Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

China: Volksbank ABC geht trotz nicht erreichbarer Hotline an die Börse

with one comment

Dass man das Motto „Die Bank sind wir“ im politischen Sinne auch zu wörtlich nehmen kann, zeigt sich derzeit an einem „Megadeal“ – dem Börsengang der Agricultural Bank of China (ABC). Die chinesische Mega-Bank will mit dem weltgrößten Börsengang mindestens 23 Milliarden Dollar einsammeln, berichtet Spiegel online. Der Geldgigant habe mehr Kunden als die USA Einwohner – doch Finanzexperten seien skeptisch. Denn die Macht im Unternehmen behalte die kommunistische Führung. 

Ganz unten kommt nun für die Leser von Social Banking 2.0 die entscheidende Textpassage:

Die ABC sei mit ihren 480.000 Angestellten nicht sehr effizient, sagen Finanzexperten. Tatsächlich sind viele Kunden mit dem Service unzufrieden: Er sei nur „schwer zu ertragen“, beschwert sich einer im Internet: „Stundenlang lassen die Mitarbeiter einen warten, die Angestellten stehen in den Ecken und schwätzen.“ Ein anderer bemängelt: „Das Telefon-Banking ist quasi unerreichbar – die Leitungen sind andauernd besetzt.“ Mitarbeiter grummeln über Korruption, ungerechte Löhne und unfähige Filialleiter, die wirtschaften wie zu „Zeiten der Kulturrevolution“.

Quelle: Spiegel online

Auch die FTD bilanziert, dass die beim Börsengang die Investoren „der Bauernbank die Bude einrennen„. Rund 20 Milliarden US-Dollar sollen so zusammen kommen – es wäre der größte Börsengang aller Zeiten. 

Fazit: Wer sich das Motto „Die Bank sind wir“ mit einer etwas verqueren Kundenphilosophie auf die Fahnen schreibt, der braucht sich später nicht zu wundern, wenn irgendwann der Leitspruch Realität wird: Wer zu spät auf die Nutzer hört, den bestraft irgendwann das virale Netz. Kurse können rasant steigen, aber ebenso schnell ins Bodenlose fallen, wenn das Vertrauen plötzlich wie eine Kerze erlischt.

Wäre Facebook ein Land, dann wäre es die drittgrößte Nation der Welt nach China und Indien. Die chinesischen Networks QQ und Renren sind aber noch größer als Facebook. Ein Artikel im Schweizer Tagesanzeiger verdeutlicht das Potential der sozialen Netzwerkommunikation:

Internet und Handy: Die Waffe des chinesischen Arbeiters Seit im Mai 1700 chinesische Arbeiter einer Honda-Fabrik in der Stadt Foshan ihre Arbeit niedergelegt und eine Lohnerhöhung durchgedrückt haben, verbreitet sich die Kunde wie ein Lauffeuer – Internet und Handy sei Dank. Die streikenden Arbeiter sind jung, entstammen einfachen Verhältnissen, aber wissen mit den neuen Technologien bestens umzugehen. Jetzt, als die Kontrolle zu entgleiten droht, beginnt die Pekinger Regierung einschlägige Webseiten der Streikenden herunterzufahren und Blogs über die Vorgänge in den Fabriken zu sperren. Auch den traditionellen Medien liess die Regierung ein Verbot zur Berichterstattung zukommen. Der Internet-Kurznachrichtendienst QQ, den sich die Honda-Arbeiter zunutze gemacht hatten, wurde ebenfalls von Regierungsleuten infiltriert. Die Arbeiterschaft wusste sich zu helfen. Man kommunizierte wieder vermehrt über Handys oder wechselte zu neuen Chat-Portalen. Per Geheimsprache verabredet man sich zu Streiks. Was früher im Geheimen stattfand, hat eine neue Stufe der Offenheit in China erreicht.

Advertisements

Written by lochmaier

Juli 2, 2010 um 6:33 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] Social Banking 2.0: China: Volksbank ABC geht trotz nicht erreichbarer Hotline an die Börse […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: