Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bankberatung: Kunde berät und verkauft sich besser selbst

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Die Ergebnisse der Stiftung Warentest sind eindeutig – und gleichwohl wenig überraschend. Die Banken berieten die Kunden auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Es habe sich so gut wie nichts durch das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll geändert, bilanziert das Handelsblatt:

Man könne sich einfach nicht auf einen Bankberater verlassen, erklärte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Gerd Billen. Nach diesem Test entpuppten sich die öffentlichen Bekundungen der Banken, ihre Prozesse verbessert und sich dem Ziel einer langfristigen Kundenbindung verschrieben zu haben, als leere Worthülsen.

Das Resumee der Zeitschrift Finanztest: „Das Ergebnis dieser und der vergangenen Untersuchung ist eindeutig: Sie können sich nicht einfach auf einen Bankberater verlassen“. Kunden sollten daher selber aktiv werden, etwa mehrere Beratungsgespräche führen und die Anlagevorschläge vergleichen.

Quelle: handelsblatt.com

Wo liegen die Alternativen, außer sich am besten gleich nur und ausschließlich selbst zu beraten, und die Anlageentscheidungen in die eigenen Hände zu nehmen? So weiß man oder frau wenigstens, wem er oder sie die Schuld geben kann, wenn es mal schlecht läuft mit der Geldvermehrung. 

Wie sieht es mit anderen Alternativen aus? Dem neuen „grün-sozialen“ Trend auf den Zahn fühlt Anette Rehm vom Internetportal geldmagazin.de – sie greift dabei auch auf einige Ergebnisse meines Buches „Die Bank sind wir“ zurück. Die Expertin für die wa(h)re „Kundenfreundlichkeit“ titelt folgerichtig:

Nachhaltig, ethisch, ökologisch wird salonfähig 

Zwar haben diese Banken und Finanzdienstleister seit Beginn der Finanzkrise immer stärkeren Zulauf. Im Vergleich zu den Kundenzahlen großer Banken (Deutsche Bank, ING DiBa u.a.) und Sparkassen sind die Kundenstämme aber noch überschaubar. Woran liegt es?

„Dies dürfte sich unter dem Einfluss eines gesellschaftlichen Umdenkens in Richtung nachhaltiges Wirtschaften allmählich ändern, vorausgesetzt die nachhaltigen Institute öffnen sich selbst stärker undogmatischen Zielgruppen, die eine ökologische Orientierung der Geldanlage zwar befürworten, jedoch nicht um den Preis von schlechteren Konditionen und höheren Gebühren.“ So bringt es Lothar Lochmaier, Experte Social Banking, auf den Punkt.

Anders ausgedrückt: Der Preis muss auch stimmen!   

Quelle: geld-magazin.de

Ach ja – fast hätte ich diesen kleinen Hinweis noch vergessen, den die Börsenzeitung in einem (offline) recht ausführlichen Artikel für die Insider aus der Branche gerne weiter reicht. Vielleicht hat diese News irgendwann ja mal „Börsenrelevanz“ – und dann hätte sich auch die zweifelhafte Sache mit den Anlageprotokollen erledigt. Die Quintessenz fasst die Überschrift zusammen:

In der Bank der Zukunft hat der Kunde das Sagen

 

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Written by lochmaier

Juli 22, 2010 um 8:07 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Es ist tatsächlich unglaublich, wie schlecht Bankberater im Finanztest abgeschnitten haben. Übrigens hat eben auch das Capital einen eigenen Test veröffentlicht, bei dem die Finanzberater auch nicht besonders gut davon kamen.

    Angesichts solcher Ergebnisse, ist es überhaupt kein Wunder, künftig lieber Finanzberater zu meiden und es ganz alleine auf eigene Faust zu probieren. Das haben Sie ja so in Ihrem Blog-Beitrag geschrieben.

    Trotzdem glaube ich nicht, dass es für Anleger eine wirkliche Alternative ist. Die Chance, wenn man es alleine versucht, auf die Schnauze zu fallen sind sehr hoch. Und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Für viele Anlageprodukte braucht man profunde finanzmathematische Kenntnisse, um sie zu verstehen, z.B. private Rentenversicherungen, aber auch Immobilienkredite. Ohne solche fmathematischen Kenntnisse und Fähigkeiten steht der Privatanleger komplett auf verlorenem Posten.

    2. Die meisten Privatanleger wissen nicht, wo überall Kosten versteckt sind. Diese Kosten verschwinden ja nicht, wenn man alleine kauft. Meiner Meinung ist es die Aufgabe eines guten Anlageberaters genau über alle Kosten aufzuklären, die mit einem anlageprodukt verbunden sind. Selbst ein Fondssparplan mit ETFs kann unerwartet teuer werden, wenn man nicht gewisse Dinge beachtet. Tatsächlich hat man MIT einem guten Berater weniger Kosten also ohne.

    3. Ein guter Anlageberater verfügt über Erfahrungen und Kenntnisse, die sich ein Privatanleger nur sehr, sehr schwer mal so auf die Schnelle aneignet. Auch die Medien sind hier nicht wirklich hilfreich, sondern verwirren meistens. Z.B. die Frage: Ist Riester gut oder nicht gut? Wirklich kaum zu klären für einen unerfahrenen Privatanleger.

    4. Letztlich sind Privatanleger ohne kompetente Unterstützung den Stimmungen und Modetrends des Kapitalanlagemarkts ausgeliefert. Man macht halt das, was alle machen. Wenn die Börse gut läuft, kauft man halt Aktien, weil der Nachbar oder Freund mit seinen Gewinnen angegeben hat. Und wenn die Kurse wieder fallen, steigt man panikartig aus, weil das eben auch gerade alle machen. Ein guter Anlageberater kann zu einer dauerhaften, gut durchdachten Anlagestrategie verhelfen.

    Aus meienr Sicht ist die Frage weniger: Anlageberater ja oder nein? sondern: Wie finde ich einen guten Anlageberater? – Und diese Frage ist wirklich sehr, sehr schwer zu beantworten. Immerhin, so meine persönliche Schätzung, sind wohl 90% aller Finanzberater draußen bestenfalls befriedigend.

    Und dann gebe ich Ihnen recht: Besser es alleine versuchen, als einem schlechten Berater in die Hände zu fallen. Meiner Meinung nach ist aber auch zweifelsfrei klar: Besser mit einem guten Anlageberater als alleine.

    peterreins

    Juli 29, 2010 at 8:12 am


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