nur die Bafin selbst einleiten. Damit kämen die Anleger derzeit zwar nicht an ihre Guthaben, hätten aber andererseits die Sicherheit, dass keine Gelder abfließen, so der Bafin-Sprecher weiter.   

Während dieser Zeitspanne von sechs Wochen kann die Noa Bank entweder den Nachweis erbringen, dass ausreichend Liquidität vorhanden ist, um alle Ansprüche der Anleger in einem geordneten Verfahren zu bedienen – oder ob der Entschädigungsfall im Rahmen der gesetzlichen Einlagenhaftung eintritt.

Bafin-Sprecher Ben Fischer hält es jedoch analog zur Causa „Weserbank“ für wahrscheinlich, dass es gelingt, innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne Guthaben je Anleger bis maximal 50.000 Euro je Person (ohne Eigenanteil) an die betroffenen Kunden zu entschädigen.

Update am 20.08: Die Bafin präzisiert bei mir noch einmal schriftlich das weitere Prozedere bezüglich der Noa Bank:

Das Moratorium ist keineswegs auf eine bestimmte Laufzeit (etwas sechs Wochen) beschränkt. Die sechs Wochen sind vielmehr eine Frist aus dem EAEG (Einlagensicherungs und Anlegerentschädigungsgesetz). Sie besagt, dass das Entschädigungsverfahren im Falle eines Moratoriums nach sechs Wochen von Gesetzes wegen beginnt, wenn innerhalb dieser Zeit die BaFin nicht das Moratorium wieder aufhebt oder den Entschädigungsfall feststellt. Es kann also weder gesagt werden, dass das Moratorium nun sechs Wochen läuft, noch dass der Entschädigungsfall und damit das Verfahren erst in sechs Wochen beginnt.

Die BaFin prüft derzeit, wie in dieser Sache weiter zu verfahren ist. Wenn wir dabei feststellen, dass die Bank dauerhaft nicht in der Lage ist, ihre Kunden aus eigener Kraft vollständig auszuzahlen, dann stellen wir den Entschädigungsfall fest. Das kann jederzeit erfolgen. Spätestens nach sechs Wochen wird diese Feststellung aber vom Gesetz fingiert, sofern das Moratorium dann noch besteht.

Quelle: Bafin

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Written by lochmaier

August 19, 2010 um 7:13 am

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5 Antworten

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  4. Ein Moratorium zu verhägen, wie es die Bafin im Fall der noa bank getan hat, ist eine Sache; eine andere ist es, damit den gesamten Bankbetrieb zu unterbinden.
    Wer nicht zu den Menschen gehört die über mehrere Konten verfügt, hat jetzt ein echtes Problem.
    Weder ist es möglich, seinen eigenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, noch kann man Zahlungseingänge realisieren.
    Wieso soll es nicht möglich sein, einen „Notbetrieb“ ggf. unter Aufsicht, zu organisieren? Es drängt sich der Verdacht auf, dass so ein Päzedenzfall geschaffen werden soll. Selber schuld wer sein Geld „so einer“ Bank anvertraut.
    Man sollte in Erwägung ziehen, die Bafin für das Vorgehen im Fall noa bank, für die sicher auflaufenden Kosten für Rücklastschriften, Mahngebühren etc. in Regress zu nehmen.

    Friedel Mueller

    Friedrich Mueller

    August 23, 2010 at 11:48 am

  5. Haben denn mitterweile alle Kunden ihr Geld wiederbekommen? Interessant ist auch, was Kunden mit über 50.000€ Anlagevolumen eigentlich getan haben, um ihr Geld evtl. wieder zu bekommen.

    Tagesgeld News

    November 29, 2010 at 9:56 pm


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