Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Fluktuierender Cash sucht realen Gegenwert: Wo liegen rentable und stabile Geldanlageformen?

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Dass die Anleger angesichts niedriger Zinsen für Tages- und Festgelder nach guten Anlagemöglichkeiten Ausschau halten, ist nur die Spitze des Eisberges. Die andere Seite der Medaille ist nämlich die, dass suchendes Kapital derzeit nur ganz selten auf einen realen Gegenwert trifft (der über menschliche Arbeit und unternehmerische Kreativität – statt über Spekulation – erwirtschaftet werden muss). 

Oder etwas einfacher ausgedrückt: Gleichzeitig stablile und renditeträchtige Geldanlagen wären gefragt, sind aber derzeit kaum in Sicht. Das Beispiel der alternativen Banken, die kaum mit der Kreditvergabe im Gegensatz zum Einwerben von Anlagen nachkommen, zeigt dies eindrücklich. Der Tagesspiegel analysiert die Herausforderung wie folgt:

Für Martin Faust, Experte für nachhaltige Geldanlage an der Frankfurt School of Finance, ist das ein typisches Problem der Ethikbanken: „Die haben gerade so viel Kundenzulauf, dass sie gar nicht nachkommen mit der Kreditvergabe.“ In der Krise fragten die Unternehmen eben weniger Geld nach, zudem seien die Vertragsabschlüsse aufwendiger, wenn man neben der Kreditwürdigkeit auch noch die ethischen Standards eines Unternehmens prüfen müsse. Zumal die Ethikbanken auch mit den konventionellen Banken um die Kunden konkurrieren. Der Markt sei schwer umkämpft, die Margen gering, sagt Faust. 

Quelle: tagesspiegel.de

Die Analyse lässt sich mit einfachen Worten auch so auf den Punkt bringen: Es schwirrt zu viel Geld mit relativ hohem (Rendite)Anspruch umher, das die Anleger ebensowenig wie die Banken beim „Private Banking“ gewinnbringend am Markt platzieren können. Außer sie gehen selbst  Risiken ein. Hinzu kommen die Folgen der Finanz-  und Wirtschaftskrise, bis hin zur Staatsverschuldung, deren Folgen bislang kaum absehbar sind.

Fest steht vor allem eines: Die finanziellen Ansprüche des Staates an seine Bürger werden weiter steigen, das zeigt die gestern beschlossene „Reform“ = Gebührenerhöhung der Krankenkassenbeiträge. Die Politiker wissen sehr wohl, dass das gesamte Vermögen (in Geld- und Sachwerten) der Deutschen über neun Billionen Euro beträgt. 

Einige Privatanleger flüchten in vermeintlich sichere Anlagevarianten wie Gold oder Immobilien, aber hier lässt sich keine allgemein gültige Erfolgsformel aufstellen. Auch hier kann sich der Anleger ziemlich vertun. Der Goldpreis wird ebenso durch Angebot und Nachfrage bestimmt wie eine Immobilie, es sei denn sie ist abbezahlt, man wohnt selbst drin, und will/muss sie nicht auf dem freien Markt veräußern. 

Kurzum: Wir stehen vor größeren Einschnitten in unserem Wirtschaftssystem, zumal (West) Europa der virtuellen Geldökonomie kaum ausreichend hohe reale Wachstumsraten  entgegen stellen kann, um größere Renditeansprüche jenseits der Inflationsrate zu gewährleisten.

Was auf die privaten Vermögensanleger in diesem globalen Szenario zukommt, lässt sich derzeit kaum voraus sehen. Deshalb versuche ich keine große Theorie zu entwerfen, wie sich dieser Spagat erfolgreich auflösen lässt. Stattdessen lieber ein unterhaltsames Video mit Eckart von Hirschhausen zum Thema: (Wie) Macht Geld glücklich? Die Antwort: Indem man es bewusst und sinnvoll einsetzt, und sich genau überlegt, wo der „reale Gegenwert für fluktuierenden Cash“ im Orbit der menschlichen Gefühlswelt besteht.

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Written by lochmaier

Juli 7, 2010 um 6:42 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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