Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Nicolas G. Hayek’s Abschiedsbotschaft: „Zu viele Gauner und Betrüger“

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Die Uhr tickt für uns alle – im letzten Interview vor seinem Tod äusserte sich die „Swatch-Ikone“ Nicolas G. Hayek offen und schonungslos zur Mentalität von Bankern, zu den Problemen in der EU. Er ist aber auch ein Fan von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann. Und er sagte, weshalb die Schweiz der Union nicht beitreten darf – nachzulesen ist all dies beim Schweizer Wirtschaftsmagazin Cash, das vom Magazin Cicero die Genehmigung für den Wiederabdruck des Beitrags erhielt.

Ein Auszug mit Blick auf die Banken:

Ihr Landsmann Josef Ackermann ist also auch ein Unternehmer, von Clooney ganz abgesehen?

Ja, er ist auch Unternehmer, aber auch ein ausgezeichneter Bankier. Es gibt ja keinen Financier, der nur Unternehmer ist. Ein Unternehmer ist ein Künstler. Sehen Sie sich hier in meinem Zimmer um, das ist ein Studio für einen Künstler und nicht die Chef-Etage. Der Bankier, auch wenn er Unternehmer ist, denkt, wie kann ich mit dem Geld, das ich habe, noch mehr Geld machen. Der Unternehmer will etwas Neues kreieren, neue Arbeitsplätze, neue Produkte schaffen, neue Entwicklungen für alle, langfristiger. Joe Ackermann ist in diesem Sinne mit uns ein Unternehmer beziehungsweise ein unternehmerischer Bankier.

Die Finanzwirtschaft hat sich von der Realwirtschaft abgekoppelt. Sehen Sie eine Chance, dies zu ändern?

Indem wir die Börsen nicht mehr allein der Kontrolle und der Mentalität der Banken überlassen, sondern auch der Kontrolle der Unternehmer und die unternehmerische Mentalität mit einfließen lassen. Mich hat einmal ein amerikanischer Hedgefondsmanager angerufen und gesagt: Herr Hayek, seien Sie froh, dass wir für 300 Millionen Dollar Aktien von Swatch Group kaufen werden. Aber ich müsse ihm garantieren, dass sich in einem Jahr der Wert der Aktie verdoppelt. Ich habe erst gedacht, es ist einer meiner alten Freunde, der sich mit mir einen Aprilscherz erlaubt. Jedenfalls habe ich ihm gesagt, dass das nicht der Fall sein wird. Er antwortet: Sind Sie verrückt? Und: Seien Sie doch nicht so naiv. Er habe so viele Freunde an der Börse, da können wir ein paar Gerüchte streuen, Sie helfen mir und Sie kriegen einen Haufen Geld. Als ich ihm zurief: «Gehen Sie zum Teufel, Sie sollten sich schämen, mir so etwas vorzuschlagen», antwortete er: «You fucking fool!» Jetzt ist der Mann wahrscheinlich pleite.

Quelle: cash.ch

Eigentlich braucht man diesem Nachruf auf einen Unternehmer, der moderne Tugenden und gewisse Prinzipien auf sich vereinigte, nichts mehr hinzufügen. Aber der eine Satz oben bleibt doch im Gedächtnis haften:

Indem wir die Börsen nicht mehr allein der Kontrolle und der Mentalität der Banken überlassen, sondern auch der Kontrolle der Unternehmer und die unternehmerische Mentalität mit einfließen lassen.

>  Die Bank sind wir

Und hier noch einige Links aus der Sphäre der Wirtschaftsblogs, die sich ebenfalls mit der Unternehmerpersönlichkeit von Nicolas G. Hayek befassen:

http://www.martinspieler.ch/was-wir-von-nicolas-g-hayek-lernen-konnen/20100630

http://www.watchtime.net/2010/06/28/swatch-group-nicolas-g-hayek-tot/

Andere, die wesentlich weniger als er geleistet hatten, waren an den Zürcher und Berner Stammtischen der Edlen und Einflussreichen stets willkommen. Hayek, der nicht den Ausverkauf der Schweizer Wirtschaft betrieb, sondern deren Aufbau, galt als Sonderling. Ihm gelang die Rettung der Schweizer Uhrenindustrie, obwohl die Banken diese Branche als verloren gaben.

Quelle: http://www.stoehlker.ch/weblog/2010/06/29/kuscheln-mit-nicolas-g-hayek/

 

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Written by lochmaier

Juli 1, 2010 um 11:08 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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